International
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Police stand guard after a day of riots at the U.S. Capitol in Washington on Wednesday, Jan. 6, 2021. (AP Photo/Julio Cortez)

Nur ein Vorgeschmack: Bereits am 6. Januar zogen bewaffnete Trump-Anhänger vor die Rathäuser wie hier in Salem, Oregon. Bild: keystone

Trump-Anhänger planen bewaffnete Märsche: War der Sturm aufs Kapitol nur ein Vorgeschmack?

Der US-Präsident weist die Verantwortung für den Angriff auf das Parlamentsgebäude zurück - und schürt damit die Angst vor einer Wiederholung.

Renzo Ruf aus Washington / ch media



Donald Trump spielt weiter mit dem Feuer. In seinen ersten öffentlichen Kommentaren seit dem Sturm auf das Kapitol am 6. Januar verteidigte der amerikanische Präsident am Dienstag die Rolle, die er bei den blutigen Protesten gespielt hatte. Den Vorwurf, er habe die Demonstranten aufgewiegelt, wies er zurück.

Menschen, die seine Rede gelesen hätten, hätten gesagt, seine Worte seien «völlig angemessen» gewesen, behauptete er – obwohl er in der 70 Minuten dauernden Rede vor Anhängern («wunderbaren Patrioten») einmal mehr behauptet hatte, er sei in der Präsidentenwahl um seinen Wahlsieg gebracht worden.

«Viele von uns werden am 19. Januar 2021 zurückkehren und unsere Waffen tragen.»

Nachricht auf der Parler-App

Weiter sagte Trump am Dienstag: Das eigentliche Problem stellten diejenigen hochrangigen Politiker dar, die im vergangenen Sommer gewalttätige Proteste in Städten wie Portland (Oregon) oder Seattle (Washington) verteidigt hätten, also Politiker des linken Lagers.

epa08933144 The US national flag is seen flying at half-staff at the US Capitol in Washington, DC, USA, 12 January 2021. At least ten thousand troops of the National Guard will be deployed in Washington by the end of the week, with the possibility of five thousand more, to help secure the Capitol area ahead of more potentially violent unrest in the days leading up to the Inauguration ofUS President-elect Biden. Democrats are attempting to impeach incumbent US President Trump after he incited a mob of his supporters to riot on the US Capitol in an attempt to thwart Congress from certifying Biden's election victory.  EPA/MICHAEL REYNOLDS

Am 12. Januar 2021 wehten die Nationalflaggen am US-Kapitol nur auf Halbmast – in Gedenken an die Toten vom 6. Januar 2021. Bild: keystone

Auch wetterte er gegen führende Technologie-Firmen («Big Tech») und warf den Demokraten vor, sie schürten mit dem neuerlichen Amtsenthebungsverfahren gegen ihn «ausserordentlichen Ärger». Aber natürlich wolle er «keine Gewalt», Gewalt sei nie in Ordnung.

Demos in allen 50 Staaten angekündigt

Solche Worte sind es, die unter Ordnungshütern die Angst wecken, dass sich die Ereignisse vom 6. Januar wiederholen könnten. So warnte die Bundespolizei FBI zu Wochenbeginn davor, dass rechtsextreme Gruppierungen am kommenden Wochenende in den Hauptstädten der 50 US-Bundesstaaten zum Sturm auf Amtsgebäude aufrufen könnten. Auch heisst es in einem Memorandum, aus dem der Fernsehsender ABC zitierte, dass «bewaffnete Gruppen» nach Washington marschieren wollten.

Für den Vorabend der Amtseinführung von Präsident Joe Biden, der seinen Verfassungseid am 20. Januar gegen Mittag ablegen wird, sind Demonstrationen in Washington geplant. «Viele von uns werden am 19. Januar 2021 zurückkehren und unsere Waffen tragen», zitierte die Radiostation NPR eine Message auf dem Kurznachrichtendienst Parler.

Ähnliche Drohungen sprachen vorige Woche Demonstranten im Gespräch vor dem Kapitol aus. So sagte ein uniformierter Mann, der aus Arkansas angereist war: «Das nächste Mal werden wir bewaffnet sein» und sämtliche Abgeordnete, die sich Trump in den Weg stellten, gewaltsam aus dem Parlamentsgebäude entfernen. Der Mann, der seinen Namen nicht sagen wollte, zeigte sich auch ausgesprochen gut informiert über das Gebäude-Wirrwarr auf dem Capitol Hill; so wusste er, welche Gebäude mit dem Kapitol durch unterirdische Tunnels verbunden sind.

epa08933135 Flowers are seen placed on the steps of the US House of Representatives at the East Front of the US Capitol in Washington, DC, USA, 12 January 2021. At least ten thousand troops of the National Guard will be deployed in Washington by the end of the week, with the possibility of five thousand more, to help secure the Capitol area ahead of more potentially violent unrest in the days leading up to the Inauguration ofUS President-elect Biden. Democrats are attempting to impeach incumbent US President Trump after he incited a mob of his supporters to riot on the US Capitol in an attempt to thwart Congress from certifying Biden's election victory.  EPA/MICHAEL REYNOLDS

Niedergelegte Blumen auf den Stufen des Kapitols. Bild: keystone

Selbsternannte «Patrioten» im Unabhängigkeitskampf

Die Warnungen, dass sich der Sturm auf das Kapitol wiederholen könnte, werden in Washington ernst genommen. Der demokratische Abgeordnete Conor Lamb aus Pennsylvania sagte am Dienstag, dass die Sicherheitsbehörden von bis zu 4000 bewaffneten «Patrioten» sprächen, die das Kapitol abriegeln könnten. «Das ist eine organisierte Gruppe, die einen Plan hat», sagte Lamb.

Die Extremisten, die sich als «Patrioten» bezeichneten, seien der Meinung, derzeit stehe eine Wiederholung des Kampfes um die amerikanische Unabhängigkeit an, so wie zuletzt im Jahr 1776. Eric Swalwell, Abgeordneter aus Kalifornien, sagte deshalb: «Unsere Demokratie wird immer noch attackiert.»

Das Sicherheitsministerium gab bekannt, dass die Hauptstadt ab dem Mittwoch grossräumig abgeriegelt wird. Unter dem Kommando des Secret Service, der unter anderem für die Bewachung des designierten Präsidenten Joe Biden zuständig ist, werden Tausende von Sicherheitskräften für Ruhe und Ordnung sorgen. So könnten bis zu 15'000 Mitglieder der Nationalgarde aufgeboten werden, gab der zuständige General Daniel Hokanson bekannt. (bzbasel.ch)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Trump-Anhänger stürmen Kapitol

Arena: Marco Chiesa über Kapitol-Stürmung

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Skifahrer stürmen die Skigebiete

Grosser Andrang in den Skigebieten - und grosse Unterschiede: In Graubünden bleiben Terrassen offen. Im Kanton Luzern bleiben schwarze Pisten, Schlittelwege und Terrassen geschlossen.

Ein perfekter Skitag steht an: Neuschnee und am Samstag Sonne über dem Hochnebel: «Wir erwarten viele Gäste», sagt René Koller, Direktor der Bergbahnen in Sörenberg LU. Er geht davon aus, dass zum ersten Mal die Kapazitätsbeschränkung von 5500 Skifahren erreicht wird. Sollten Gäste abgewiesen werden müssen, werde dies auf der Webseite bekannt gegeben.

Luzern hat striktere Auflagen als andere Kantone. In Sörenberg bleiben die schwarzen Pisten am Rothorn geschlossen. Das gleiche gilt für die …

Artikel lesen
Link zum Artikel