DE | FR
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.

Analyse

Wie Fashion-Magazine Diversität immer stärker in den Fokus stellen

Janna Eiserbeck / watson.de



Die Zeiten, in denen auf den Covern der bekannten und grossen Modemagazine ausschliesslich superschlanke Topmodels, die den «klassischen» Schönheitsidealen entsprechen, zu sehen waren, sind längst vorbei. Anfang des Jahres waren zum Slogan «This is healthy!» überraschend drei Frauen auf dem Cover der «Cosmopolitan» zu sehen – eine war schlank, zwei fülliger. Die Juli-Ausgabe der britischen «Vogue» ziert nun die Aktivistin und Friedensnobelpreisträgerin Malala Yousafzai – und das in ein traditionelles pakistanisches Kopftuch gehüllt.

Auf der «Harper's Bazaar» ist ausserdem mit «GNTM»-Gewinnerin Alex aktuell ein Transgendermodel zu sehen. Das alles zeigt: Diversität ist ein Thema, das immer ernster und wichtiger genommen wird. Auch in der sonst so nach Gleichförmigkeit heischenden Modewelt.

Watson hakte bei den grossen deutschen Fashion-Magazinen nach, wie sie zum Thema «Body Positivity», Schönheitsidealen und Diversität stehen.

«Cosmopolitan» setzt auf Diversität

Lara Gonschorowski, Chefredakteurin der deutschen «Cosmopolitan», erklärte bereits Anfang des Jahres gegenüber watson:

«‹Body Positivity›, Diversität und Vielfalt sind wichtige Themen, die auch bei der deutsche ‹Cosmopolitan› lange schon auf der redaktionellen Agenda stehen.»

Bereits im August 2020 zierte beispielsweise die US-amerikanische Künstlerin Lizzo das Cover des Magazins aus dem Bauer-Verlag.

Von «Vogue» bis «Glamour»

Auch beim Verlag Condé Nast sind «Body Positivity» und Diversität grosse Themen und stehen deutlich im Fokus, wie eine Sprecherin des Verlags gegenüber watson erklärte. So unterzeichneten beispielsweise alle Chefredakteurinnen der 26 weltweiten Ausgaben der «Vogue» die sogenannten «Vogue Values», mit denen sie sich zu einer gemeinsamen Unternehmensphilosophie verpflichteten. Dazu gehören unter anderem «Vielfalt, Verantwortung, Respekt und der Schutz des Planeten».

Roger Lynch, CEO des Verlags Condé Nast, sagte bereits 2019 dazu:

«Als weltweit führender Modetitel besitzt ‹Vogue› die Fähigkeit zu verändern, zu beeinflussen und zu inspirieren – und damit die Verantwortung, die wirklich wichtigen Themen anzusprechen. Seit über einem Jahrhundert regen die Titel von Condé Nast kulturelle Gespräche an und sorgen für einen sinnvollen Wandel auf der ganzen Welt. Die neuen Grundsätze unterstreichen, was wir erreichen können, wenn wir für einen grösseren globalen Einfluss zusammenarbeiten.»

Auch die deutsche «Glamour» widmet sich immer wieder diesen Themen, wie die Sprecherin des Verlags gegenüber watson betont. Allerdings wolle man «Body Positivity» und Diversität eher als etwas Selbstverständliches verstehen, es zum «Normalzustand» machen und weniger als Highlight-Thema einsetzen. Wichtig sei es, den «Körper als normal und naturgegeben» darzustellen, erklärte die Sprecherin weiter.

Das Thema Selbstliebe findet sich in der «Glamour» etwa in der wiederkehrenden Kolumne von Charlotte Kuhrt wieder. Das 28-jährige Model setzt sich vor allem auch für den Diversitätswandel in der Fashion-Szene ein.

