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Daphne Caruana Galizia: Recherchen führten in die Schweiz

Recherchen der ermordeten maltesischen Journalistin Caruana Galizia führten in die Schweiz

23.04.2018, 21:4724.04.2018, 06:41

Am 16. Oktober 2017 wurde die maltesische Journalistin Daphne Caruana Galizia durch eine Autobombe getötet. Seither hat sich eine Gruppe von 18 internationalen Medien zum «Daphne-Projekt» zusammengetan, um die Arbeit von Caruana Galizia fortzusetzen. Dazu gehört unter anderem auch der Tages-Anzeiger. 

epa06269829 A handout photo dated 28 January 2011 and made available by the Malta Independent newspaper on 16 October 2017, showing Daphne Caruana Galizia, a prominent blogger in Malta who had accused ...
Daphne Caruana Galizia.Bild: EPA/THE MALTA INDEPENDENT

Am Montagabend berichtet die Zeitung, die Recherchen der maltesischen Journalistin hätten auch in die Schweiz geführt. Demnach legte sich Caruana Galizia mehrere Male mit der Pilatus-Bank an. Einer Privatbank mit nur gerade 130 Kunden. 

Caruana Galizia nahm ihre Recherchen auf, nachdem die Panama Papers gezeigt hatten, dass der maltesische Premierminister Konten bei der Pilatus-Bank hatte.  

Die maltesische Journalistin recherchierte wohl nicht ohne Grund, wurde doch vor wenigen Wochen der Gründer der Bank in den USA verhaftet. Es handelt sich hierbei um den Iraner Ali Sadr, er sitzt wegen Verdachts auf Geldwäsche und Sanktionsbruch in Untersuchungshaft. Die Gelder der Pilatus Bank wurden mittlerweile eingefroren.

Wie Recherchen des «Daphne-Projekts» ergeben haben, hat die Pilatus-Bank Schweizer Wurzeln. In einem internen Papier heisst es der Name sei vom Berg Pilatus abgeleitet. «Einem 2128 Meter hohen Gipfel mit Aussicht auf die Stadt Luzern.» Die Pilatus-Bank ist demnach direkt aus einer Schweizer Verwaltungsfirma entstanden. 

Sadr, der noch mindestens zwei weitere Firmen in der Schweiz hatte, gründete die Bank jedoch nicht hierzulande, sondern in Malta. Ob der Iraner sich in der Schweiz um eine Bankenlizenz bemüht hatte, will die Finanzmarktaufsicht Finma derzeit nicht bekannt geben. 

Die maltesische Anti-Korruptions-Einheit hatte sich im März 2016 die Pilatus-Bank bereits einmal vorgenommen. Das vernichtende Verdikt: «Es scheint, dass die Bank nachlässig in der Umsetzung der Massnahmen zur Bekämpfung von Geldwäsche und Terrorismusfinanzierung ist.»

Wie die Recherchen weiter zeigen, führen mehrere Personen der aserbaidschanischen Herrscher-Elite Konten bei der Pilatus-Bank. Der aserbeidschanischen Regierung werden Korruption, Menschenrechtsverletzungen und Wahlfälschung vorgeworfen. (cma)

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