Interview
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Former German foreign minister Joschka Fischer gestures during an interview with Reuters in Berlin October 13, 2014. Six years ago European leaders gathered in Paris to discuss a joint response to the financial earthquake that was shaking their continent. France and several other states pushed for the creation of a European fund to help the bloc cope. But Germany's Angela Merkel ruled out a common approach, insisting instead that each country come up with its own plan to combat what would turn out to be the worst financial crisis since the Great Depression. In his new book

Joschka Fischer: «Man hat gedacht, uns geht es gut, Europa ist friedlich, doch die Welt ist nicht so.»
Bild: HANNIBAL HANSCHKE/REUTERS

Interview

Joschka Fischer: «Die Schweiz gehört zu Europa, sie wird der EU nicht entkommen»

Der deutsche Ex-Aussenminister Joschka Fischer ist überzeugt, dass die EU die aktuellen Krisen nicht nur meistern, sondern gestärkt daraus hervorgehen wird. Den Schweizer Sonderweg beurteilt er kritisch. Begegnung mit einem Politiker von Format.



Sein letzter Marathonlauf dürfte einige Zeit her sein. Joschka Fischer ist nicht mehr so rank und schlank wie in seinen Anfängen als deutscher Aussenminister von 1998 bis 2005. Der 67-jährige Grünen-Politiker hat wieder die rundliche Form von einst. Doch nicht nur er selber, auch sein Wort hat Gewicht. Das konnte man am Montag in Zürich erleben, als er vor der Handelskammer Deutschland Schweiz einen Vortrag hielt zum Thema «Scheitert die EU? Scheitert Europa?» Im Anschluss konnten wir ihm einige Fragen stellen.

Die Anschläge von Paris werden als «Europas 11. September» bezeichnet. Was halten Sie davon?
Joschka Fischer:
Es gibt Ähnlichkeiten, wobei solche Vergleiche immer auch hinken. Von der Qualität her war das ein gewaltiges Verbrechen, das einer entsprechenden Reaktion bedarf. Man darf nur die Fehler nicht wiederholen, die die USA nach 9/11 gemacht haben.

«Ist es ein fatales Signal, wenn man eine humanitäre Krise abwendet? Das ist grotesk.»

Joschka Fischer

Europa hat in den 25 Jahren seit dem Kalten Krieg in einer gewissen Selbstgefälligkeit gelebt. War das nun das böse Erwachen?
Es war eine Illusion. Man hat gedacht, uns geht es gut, Europa ist friedlich, doch die Welt ist nicht so. Wer sich damit beschäftigte und viel herumkam, wusste das. Die Mehrheit aber hat sich nicht entsprechend verhalten, und die Regierungen sind dieser Mehrheit gefolgt. Das muss sich ändern.

Man hat zu lange die Friedensdividende genossen?
Sie ist verbraucht.

Anschlagsserie erschüttert Paris

Was halten Sie von den Forderungen nach einer «Festung Europa»?
Wer ein wenig die Militärgeschichte kennt, weiss, dass Festungsdenken nicht gerade von Erfolg gekrönt ist. Es braucht eine selbstbewusste, demokratisch kontrollierte Sicherheitsstruktur und eine gemeinsame Kontrolle der Aussengrenzen, aber keine Festung.

Fischer ist ein Phänomen. Er hat es vom Frankfurter Strassenkämpfer ohne Berufs- oder Studienabschluss zu einem Politiker von Weltformat gebracht. Seine Fähigkeit, komplexe Zusammenhänge in einer einfachen und prägnanten Sprache auf den Punkt zu bringen, beeindruckt das Publikum in Zürich. Für den eingefleischten Europäer ist die EU keineswegs gescheitert: «Am Ende der aktuellen Krisen werden wir es mit einem stärkeren Europa zu tun haben.»

Der Euro und Schengen/Dublin haben sich als Schönwetter-Konstrukte entpuppt.
Das muss man so sagen, und das muss anders werden.

Wie soll sich das künftige Europa konstituieren?
Im Kern wird die Eurozone stehen, sie muss die politische Integration voranbringen. Darüber hinaus werden die sicherheitspolitischen Krisen zu einer verstärkten militärischen und polizeilichen Zusammenarbeit führen, was auch gut und richtig ist. Die Krise des Asylsystems wird ein neues System mit gemeinsamem Schutz der Aussengrenzen notwendig machen. Das kann man nicht einfach an die Länder delegieren, die das Pech haben, dort zu leben. Hinzu kommt aus meiner Sicht ein gemeinsames System des Aufnehmens und Verteilens. All das muss und wird kommen.

German Foreign Minister Joschka Fischer,  left, talks with Chancellor Gerhard Schroeder, right, on the government bench during the debate on the European policy in Berlin Parliament Thursday, October 28, 1999. The Parliament discuss the results of the last EU-Summit in Tampere, Finland. (AP Photo/Roberto Pfeil)

Aussenminister Fischer und Bundeskanzler Gerhard Schröder während einer Bundestagsdebatte 1999.
Bild: AP

Sie wollen ein Europa, das vorwärts geht. Braucht Europa nicht gleichzeitig mehr und weniger Integration?
Das ist eine alte Debatte, sie dreht sich darum, dass man mehr zu Hause entscheiden kann. Meine These lautet: So lange das entscheidende Instrument der Integration der gemeinsame Markt ist, wird das mit der Subsidiarität nichts werden. Erst wenn wir eine politische Integration haben, würde sie zum Tragen kommen. Dann können Entscheidungen mehr zu Hause stattfinden.

Eine Rückkehr zu einem Europa der Nationalstaaten ist für Joschka Fischer keine Lösung. Deren Einfluss sei in der globalisierten Welt des 21. Jahrhunderts beschränkt. «War es eine souveräne Entscheidung der Schweiz, das Bankgeheimnis aufzugeben?» stellt er eine «ketzerische» Frage. «Sie kennen den autonomen Nachvollzug, wir nicht. Wir wollen ihn auch nicht kennenlernen», verschiesst er einen weiteren Giftpfeil an die Adresse der Schweiz.

