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Neue Erkenntnisse im Mord an maltesischer Journalistin – Bombe wurde mit Handy gezündet



Die Bombe, mit der die maltesische Journalistin Daphne Caruana Galizia getötet wurde, ist nach Informationen der Nachrichtenagentur DPA anscheinend mit einem Handy gezündet worden. Wer hinter dem Attentat auf die 53-Jährige steckt, ist immer noch unklar.

Die Schäden an dem Auto, mit dem Caruana Galizia am Montag unweit ihres Zuhauses in Bidnija unterwegs war, deuteten auf die Verwendung von einem halben Kilogramm Sprengstoff hin, hiess es am Donnerstag aus Ermittlerkreisen.

Caruana Galizia hatte immer wieder mit Enthüllungen rund um Geldwäsche und Steuerhinterziehung auf ihrem Blog Aufsehen erregt. Der Mord hatte europaweit für Entsetzen gesorgt. EU-Politiker und Journalistenverbände verlangten lückenlose Aufklärung.

Söhne gegen Muscat

Die Söhne von Caruana Galizia forderten Regierungschef Joseph Muscat derweil zum Rücktritt auf. Sie lehnten am Donnerstag zudem einen Vorschlag Muscats ab, mit einer hohen Belohnung die Fahndung nach den mutmasslichen Attentätern zu forcieren. Am Mittwoch hatte der Sozialdemokrat im Parlament vorgeschlagen, eine «substanzielle und beispiellose Belohnung» aussetzen zu lassen, um die Mörder Caruana Galizias zu finden.

Nach Angaben der drei Söhne sind rund eine Million Euro im Gespräch. Allerdings zeigten sich die Söhne «nicht an einer strafrechtlichen Verurteilung interessiert», die nur denen in der Regierung nutze, die von dem «Mord an unserer Mutter profitieren» und die dann sagen wollten, «der Gerechtigkeit wurde Genüge getan».

Der Regierungschef habe sie um Zustimmung zu der Auslobung der Belohnung gebeten, sagten die Söhne der 53-Jährigen. «So kann er sie bekommen: Zeigen Sie politische Verantwortung und treten Sie zurück.» Und vor einem Rücktritt könne Muscat noch dafür sorgen, dass der Polizeichef und der Generalstaatsanwalt durch furchtlose Beamte ersetzt würden, die gegen «ihn und diejenigen, die er deckt», ermittelten.

Sie warfen Muscat vor, ihre Mutter «finanziell kaputt gemacht und so brutal und wirksam entmenschlicht» zu haben, dass sie sich nicht mehr sicher gefühlt habe.

«Grösste Gegnerin»

Tatsächlich hatte Muscat die Journalistin erst jüngst in der italienischen Zeitung «Repubblica» erneut als seine «grösste Gegnerin» bezeichnet. Sie hatte Mitarbeitern Muscats unter anderem vorgeworfen, Offshore-Firmen in Panama zu haben. Auch schrieb sie, eine in den «Panama Papers» erwähnte Firma gehöre Muscats Frau. Muscat wies dies stets zurück.

Zuletzt zielten Caruana Galizias Recherchen aber auch auf den Oppositionsführer Adrian Delia von der konservativ-christlichen Partei Partit Nazzjonalista. Sie warf ihm unter anderem vor, mit einem verurteilten Drogendealer befreundet zu sein. (sda/dpa)

Aktuelle Polizeibilder: 

Umständliche Bombenentschärfungen in Deutschland

Video: srf/SDA SRF

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