Trumps Pressesprecherin Zacharia gibt Amt schon wieder ab – und reagiert mit Trump-Lob
Die gerade erst angetretene neue Pressesprecherin von Präsident Donald Trump, Katie Zacharia, gibt ihr Amt US-Kreisen zufolge auf. Sie werde den Posten räumen, bestätigte ein ranghoher Regierungsbeamter der Deutschen Presse-Agentur, ohne nähere zeitliche Angaben dafür zu machen. Zacharia hatte den Job erst am Montag angetreten. Wer auf sie folgen soll, war zunächst unklar.
«Es war mir eine Ehre, für ihn zu arbeiten», schrieb Zacharia am Freitagabend (Ortszeit) auf der Plattform X mit Blick auf Trump.
President Trump is a kind, wonderful, gracious, thoughtful, enthusiastic, and hardworking man. I wish more Americans appreciated him. No one will ever make America great the way he has and continues to. It was an honor to work for him. https://t.co/Tp4NizrhE2
— Katie Zacharia (@KatieZacharia) October 17, 2026
Trump selbst hatte es vor Reportern kurz zuvor so dargestellt, als hätte er Zacharia nahegelegt, über einen Rücktritt nachzudenken. «Ich habe zu ihr gesagt: Ganz ehrlich, wenn ich du wäre, würde ich es mir noch einmal überlegen. Denk darüber nach, aber ich würde es mir noch einmal überlegen», erzählte er Reportern vor dem Weissen Haus. Ob Zacharia im Amt bleibe, wolle er ihr selbst überlassen. Mehrere US-Medien berichteten dagegen, dass er sie gefeuert habe.
BREAKING: President Trump says he's leaving Katie Zacharia's future as White House press secretary up to her, acknowledging that the media has been "tough" on his newest spokesperson. Zacharia is facing intense scrutiny just days into the job, with questions surrounding her legal credentials and a debut White House briefing that lasted just 14 minutes. Now, Trump is putting the decision about her future in her hands.
— Fox News (@FoxNews) October 16, 2026
Der US-Präsident hatte vor der Presse Zweifel daran geäussert, ob sie für die Aufgabe geeignet sei. «Vielleicht ist das nichts für sie», räumte er ein. Zacharia sei von den Medien sehr schlecht und unfair behandelt worden. Er wolle lediglich, dass sie glücklich sei und sie habe in den vergangenen Tagen sehr gelitten. Er werde ihre Entscheidung unterstützen und wolle bald erneut mit ihr sprechen.
REPORTER: “You’re saying you’re considering a new role for [Katie Zacharia]?” PRESIDENT TRUMP: “I said, 'when I get back, we're going to talk,' because I don't think that Katie should be made to suffer like she's suffering at the hands of the press.” “So I will talk to her as soon as I get back.”
— Fox News (@FoxNews) October 16, 2026
Der TV-Sender CBS News berichtete unter Berufung auf eine mit der Angelegenheit vertrauten Person, dass Zacharia die Woche «ungewöhnlich isoliert» verbracht und nicht als Pressesprecherin fungiert habe. Das Nachrichtenportal «Politico» schrieb, dass sich Trump gegenüber Dritten kritisch über Zacharia geäussert habe. Sie habe kein Talent und gehöre nicht ins Fernsehen, habe der Präsident über seine Sprecherin gesagt. Eine Trump nahestehende Person sagte dem US-Sender CNN, dass Trump Zacharia nicht für den Job geeignet halte. Zugleich schätze er sie als Person, hiess es.
Nervöser erster Auftritt vor der Presse
Zacharia war Nachfolgerin von Karoline Leavitt, die das Amt Ende August verlassen hatte. Trump hatte die Personalie erst am Sonntag öffentlich gemacht. Am Montag, der in den USA der Feiertag Columbus Day war, trat sie den Job an. Am Dienstag gab sie ihre erste Pressekonferenz. Von ihrem ersten Auftritt vor der Presse blieben dann vor allem Versprecher und ein ungewöhnlich schnelles Ende nach nur wenigen Fragen in Erinnerung.
Bei der Ankündigung war Trump noch voll des Lobs für Zacharia: «Ich bin zuversichtlich, dass Katie als neue Pressesprecherin des Weissen Hauses starke Ergebnisse für unser Land erzielen wird», schrieb er.
Die Personalentscheidung kam anscheinend überraschend, wie Zacharia selbst im Interview des rechtskonservativen Senders Real America's Voice schilderte: So habe Trump sie angerufen, worauf sie am Donnerstag losgeflogen sei, um ihn am Freitag zu treffen. Noch am gleichen Tag habe sie das Jobangebot angenommen, sagte sie weiter. Samstag sei sie dann zurück nach Kalifornien geflogen, um ihre Koffer zu packen und am Sonntag zurück in die US-Hauptstadt zu fliegen. «Er bat mich, am Montag im Büro zu sein, und ich erschien am Montag», sagte sie.
Berufliche Qualifikationen wurden infrage gestellt
Ihre beruflichen Qualifikationen hatten eine Debatte ausgelöst und sie selbst massiv unter Druck gebracht. Im Zentrum stand dabei, dass Zacharia sich bei Fernsehauftritten und in sozialen Medien wiederholt als Anwältin («lawyer») bezeichnete.
Die Absolventin einer US-Jurafakultät hatte die Anwaltsprüfung in Kalifornien 2011 nicht bestanden. Zacharia hatte erklärt, ihr sei gesagt worden, sie dürfe sich trotzdem «lawyer» nennen, aber nicht «attorney». Während «attorney» definitiv eine Anwaltszulassung voraussetzt, wird «lawyer» im US-Sprachgebrauch teils auch für Juraabsolventen verwendet, kann aber unter Umständen auch rechtlich problematisch sein. Trump selbst hatte sie bei ihrer Ernennung als «attorney» vorgestellt.
Vor ihren Job als Pressesprecherin des Weissen Hauses arbeitete sie nach Angaben ihres LinkedIn-Profils als Kommunikationsberaterin für die Trump Media & Technology Group, zu der auch die Plattform Truth Social gehört. Zuvor war sie für kurze Zeit stellvertretende Sprecherin des US-Heimatschutzministeriums. Zudem trat sie als Kommentatorin bei Trumps Haussender Fox News und dem ultrakonservativen US-Senders Newsmax auf. (lak/hkl/sda/dpa)