Die «Willkommenskultur» von Bundeskanzlerin Angela Merkel ist stark in die Kritik geraten ...
… was heisst geraten? Sie war von Anfang an in der Kritik. Zugleich war sie das Richtige. Sehr viele Menschen haben sich dafür engagiert. Gleichzeitig gab es von weit rechts diese üblen Angriffe auf Flüchtlinge und Unterkünfte. Ich finde, Deutschland tut das Richtige, das Land verhält sich grossartig und verdient jede Unterstützung.

Es heisst aber, Merkel habe das falsche Signal ausgesandt. Nun kämen die Flüchtlinge von überall, sogar aus Afrika.
(genervt) Die kamen vorher! Es war doch nicht die Angela Merkel! Ist es ein fatales Signal, wenn man eine humanitäre Krise abwendet? Das ist grotesk.

Tausende unregistrierte Flüchtlinge in Deutschland sind kein Risiko?
Bitte warum? Das grösste Risiko sind nicht die Flüchtlinge, sondern die in Europa lebenden Staatsbürger, die sich dem «IS» angeschlossen haben.

abspielen

Joschka Fischer am Montag in Zürich: «Das alte Flüchtlingssystem in Europa war auf einer Lüge aufgebaut.»
YouTube/awp Finanznachrichten AG

Es besteht aber die Gefahr einer Radikalisierung, wenn die Integration der Flüchtlinge misslingt.
Man kann sie doch integrieren.

Auch wenn eine Million oder mehr nach Deutschland kommen?
Da bin ich vollkommen zuversichtlich, wenn man sich die demografische Entwicklung in Europa anschaut. Wobei ich die in der Schweiz nicht kenne.

Wir profitieren von der Personenfreizügigkeit.
Ihr profitiert von ihr und wehrt euch gleichzeitig dagegen. So trägt jeder seine eigene Schizophrenie mit sich herum.

«Wenn man Frieden in Syrien will, wird das mit dem ‹Islamischen Staat› nicht gehen.»

Joschka Fischer

In der Flüchtlingskrise stellt sich Fischer bedingungslos hinter Angela Merkel, auch aus eigener Betroffenheit: «Ich bin selber ein Flüchtlingskind!» Fischers Eltern gehörten der deutschsprachigen Minderheit in Ungarn an, nach dem Zweiten Weltkrieg wurden sie in den Westen vertrieben. Hier wurde Joseph Martin, genannt Joschka, 1948 geboren. Für die Bedenken Osteuropas gegenüber den Flüchtlingen hat er Verständnis, nicht aber für den ungarischen Regierungschef Viktor Orban, der von der Weltwoche zum «Verteidiger Europas» hochgejubelt wurde.

Fischer verhehlt nicht, wie sehr ihn Orbans nationalkonservative Abschottungspolitik anwidert. Die Ursachen für den grossen Flüchtlingsandrang ortet er auch in Europa: «Deutschland hat die Mittel für den UNO-Flüchtlingshochkommissar gekürzt. Dieser hat im Gegenzug die Leistungen für die syrischen Flüchtlinge gekürzt. Da muss man sich nicht wundern, wenn sie sich auf den Weg zu uns machen.» In der Terrorwelle des «Islamischen Staats» ortet er die grosse Chance, dass sich die verschiedenen Player zusammenraufen: «Der Krieg in Syrien muss beendet werden.»

Kann es eine Lösung ohne Baschar Assad geben?
Mit Assad wird es keine Lösung geben. Die Frage lautet, ob man einen Kompromiss erreichen kann, der das Regime Assad überführt in eine Regierung der nationalen Einheit. Die Kräfte, die das Regime gestützt haben, müssen darin berücksichtigt werden. Aber genauso wichtig wird es sein, die Opposition einzubinden. Das ist alles andere als einfach. Im Libanon dauerte der Bürgerkrieg 13 Jahre, ehe ein Abkommen geschlossen werden konnte.

Wichtige Player wie Russland, die Türkei, Iran, Saudi-Arabien verfolgen aber ihre eigenen Interessen.
Umso wichtiger ist es, eine gemeinsame Plattform zu schaffen. Wenn es gelingt, im UNO-Sicherheitsrat eine Kapitel-VII-Resolution (die den Einsatz gewaltsamer Mittel ermöglicht, Anm. der Redaktion) zu erarbeiten, zu der auch der diplomatische Lösungsprozess gehört, dann könnte ich mir vorstellen, dass es voran geht.

Eine militärische Option ist notwendig?
Wenn man Frieden in Syrien will, wird das mit dem «Islamischen Staat» nicht gehen.

«Ich bitte Sie flehentlich, glauben Sie den Sirenenklängen von alt gewordenen Sirenen nicht!»

Joschka Fischer

Deutschland tut sich schwer mit dem Einsatz von militärischen Mitteln. Muss das Land Abschied nehmen von der Idee, eine «grosse Schweiz» zu sein?
Das liegt weniger an der «grossen Schweiz» als an der deutschen Geschichte. Die Deutschen sind in der Mehrheit skeptisch gegenüber Militäraktionen. Ich finde das auch nicht besorgniserregend, sondern eher eine Selbstverständlichkeit. Man kann sie aber überzeugen und muss das auch.

In Ihrer Zeit als Aussenminister haben Sie das vorgemacht, im Kosovo-Krieg und beim Afghanistan-Einsatz der Bundeswehr.
Es bedarf der mutigen Führung durch die Regierung.

Der Schweiz widmet sich Joschka Fischer in Zürich ausführlich, er bezeichnet sich als Freund unseres Landes, würdigt seine Leistungen für Europa, etwa den Bau der Alpentunnels, und sieht es gar als Vorbild für Europa: «Die Schweiz hat bewiesen, dass kulturell unterschiedliche Identitäten erfolgreich zusammenleben können.» Dies sei eine grossartige Leistung. Umso mehr wundert er sich, «dass Europa von der Schweiz als Bedrohung empfunden wird».