«Madame» zeigt «nicht gängige» Schönheitskonzepte

Auch beim High-Fashion-Magazin «Madame» ist Diversität ein wichtiger Faktor. Ein Cover wie das der britischen «Cosmopolitan» von Februar 2021 kommt für die Zeitschrift dennoch nicht infrage. Eine Sprecherin der Looping Group, zu der das Magazin gehört, teilte watson mit, dass man den Titel zwar «frisch und sympathisch» fände, doch für «Madame» diese Art des Covers aufgrund des «sportlichen Casual-Looks» nicht denkbar wäre. Grundsätzlich zeigten sich die Verantwortlichen jedoch sehr offen, wenn es um diverse Gesichter auf dem Titel geht:

«‹Madame› hat als traditionsreichstes deutsches Fashion-Magazin ein auf Eleganz, Mode und Schmuck konzentriertes Konzept. Was aber die gesellschaftspolitische Botschaft des Cosmo-Covers betrifft, lautet unsere Antwort: ja, natürlich.»

Weiter erklärte die Sprecherin: «‹Madame› zeigt ‹nicht gängige› Schönheitskonzepte und ‹Body Positivity› bereits seit Jahren auf dem Cover, ob mit der über 74-jährigen Künstlerin Marina Abramovic oder der sinnlichen Ashley Graham, um nur zwei Beispiele zu nennen. Schönheit bedeutet für uns nicht glatte Perfektion, sondern Persönlichkeit und Klasse. Diversität heisst für uns, nicht nur jung und weiss sichtbar zu machen – sondern zum Beispiel auch ältere Role-Models.»

So befand sich bereits Anfang des Jahres die 68-jährige Isabella Rossellini auf dem Titel der Zeitschrift. Man freue sich «über jedes Cover, das die Vielfalt weiblicher Attraktivität zeigt».

Diversität auf der «Harper's Bazaar»

Die «Harper's Bazaar», «InStyle» sowie die «Elle», die allesamt zu Hubert Burda Media gehören, wollten sich auf Anfrage von watson weder zum damaligen Cover der britischen «Cosmopolitan» noch allgemein zum Thema «Body Positivity» und «nicht gängigen» Schönheitsidealen äussern.

Dass Diversität aber auch bei der «Harper's Bazaar» eine grosse Rolle spielt, ist spätestens seit dem Sieg von Alex Mariah Peter bei «Germany's next Topmodel» vergangene Woche klar. Sie ziert nun das Juni/Juli-Cover des Magazins. Die drittplatzierte Soulin wiederum hat es in die vietnamesische Ausgabe der Zeitschrift geschafft. Dort ist eine Fashion-Strecke mit ihr zu finden.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet um die Zahlung abzuschliessen)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.

Body Painting bei 30 Grad und mehr: Die Farbe hält

1 / 17
Body Painting bei 30 Grad und mehr: Die Farbe hält
quelle: getty images europe / jan hetfleisch
Auf Facebook teilenAuf Twitter teilenWhatsapp sharer

Wer nicht den Schönheitsidealen entspricht, wird gemobbt

Das könnte dich auch noch interessieren:

Abonniere unseren Newsletter

Emma Amour

Mein Fussball-Märchen mit Kathi-Kate-Cat und Pat

Shit, ist das krass! Die Schweizer Nati qualifiziert sich nicht nur für das Viertelfinale, nein, die Jungs hauen auch grad noch den Weltmeister aus dem Rennen. Was hab ich die Männer gefeiert. Auch wenn ich am Ende mit einer Frau rummachte.

Nicht nur, weil die Schweizer Nati Geschichte schrieb, geht der vergangene Montag in die Geschichte ein. Auch für mich war die Nacht nach dem Match gegen Frankreich so ereignisreich, dass ich nie, nie, nie meinen Enkel-Kartoffeln davon erzählen werde.

Aber von Anfang an. Ich gabs mir ja hart. Hab zuerst das Spiel Kroatien gegen Spanien geschaut. Und zwar beim Public Viewing. Ich war Team Kroatien. Obwohl ich diese Karo-Trikots unmöglich finde.

Aber da in dieser Gartenbeiz war ein Kroate, der es …

Artikel lesen
Link zum Artikel