Leben
Forschung

Millionen tote Wale vor Australischer Küste entdeckt

Forscher entdecken gigantischen Wal-Friedhof

7000 Meter tief, 1200 Kilometer lang – Millionen Wal-Kadaver. Chinesische Forscher haben eine bemerkenswerte Entdeckung auf dem Meeresgrund gemacht.
11.06.2026, 09:1111.06.2026, 09:11
Ein Artikel von
t-online

Chinesische Forscher haben auf dem Grund des Indischen Ozeans vor der Westküste Australiens den grössten Wal-Friedhof der Welt entdeckt. Entlang eines 1200 Kilometer langen Korridors liegen dort mutmasslich mehr als zehn Millionen Kadaver – manche davon über fünf Millionen Jahre alt, wie der Forscher Xiaotong Peng am Mittwoch der Nachrichtenagentur AFP erklärte.

This undated image provided by Peng Zhou shows newly-discovered fossilized whale bones at a site deep underwater, southeastern Indian Ocean, in the Diamantina Fracture Zone. (Global TREnD, IDSSE via A ...
Am Meeresboden fanden Forscher Knochen von Walen.Bild: keystone

Peng tauchte 2023 mehrfach mit einem kleinen Tauchboot zur Fundstätte hinab. Sie liegt in bis zu 7000 Metern Tiefe. Einige der Fossilien gehören zu Tierarten, die heute ausgestorben sind. Xiaotong erklärte: «Die Entdeckung einer Nekropole dieser Grössenordnung war völlig unerwartet: Das Verbreitungsgebiet, die Tiefe und der zeitliche Rahmen übertrafen bei Weitem alles, was wir erwartet hatten.»

Tote Wale schaffen neuen Lebensraum im Wasser

Die Ergebnisse veröffentlichten die Forscher in der Fachzeitschrift «Nature». Demnach sammeln sich dort so viele Wale, weil das Gebiet reichlich Nahrung bietet und der Meeresboden spitz nach unten zuläuft. Rund um die Kadaver hat sich der Studie zufolge Leben angesiedelt: Schlangensterne, Quallen und Muscheln ernähren sich von den Überresten. «Die lebendigen Ökosysteme, die wir dort sahen, boten eine völlig neue Perspektive auf diesen ansonsten dunklen und kalten Meeresboden», sagte Mitautor Peng Zhou.

This undated image provided by Peng Zhou shows whale remains on the seafloor that have become home to large communities of marine life, southeastern Indian Ocean, in the Diamantina Fracture Zone. (Glo ...
Anderen Lebewesen bieten die Überreste der Wale Nahrung.Bild: keystone

Ozeanforscher Craig Smith von der University of Hawaii hob hervor, dass unter den Funden auch eine bislang unbekannte Schnabelwalart sei. Die Entdeckung sei «von grosser Bedeutung für das Verständnis der Evolution und Verbreitung von Walen».

Der Wal-Friedhof im Indischen Ozean ist nicht der einzige seiner Art. Funde durch Schleppnetzfischerei deuten darauf hin, dass ähnliche Stätten auch vor den Küsten Südafrikas und der Iberischen Halbinsel liegen.

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Buckelwal Timmy wochenlang in der Ostsee gestrandet
1 / 23
Buckelwal Timmy wochenlang in der Ostsee gestrandet

Buckelwal Timmy hat mehrere Wochen Deutschland und die Welt bewegt.

quelle: dpa / philip dulian
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Buckelwal Timmy wird an Land gezogen
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
11 Kommentare
Dein Kommentar
YouTube Link
0 / 600
Hier gehts zu den Kommentarregeln.
Die beliebtesten Kommentare
avatar
[CH-Bürger]
11.06.2026 10:36registriert August 2018
Schleppnetze sind die allerschlimmste Form der Fischerei!

es ist als würde man mit einem übergrossen Traktor eine gigantische Schaufel hinter sich herziehen und eine Schneise quer über Stock und Stein, Wiesen, Felder, Wälder, etc durchziehen - und am Schluss von der Gesamtmenge wenige Prozent/Promille Getreide und Gemüse rauspicken!
der Rest wird weggeworfen!

wir müssen der Hochseefischerei einen Riegel schieben - da selbst jahrzehntelange Verhandlungen über internationalen Gewässerschutz keine Früchte trägt, müssen wir Konsumenten aktiv werden:

hört einfach auf, Meeres"früchte" zu essen!
258
Melden
Zum Kommentar
11
Steven Spielberg glaubt, dass nur Aliens die Menschheit retten können
Mit «Disclosure Day» liefert der Regisseur seinen neusten Alien-Streich. Der Film ist üppig inszeniert, doch im spannendsten Teil geizt Spielberg.
Es ist eher ungewöhnlich, dass sich ein Regisseur im Trailer seines Films direkt zu Wort meldet. Aber Steven Spielberg («E.T.», «Indiana Jones») ist natürlich kein gewöhnlicher Regisseur, sondern einer der wenigen, deren Namen auf dem Filmplakat stets ein Versprechen enthält.
Zur Story