LUX09-19990621-LUXEMBOURG, LUXEMBOURG: EU Foreign Ministers Council President Joschka Fischer (R) toasts with Swiss Federal Economy Minister Pascal Couchepin (C) and Swiss Federal Foreign Minister Joseph Deiss (L)  after the two sides signed an agreement in Luxembourg on Monday, 21 June 1999.        EPA PHOTO        EPA/ATTILA SEREN/AS/kr

Als damaliger EU-Ratspräsident feierte Fischer 1999 mit den Bundesräten Joseph Deiss und Pascal Couchepin die Unterzeichnung der Bilateralen I.
Bild: EPA

Für einen EU-Beitritt der Schweiz plädiert er nicht: «Wir haben genug Euroskeptiker in der EU.» Dennoch lässt er im Vortrag und im Interview durchblicken, dass der Sonderweg der Schweiz für ihn ein Auslaufmodell ist: «Die Zukunft der Währungsunion beeinflusst das Schicksal der Schweiz entscheidend.» Eine Mehrheit der Bevölkerung spüre, dass es für sie von Bedeutung sei, was die EU tue, ist Fischer überzeugt.

Könnten in einem neuen Europa neue Möglichkeiten für die Schweiz entstehen?
Die Schweiz gehört zu Europa, sie wird der EU nicht entkommen. Die Frage lautet, wie schwer es sich die Schweizer machen wollen. Wie können sie ihr Verhältnis zu dieser grossen EU regeln, dass es im gegenseitigen Interesse liegt? Mit Pragmatismus und einem gewissen Vertrauensverhältnis ist alles regelbar, so lange die Schweiz nicht die Vorstellung hat, man müsse eine grosse Krise mit der EU herbeiführen, indem man an deren Grundfreiheiten rüttelt.

Ein Nachgeben der EU bei der Personenfreizügigkeit ist undenkbar?
Das ist völlig illusorisch. Wer das behauptet, hat von der EU wirklich keine Ahnung.

Seinen letzten Seitenhieb richtet der Ex-Aussenminister gegen SVP-Vordenker Christoph Blocher, der letzte Woche in der NZZ behauptet hat, er wisse, dass «die EU die Wirtschaftsverträge mit der Schweiz nicht fallen lässt, wenn wir die Personenfreizügigkeit aufgeben». Fischers Antwort: «Ich bitte Sie flehentlich, glauben Sie den Sirenenklängen von alt gewordenen Sirenen nicht!» Dies könnte zu einem bitteren Erwachen führen. «Auch wenn manche in der Schweiz dies glauben: Der Schwanz wackelt nicht mit dem Hund.» Anders gesagt: Die Schweiz kann nicht der EU den Tarif diktieren.

Hat der bilaterale Weg eine Zukunft?
Auf mittlere Sicht nicht mehr, er ist viel zu kompliziert. Ein EWR-Beitritt wäre das Vernünftigste gewesen. Aber das ist keine Option mehr.

Chronologie Einwanderungs-Initiative

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    Alle Leser-Kommentare
  • redeye70 01.08.2016 09:26
    Highlight Highlight Wenn die EU mehr direkte Demokratie einführt und das Konstrukt somit auch von den Völkern mitgetragen wird, dann werde ich bereit sein beizutreten. JF sollte sich für die drängenden Reformen einsetzen, soll die jetzige EU eine Zukunft haben.

    Ich bleibe dabei, die Annahme der MEI war ein grosser Fehler. Schwarmintelligenz funktioniert nicht immer. Wir müssen wieder zurück zum Pragmatismus. Bei der derzeitig aufgeheizten Stimmung wohl Wunschdenken.
  • Str ant (Darkling) 28.06.2016 11:32
    Highlight Highlight Es braucht dringendst Reformen in der EU da hat der gute Mann absolut Recht

    Nummer Eins auf der Agenda grundlegender Umbau hin zu einem tatsächlich demokratischen Aufbau der EU bei gleichzeitigem massivem Abbau der Bürokratie!

    Der bürokratische Diktator der die EU heutzutage ist, ist nicht zukunftstauglich das haben die letzen Krisen bewiesen.

    Island ist nur deshalb heute wieder stabil weil sie nicht gemacht haben was die Eurokraten erzwingen wollten und haben anders als Griechenland ihr Land gerettet und nicht kaputt gespart.
    Nicht Griechenland sondern Banken wurden gerettet

  • Don Alejandro 07.01.2016 07:53
    Highlight Highlight Es braucht eine starke EU gerade im Kontext um vitale Interessen gegenüber den grossen Playern (USA, China, RUS etc.) zu wahren. Wie kleinkariert, naiv und schlicht dumm von vielen Schweizern zu glauben, wir seien das Zentrum der Welt und Hort der Glückselig- und Sicherheit.
  • Emperor 11.12.2015 02:07
    Highlight Highlight Auch wenn ich JF und seinen Werdegang durchaus sehr kritisch sehe muss ich sagen in diesem Interview zeigt er Qualität und pragmatischen Realismus auch wenns den vielen aufgeregten Kommentatoren hier nicht passt. Die meisten Antworten zeigen sehr wahrscheinliche Szenarien auf, die einzige Frage ist, wie lange es geht bis sie eintreffen.
  • Angelina Gerber 27.11.2015 17:53
    Highlight Highlight Ich hoffe wir CH kommen NIE in die EU. Die EU braucht uns nur fürs helfen Zahlen, dabei bekommt ihr schon genug Geld von uns CH. Die EU hat doch keine Zukunft.
  • Charles-Louis Joris 26.11.2015 17:24
    Highlight Highlight Als zweites spricht Joschka Fischer im Hinblick auf die Schweiz die auch innerhalb der EU zu Verbitterung und AfD-Schalmeien geführt habende Personenfreizügigkeit an, ohne deren gewaltigen rassistisch motivierten Missbrauch durch diverse Ost-EU-Staaten anzusprechen. Unbequeme Roma-Minderheiten werden v.a. durch Ungarn, Slowakei, Rumänien und Bulgarien +/- systematisch Richtung Westen raus geekelt. Die werden dann im Westen meist in Problemvierteln und herunter komenden Ghettos "deponiert", Dünger und Futter zugleich für Nazis.

    Auch hier besteht ein sehr dringender Reformbedarf.
  • Charles-Louis Joris 26.11.2015 17:18
    Highlight Highlight Ein durchzogenes Interview.
    In vielem stimmt die Analyse; und auch seinem Optimismus eines später gestärkten Europa stimm ich zu. Gerade was das Schönwetterkonstrukt angeht, hat er recht, wobei vor allem die mit den EU-Grenzen nicht übereinstimmende Währungseinheit Euro ein solches ist.
    Leider spricht er des letzteren Reformbedarf gar nicht an - und der ist gewaltig (weg vom reinen Monetarismus zu einer EU-solidarischen Realwirschafts-Währung).
  • Realtalk 26.11.2015 15:03
    Highlight Highlight Hätten Sie Joschka Fischer mal gefragt, was er jeweils in Liechtenstein gemacht hat...der war nicht da um Politik zubetrieben.
    • Charles-Louis Joris 26.11.2015 17:25
      Highlight Highlight Sie wissen es ja anscheinend.
      Was hat er gemacht?
  • imo 26.11.2015 12:16
    Highlight Highlight Martin Schulz, EU-Parlamentspräsident, zum Demokratiedefizit der EU:

    "Wäre die EU ein Staat, der die Aufnahme in die EU beantragen würde, müsste der Antrag zurückgewiesen werden - aus Mangel an demokratischer Substanz."

    Gott sei Dank sind wir nicht in der EU!
    • SaveThisPlanet 27.11.2015 00:18
      Highlight Highlight schön das sie einen der glühendsten proeuropäer aller zeiten zitieren. Eine demokratische EU, ein vereinter bundesstaat
  • manhunt 26.11.2015 10:06
    Highlight Highlight «Die Schweiz hat bewiesen, dass kulturell unterschiedliche Identitäten erfolgreich zusammenleben können.» das war, bzw. ist nur möglich, weil die schweiz entsprechend gegliedert ist. solange die eu von einem abgehoben und fernab jeglicher realitäten politisierendem moloch in brüssel gelenkt wird, wird sich kaum etwas, und schon gar nichts zu besseren wenden. und von einer "union" ist die eu momentan weiter entfernt denn je. denn uneinigkeit herrscht bei praktisch allen herausforderungen, welcher sich die eu heute stellen sollte. darum herr fischer: träumen sie ruhig weiter. gute nacht.
    • Amadeus 26.11.2015 12:24
      Highlight Highlight Einverstanden, die EU hat einige Schwierigkeiten zu bewältigen (Euro, Flüchtlingspolitik, Ausgleichszahlungen...). Man wird sehen, wohin sie sich entwickelt.

      Aber, die EU ist erst 22 Jahre alt, da hatte die Schweiz doch einiges mehr an Zeit, sich politisch zu finden. Zudem, auch wir in der Schweiz beklagen uns über "diä z'Bern obe" oder die "Classe politique". Und auch in der Schweiz gibt es Uneinigkeiten: Stadt-Land-Differenzen, Röstigraben, NFA.

      Meiner Meinung nach müssen wir uns nicht aufregen. Wir sind nicht in der EU. Also bleiben wir doch gelassen.
  • Michael L. 25.11.2015 20:24
    Highlight Highlight "...sie wird der EU nicht entkommen": Challenge accepted! 😏
  • alingher 25.11.2015 18:18
    Highlight Highlight Ja, wir hätten uns so unendlich viel Ärger und Leerlauf sparen können, wenn wir 92 einfach den EWR angenommen hätten. Kaum zu glauben, dass dies heute nicht auf die SVP zurückfällt...
    • Amboss 25.11.2015 22:02
      Highlight Highlight Meinen sie das Ernst?
      Überlegen sie doch mal. Könnte es uns gehen? Naja viel Luft ist da nicht nach oben... Aber nach unten schon.

      Oder wie sieht es nach ihrer Ansicht in der Schweiz im Jahr 2015 aus, wenn wir dem EWR zugestimmt hätten?
    • Oberon 25.11.2015 22:35
      Highlight Highlight @Amboss
      Die Leute werden es erst glauben wenn sie selber auf der Strasse stehen.
    • Amboss 26.11.2015 08:23
      Highlight Highlight @Oberon:
      Und wann wird das der Fall sein? Die EWR-Abstimmung ist bald 25 Jahre her... Die Auswirkungen sollten also langsam mal eintreffen...
    Weitere Antworten anzeigen
  • argovie 25.11.2015 17:25
    Highlight Highlight Denkt mal nach:“die schweiz muss erkennen, dass der schwanz nicht mit dem hund wackelt sondern genau umgekehrt“! wo er recht hat, da hat er recht der herr fischer...
    • Jol Bear 25.11.2015 21:29
      Highlight Highlight Ja, das müssen beispielsweise allmählich auch die Leute im Osten der Ukraine akzeptieren, der Kleinere ist dem Grösseren ausgeliefert, wenn dieser will (?!). Allerdings scheint Fischer doch etwas unflexibel. Die Forderungen Englands oder die Tendenzen in Osteuropa können innerhalb der EU kaum vollständig ignoriert werden, ohne das ganze Konstrukt zu gefährden. Ohne beidseitige Kompromissfähigkeit sieht es düster aus.
  • Amadeus 25.11.2015 17:15
    Highlight Highlight Man muss nicht für die EU sein und Herrn Fischer muss man auch nicht gut finden. Dennoch bin ich immer aufs Neue überrascht, wie das Reizwort "EU" sofort zu einem schrillen Aufschrei und verbaler Verteidigung des Schweizer Heimatlandes führt. Die Empörungs-Bewirtschaften scheint recht zuverlässig zu funktionieren. Und natürlich kennen alle Sofa-Experten die EU und die politischen Mechanismen besser als Herr Fischer.

    Ich wünschte mir eine sachliche und weniger aufgeregte Diskussion.
    • Triesen 26.11.2015 00:09
      Highlight Highlight Ein frommer Wunsch, doch grau ist alle Theorie. Die Stimmung ist für eine vernünftige längst zu sehr angeheizt worden von "der Volkspartei", wie sie sich selber bezeichnet. Da ist kein Platz mehr für andere Meinungen.
    • Realtalk 26.11.2015 15:06
      Highlight Highlight Wollen Sie mir bitte mal erklären was an der EU denn gut sein soll? Aus meiner Warte kann ich, sowie viele andere aus ihrer, nichts positives sehen. Deshalb wohl immer die Aufregung.
  • Zeit_Genosse 25.11.2015 17:15
    Highlight Highlight Gutes Interview, geschickte Fragen und auch erwartungsgemäss pointierte Antworten.

    Ich finde es gut wenn wir öfters die Aussensicht zur Schweiz beiziehen und nicht nur aus unseren ängstlichen Reflexen heraus die Welt verstehen wollen. Es ist ja nur ein Dialog und eine gegenseitige Einschätzung. Das soll man nicht gleich als Einmischung oder Drohung werten, sondern als Zuneigung und Interesse an uns. Die EU steht der Schweiz ja freundlich gegenüber und hat als junge Union genügend Probleme. Sie kommt mit dem "Sonderfall" Schweiz besser klar als umgekehrt. Das Verhältnis ist entspannt.
  • MHS 25.11.2015 17:11
    Highlight Highlight Man kann JF zu aktuellen Themen intervieven. Er war ja mal Aussenminister. Man könnte aber auch seinen Werdegang beleuchten, vom Turnschuh-tragenden Pazifisten zum Dreiteiler-tragenden Kriegshetzer. Was man allerdings nicht sollte ist Ihn als relevant betrachten. Joschka Fischer ist ein Opportunist, er hat in seiner politischen Karriere alles verraten woran seine Wähler geglaubt haben. Wirklich interessant sind die Hintergründe der Leute die Ihn gebeten haben in der Schweiz eine Rede zu halten.
    • R&B 25.11.2015 18:40
      Highlight Highlight Was hat er verraten? Warum ist er ein Opportunist? Er wird und wurde damals als Aussenminister geschätzt, weil er die Situationen richtig eingeschätzt und klug gehandelt hat.
    • Triesen 25.11.2015 18:47
      Highlight Highlight Soviel ich mich erinnern kann, hat der "Kriegshetzer" den Amerikanern wegen des Irak den Kopf gewaschen und ist nicht auf den PR-Trick "Massenvernichtungs-Waffen" reingefallen...
    • R&B 26.11.2015 11:45
      Highlight Highlight @MHS: immer noch keine Antwort?
  • Tom Garret 25.11.2015 16:45
    Highlight Highlight «Ich bitte Sie flehentlich, glauben Sie den Sirenenklängen von alt gewordenen Sirenen nicht!»
    sagt ein 68 Jähriger über einen 75 Jährigen der uns im interview mehrfach angst machen will was passiert falls wir nicht der EU beitreten...
    • The Box 25.11.2015 20:39
      Highlight Highlight Made my day!
    • _kokolorix 25.11.2015 21:41
      Highlight Highlight während fischers aussagen nachweislich der europäischen realität entsprechen, sind blochers verschiedene Behauptungen reines wunschdenken eines realitätsfremden alten mannes. mit welchem für europa wesentlichen politiker verkehrt wohl christoph blocher?
  • R&B 25.11.2015 16:35
    Highlight Highlight Ab 18 Uhr gibt es dann kaum noch Anti-EU- oder Pro-SVP-Kommentare mehr. Auch die üblichen 40 Blitze gegen aufgeschlossene Meinungen (=für SVP nicht genehme Meinungen) werden dann nicht mehr gesetzt. Ausser die PR-Agenturen arbeiten heute länger als bis 18 Uhr. 😂
    • cbaumgartner 25.11.2015 19:20
      Highlight Highlight Ab 18:00 Uhr sitzen die ganzen SVPler dann beim Bier am Stammtisch und denken sich neue Anti-EU Parolen aus...

      Das könnte man zumindest meinen wenn man die contra EU Argumente ansieht, wirklich geistreich sind die nämlich selten...
    • R&B 26.11.2015 10:49
      Highlight Highlight SVP-Wähler lesen kein Watson noch haben diese ein solch gutes politisches Wissen oder können manipulativ schreiben. NICE TRY 😂😂😂
  • Skianto 25.11.2015 16:20
    Highlight Highlight Seine verlorene Polizeiakte ist aufgetaucht.
  • tinmar 25.11.2015 15:27
    Highlight Highlight ... diese schrille Empörung, wenn man die kleine Schweiz daran erinnert, dass sie eben: Klein ist
    • bendr 25.11.2015 20:49
      Highlight Highlight Liechtenstein hat weil es eben klein ist eine Sonderregelung bei der Personenfreizügigkeit. Der "grossen" Schweiz möchte man dies aber verwehren.
    • satyros 26.11.2015 10:24
      Highlight Highlight Vielleicht kann man einen "Staat" mit 35'000 Einwohnern auch einfach nicht mit der Schweiz vergleichen.
  • Shabina 25.11.2015 15:23
    Highlight Highlight Herr Fischer, vertreten Sie hier die Meinung, der Stärkere dürfe über den Schwächeren bestimmen? Oder wie ist das zu verstehen, dass wir der EU nicht entkommen? Jagt man uns? Wird man uns erpressen? Ja sogar zwingen? Bei uns entscheidet das Volk, nicht der Politiker.
    Klar das Sie das nicht verstehen. Ihr (Deutschland) haltet euch ja nicht mal an die einfachsten Verträge. Schengen wurde durch Frau Merkel einseitig gebrochen, nicht mal die eigenen Reihen (EU) wurden gefragt. Das ist Verrat! Ist das Ihre Vorstellung von "Partnerschaft"? Warum noch Verträge mit der EU abschliessen?
    • satyros 26.11.2015 10:27
      Highlight Highlight Er sagt nicht, dass der Stärkere über den Schwächeren bestimmen soll. Er sagt nur, dass es nicht passieren wird, dass der Schwächere über den Stärkeren bestimmt.
      Es ist doch so: Die Schweiz und die Mitgliedsstaaten der EU haben zusammen Verträge abgeschlossen. Die Schweiz möchte sich nun nicht mehr an diese Verträge halten. Es gibt nun zwei Alternativen. Entweder die Verträge werden einfach gekündigt oder neu ausgehandelt. Wer dabei die besseren Karten hat, dürfte klar sein.
    • Shabina 26.11.2015 11:24
      Highlight Highlight @satyros
      1. Wir wollen ja nicht über die EU bestimmen, sondern nur über uns!
      2. Es gibt noch eine dritte Variante, nämlich so wie es die EU macht: Sich einfach nicht an die Verträge halten und den Vertragspartner den Vertrag künden lassen: NEAT und Schengen!
      Hat man uns gefragt, ob die EU die Aussengrenzen öffnen dürfen?

      Nächste Argumente bitte!
    • Emperor 11.12.2015 01:51
      Highlight Highlight @Shabi du scheinst die Metapher vom Hund und seinem Schwanz nicht ganz verstanden...wenn wir schon beim Schwanz sind, vielleicht hilft hier eine andere... und zwar ist es so, dass die Eu den längeren hat und zwar bei weitem!
      Wir sind eine Exportwirtschaft, die EU ist unser wichtigster Handelspartner, wir sind an allen Landesgrenzen von der EU umschlossen, wir haben ca. 8 Millionen Einwohner die EU ca 500 Millionen, die EU ist einer der mächtigsten Wirtschaftsräume der Welt... jeden Schritt, den die EU uns entgegenkommt tun die nicht weil sie müssen...
  • dracului 25.11.2015 15:07
    Highlight Highlight Wie wäre es mal umgekehrt: Entkommt Europa der Schweiz? Die Schweiz kennt relativ autarke kommunale, kantonale Strukturen, die wiederum als Bund zusammengefasst werden. Die Schweiz könnte doch ein kleines Muster sein, wie ein zukünftiges Europa aussehen könnte?
    Europa fängt dort an, wo auch kleine Staaten einen Platz haben - im heutigen Europa ist für die Schweiz noch kein Platz. Und ja, wir sind immer noch empfindlich auf fremde Vögte!
    • Peter 25.11.2015 16:07
      Highlight Highlight Luxemburg, Dänemark, Finnland, Malta, Slowenien, Kroatien - diese Staaten sind alle kleiner als die Schweiz. Abgesehen davon bezeichnet Fischer die Schweiz selber als Vorbild für Europa, weil hier seit 1848 Menschen mit unterschiedlichem sprachlichen und kulturellen Background zusammenleben.
    • Lowend 25.11.2015 16:24
      Highlight Highlight Und der Wahnsinn ist sogar, dass sich die EU bei der Personenfreizügigkeit an der Schweizerischen Niederlassungsfreiheit orientiert hat! Sie hat dieses Schweizer Erfolgsmodel sogar fast eins zu eins kopiert und der komplette Wahnsinn, oder die Schizophrenität, wie es Fischer nennt, ist es, dass ausgerechnet die Schweiz ihre Rolle als Vorbild für die EU ablehnt, indem ausgerechnet unsere Vorzeigepatrioten gegen die Europäische Niederlassungsfreiheit stimmten! Konsequenterweise und nach SVP-"Logik" müssten nun auch alle "fremden Fötzel" in den Kantonen in die Heimatgemeinden ausgeschafft werden!
    • DerWeise 25.11.2015 18:07
      Highlight Highlight @Lowend

      An deinem Beispiel, sieht man wie gefährlich es ist, wenn man die SVP alleine ein wichtiges Thema besetzen lässt. Plötzlich werden dadurch Linke zum "nützlichen Idioten" der Wirtschaft und lassen sich vor deren neoliberalen Karren spannen, nur damit man den Sünnelis kontra geben kann.

      Falls du evt. der FDP, Avenir- oder Economisuisse nahe stehst, nehme ich alles zurück, denn dann sind deine Aussagen absolut kohärent
    Weitere Antworten anzeigen
  • hello world 25.11.2015 14:19
    Highlight Highlight Hallo watson
    Danke für diesen super Artikel! Schön dass ihr auch mal die nicht-schweizerische Meinung/Seite zeigt!
    • Louie König 25.11.2015 15:21
      Highlight Highlight So viel Alehnung verwundert mich ein wenig (also nicht Ihren Kommentar, sondern die Blitze dazu) Ich finde es ein sehr spannendes Interview und die Antworten von Joschka Fischer sind, meiner Meinung nach, sehr durchdacht und einige gezielt provokativ.
    • tinmar 25.11.2015 15:28
      Highlight Highlight Ja, die vielen Blitze verwundern wirklich ..
    • Lumpirr01 25.11.2015 15:50
      Highlight Highlight Nein, die vielen Blitze verwundern mich überhaupt nicht, weil Herr Fischer über Europa spricht, wie er Europa gerne haben möchte und nicht, wie Europa wirklich ist. Markantes Beispiel: Die osteuropäischen EU - Länder haben die Wirtschaftsfördergelder sehr gerne entgegengenommen, aber in menschlicher Hinsicht betreffend Flüchtlingsverteilung verhalten sie sich diese nicht unbedingt der EU zugehörig! Und wegen dem verstehe ich auch den Zorn von EU Paralmentspräsident Herrn Martn Schultz, welcher ähnlich gewickelt ist wie Joschka Fischer.............
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  • Ridcully 25.11.2015 14:04
    Highlight Highlight Ich finde es eine unehrliche Argumentation, wenn wir sagen "wenn wir der EU beitreten geht es uns bestimmt schlechter". Für mich ist das entscheidende Argument für einen Nichtbeitritt das Demokratiedefizit dieses Gebildes. Das Argumentieren mit dem eigenen Portemonnaie ist erstens kurzsichtig (nur weil es bis jetzt für die Schweiz positiv lief heisst nicht, das dies auch für die Zukunft gilt) und zweitens egoistisch, da es in einer Partnerschaft nie Einbahnstrassen gibt.
    Insofern gebe ich Fischer recht, dass wir der EU nicht enkommen werden...
  • kEINKOmmEnTAR 25.11.2015 13:47
    Highlight Highlight Wir bleiben aus der EU raus und werden auch NIE dort dabei sein, da kann jeder auf dieser Welt meinen er müsse seinen Schnabel in etwas halten dass ihn überhaupt nichts angeht.
    • tinmar 25.11.2015 15:22
      Highlight Highlight Immer mit der Ruhe ... man wird sehn was kommt, auch wenn du noch so polterst
  • Wasmeinschdenndu? 25.11.2015 13:23
    Highlight Highlight Ja. Ok. Das ist seiene Meinung, was aber noch lange nicht heisst dass die Schweiz das tun soll, was der gute Herr denkt.

    Wenn wir jetzt der EU beitreten, dann wird es uns ganz sicher schlechter gehen, als es uns ohne Beitritt ergehen wird, möge der Euro-Franken-Kurs so miserabel sein wie er wolle.
    Wirden wir jetzt beitreten, würden wir einfach nur bezahlen für die versäumnisse der EU-Vorsitzenden. Es gibt in EU-Ländern nicht umsonst (Bsp.: GB) grosse Gruppen, die aus diesem Verein wieder austreten wollen.
    • Peter 25.11.2015 13:30
      Highlight Highlight Fischer sagt, dass er nicht für einen EU-Beitritt der Schweiz ist (übrigens auch im Video). Er betont nur, dass wir von der EU keine Sonderbehandlung erwarten dürfen.
  • Lowend 25.11.2015 13:18
    Highlight Highlight Wer so hasserfüllte Kommentare provoziert, wie sie hier schon zu lesen sind, hat im Leben etwas richtig gemacht, denn die Ultranationalisten hassen jeden, der ihnen mit Fakten den Spiegel vorhält und der Satz: "Ihr profitiert von ihr (der PFZ) und wehrt euch gleichzeitig dagegen. So trägt jeder seine eigene Schizophrenie mit sich herum." umschreibt die kranke Hass- und Rachepolitik von Blocher und seinen stiefelleckenden Lakaien einfach hervorragend! Deren bösartige Rhetorik, gepaart mit viel patriotischem Getöse für die ungebildete Masse lässt halt keinen zweifeln, wer Freund oder Feind ist!
    • R&B 25.11.2015 13:28
      Highlight Highlight Stimme völlig zu. Auf den Punkt gebracht!
    • tinmar 25.11.2015 13:35
      Highlight Highlight 100% Zustimmung!
    • DerWeise 25.11.2015 13:52
      Highlight Highlight Hasserfüllt? wtf...
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  • crust_cheese 25.11.2015 12:58
    Highlight Highlight Europäischer Zusammenhalt und Zusammenarbeit, unbedingt. Die EU in ihrer jetzigen Form tut aber nichts anderes, als einzelne Gliedstaaten auszubluten und möchte noch dazu das TTIP durchboxen. Teil dieser EU möchte ich nicht sein. Ein geeintes, unabhängiges aber sozialdemokratisches Europa, das wäre schön.
  • Pisti 25.11.2015 12:51
    Highlight Highlight Wie will Deutschland dann rund 2 Mio Flüchtlinge integrieren? Wenn sie es nicht mal in der Vergangenheit geschafft haben, die Ausländer zu integrieren, man kann sogar sagen Deutschland hat es nicht mal gepackt die Ost-Deutschen richtig zu integrieren. Zwischen West und Ost besteht ja auch noch ein ziemlich tiefer Graben. In dem man die Flüchtlinge in Hartz4 oder Niedriglohn Jobs versorgt klappt es sicher nicht.
  • DerWeise 25.11.2015 12:51
    Highlight Highlight "---Wir profitieren von der Personenfreizügigkeit.---
    Ihr profitiert von ihr und wehrt euch gleichzeitig dagegen. So trägt jeder seine eigene Schizophrenie mit sich herum."

    Ziemlich unehrliche Aussagen... Definiere "Wir".

    Wir die Unternehmer und Profitmaximierer?
    Wir die Baubranche?
    Wir die Wohneigentümer?

    ...oder wir die Wohnungssuchenden
    ...oder wir die 50+

    ... wir Infrastruktur?
    ... wir die Umwelt?
    • phreko 25.11.2015 13:29
      Highlight Highlight Wir als Staat. Aber anscheinend gehören sir ja nicht dazu...
    • tinmar 25.11.2015 13:37
      Highlight Highlight insgesamt ... verstähstäh?
    • Shabina 25.11.2015 14:59
      Highlight Highlight Profit ist wohl nur kurzfristig. zB. Zuwanderung unterstützt zwar die AHV... aber nur so lange, bis die Zugewanderten zu AHV-Bezügern werden, dann siehts anders aus. Ich behaupte die EU profitiert mehr von der CH als umgekehrt. Zudem haltet sich die EU nicht an die Rahmenabkommen, was die Bilateralen Verträge zur Lachnummer degradiert. Die EU ist der wahre Rosinenpicker! Solange die Verträge Vorteile bringen pocht die EU darauf, bringen sie Nachteile, bricht man sie und wems nicht passt soll künden. Hr. Fischer, kümmern Sie sich erst mal darum, Ihre eigenen Länder in der EU zu halten!
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  • PHM 25.11.2015 12:51
    Highlight Highlight Gerade seinen eigenen Satz "So tragen wir alle unsere eigene Schizophrenie in uns" sollte sich der Herr Fischer zu Herzen nehmen. Seine Linie in vielen politischen Angelegenheiten war schon immer davon geprägt, dass er überall Ignoranz roch, aber selbst den grössten Mangel an Selbstreflexion aufwies, nicht zuletzt in seinem hier positiv erwähnten "Engagement" im Kosovo. Ich bin selbst eher links eingestellt, aber so einer wie Fischer kann mir gestohlen bleiben. Im Endeffekt instrumentalisiert er dieselben Strategien wie einige Rechtsaussenpopulisten, einfach für entgegengesetzte Zwecke.
  • Wilhelm Dingo 25.11.2015 12:46
    Highlight Highlight Sorry, aber ich sehe wenig Format, eher Ignoranz. Ich wünsche mir ein geeintes Europa, die Schweiz sollte dazu beitragen aber nicht mit einem Beitritt zu jetzigen EU. Wenn ich sehe wie die EU Institionen funktionieren, dann wird mir schon bange. Hört doch mal rein was Varoufakis zu sagen hat (
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    • christianlaurin 25.11.2015 14:01
      Highlight Highlight Sie meinen hören zu einen Herr der nichts hingekriegt hat? Ja grosse Schnauze und nichts dahinter. Im Gegensatz zum Herr tsipras der auch es durch gebissenen hat.
    • thedarkproject 25.11.2015 15:15
      Highlight Highlight Was hat denn Fischer hingekriegt, ausser Kriegseinsätze mitten in Europa (Kosovo/Serbien) und Hartz IV, dass nachhaltig die deutsche Unterschicht zerstört.
  • Scaros_2 25.11.2015 12:29
    Highlight Highlight «Ich bitte Sie flehentlich, glauben Sie den Sirenenklängen von alt gewordenen Sirenen nicht!»

    Diese Aussage könnte man ebenso auf ihn zurück werfen. Er glaubt auch immer noch das die EU ein Erfolgsformat ist. In Wirklichkeit ist es der Beweis dafür das ein Zusammenleben in der Form über solch vielen Kulturen, Meinungen und Ansichten nicht funktionieren kann sobald Probleme auftretten
    • Peter 25.11.2015 12:53
      Highlight Highlight Fischer sieht die Probleme haargenau. Er weiss aber auch, dass selbst Deutschland und Frankreich in der heutigen Welt nur kleine Fische sind und eine Renationalisierung keine Perspektive für Europa ist.
    • Shabina 25.11.2015 15:02
      Highlight Highlight @peter: lieber ein kleiner gesunder Fisch, als ein grosser, von Geschwüren zerfressener!
    • thedarkproject 25.11.2015 15:17
      Highlight Highlight @Peter: Komisch nur, dass die höchste Lebensqualität, Demokratie, und Wohlstand bei solchen "kleinen Fischen" wie Luxemburg, Norwegen, Schweiz, Finnland, Island, Niederlande etc. zu finden ist. Mag sein, dass grosse neoliberale Gebilde wie die USA und die EU für die Konzerne gut sind, aber definitiv nicht für den Bürger. Die EU ist so weit weg von sozialdemokratisch wie man nur sein kann. Sie ist längst ein Handlanger der internationalen Neolibarlisten-Kaste.
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  • 足利 義明 Oyumi Kubo 25.11.2015 12:18
    Highlight Highlight "Begegnung mit einem Politiker von Format."

    Das bezieht sich wohl eher auf die körperliche Erscheinung, als auf seine Kompetenz.
    • Peter von der Flue 25.11.2015 12:36
      Highlight Highlight Ja der Joschka ist nicht mehr der schlanke Jüngling, welcher sich an Demos mit Polizisten prügelt. Eigentlich ist er nur noch eine Randnotiz im politischen Weltgeschehen, aber immer noch mit dem verblendeten Ego eines Besserwisser. Na ja wenn interessierst was der alte Mann noch von sich gibt.
    • R&B 25.11.2015 13:00
      Highlight Highlight Es interessiert Sie, denn Sie haben es gelesen und sogar noch kommentiert. 😂

    • Mokka Sofi Scout 25.11.2015 13:28
      Highlight Highlight Genau: Korpulenz anstatt Kompetenz! Gefällt mir der Denkansatz. Irgendwie. Nieder mit den Diäten! In jeder Hinsicht. Haha, ein Wortspiel...

Interview

Jean Ziegler zu Moria: «Im ersten Moment dachte ich: Endlich wird dieses Lager liquidiert»

Jean Ziegler kennt die Leiden der Ärmsten auf dieser Welt. Sein Besuch auf der griechischen Insel Lesbos hat den 86-Jährigen dennoch zutiefst erschüttert. Ein Gespräch über die europäische Migrationspolitik und die Rolle der Schweiz.

Herr Ziegler, vor etwas mehr als einem Jahr haben Sie Moria auf Lesbos besucht. Was ging Ihnen durch den Kopf, als Sie die Bilder des brennenden Lagers gesehen haben? Ich darf es fast nicht sagen. Im ersten Moment dachte ich: Endlich wird dieses schreckliche Lager liquidiert. Gottseidank ohne Todesopfer. Gleich danach packte mich eine grosse Angst um die Leute, die vor dem Feuer in die Hügel geflohen sind. Ohne Nahrung, ohne Wasser, ohne Medikamente, nichts. Ein Flüchtling ist der …

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