Skimode von anno dazumal: So kleideten sich die Skifans von den 20ern bis in die 90er
Wie heute galt auch früher beim Skifahren die Devise: sehen und gesehen werden. Denn lange Zeit war der Wintersport vor allem den Reichen vorbehalten. Mit dem gesellschaftlichen Wandel veränderte sich auch die Skimode. Auch wenn auf der Piste früher wohl noch häufiger gefroren wurde als heute, präsentierte man sich dabei meist äusserst elegant und mondän.
1920er und 1930er
Als der Winter- und Skitourismus langsam an Fahrt gewann, gab es noch keine Kleidung speziell zum Skifahren. Die Menschen fuhren in ihrer normalen Alltagskleidung. Erst viel später gab es mit Aufkommen des Massensports Skibekleidung in Spezialgeschäften.
In den 1920er- und 1930er-Jahren wurde ein eleganter Schnitt immer wichtiger. Getragen hatte man etwa Wollfilzhose, Trachtenjacke, Gamaschen und Lederschuhe. Die Frauen trugen zumindest zum Skifahren nicht mehr Rock, sondern Hose. Zurückgreifen konnten sie auch auf die beliebte Norwegerhose: Diese ist oben weit geschnitten und wird nach unten zunehmend enger.
1940er
In den 1940er Jahren war die Skimode durch Einflüsse des Militärs an Trenchcoats und Eisenhower-Jacken angelehnt. Modehersteller nutzten danach vermehrt wetterfeste Materialien und praktische Elemente wie Kapuzen oder Taschen.
Durch die Textilknappheit infolge des Krieges nutzte man vornehmlich erdige Töne wie etwa Braun. Auch die Skihosen wurden enger und besassen teilweise bereits Reissverschlüsse.
1950er
Spätestens ab den 1950ern stand nicht mehr nur die Funktionalität im Fokus, sondern auch die Ästhetik. Ob Wollpullis, Strickjacken oder Hosenträger – alles war von Eleganz geprägt.
Auch populäre Filme wie etwa James Bond dienten später als Vorbild für schicke und zugleich funktionale Skikleidung.
Durch die Erfindung von Elastan wurde die Skibekleidung zudem dehnbarer. Die noch heute bekannte Marke Bogner brachte 1953 eine Stretch-Skihose auf den Markt.
Ski-Accessoires wie Skibrillen, Mützen und Handschuhe mit Manschetten wurden zunehmend an den Mann oder an die Frau gebracht. Der Skihelm wurde erst ab den 90ern zum Massenprodukt.
Neben Mützen trugen die Frauen auch gerne Kopftücher, um sich vor dem kalten Fahrtwind zu schützen.
1960er
Wie schon im Jahrzehnt davor zeigte sich die Mode in den 60ern glamourös. Beliebt waren bunt gemusterte Zopfpullover, Pufferjacken und Stretchhosen. Die Anzüge blieben aber noch einfarbig. Ein beliebtes Material war Wolle.
In dem Jahrzehnt kamen Skibrillen mit doppelten Gläsern auf. Neben ästhetischen Gründen hatte dies auch funktionale.
Beliebt waren ausserdem Fellmützen, beispielsweise aus Fuchspelz. Dazu gab es oftmals die passenden Handschuhe. Fan davon war auch Präsidentengattin Jacky Kennedy.
Auch Kapuzenmützen gab es damals zu kaufen. Oftmals im selben Stoff und der gleichen Farbe wie der Pullover. Heute heissen diese Mützen Balaklavas.
1970er
In den 70ern war die Mode schrill und bunt. Getragen wurden etwa taillierte Jacken mit den dazugehörigen Hosen. Als Material kamen zunehmend synthetische Stoffe wie Nylon und Fleece auf.
Auch Allover-Anzüge kamen in Mode und Stretch wurde mit Schulterpolstern kombiniert. Das Motto lautete: laut und auffällig.
Neben bunten Farben trugen die Skifahrerinnen und Skifahrer geometrische Muster, markante Gürtel und übergrosse Sonnenbrillen.
1980er
In den 80ern wurde ein individueller Look zunehmend wichtiger. In der Wintermode setzte man weiter auf knallige Farben und auffällige Muster, jedoch wurden die Schnitte wieder locker.
Der Skioverall wurde zum Klassiker. Auch die Royals waren Fans davon, denn das Material war nicht schwer und trotzdem wasserdicht.
Neben Skianzügen trug man gemusterte Fleecepullover, Stirnbänder und Mützen.
1990er
In den 90ern Gesellte sich neben des Aussehens auch die Funktionalität als Bewertungsfaktor für Skimode dazu. Nicht mehr wegzudenken war Gore-Tex, das die Bekleidung wasserdicht, winddicht und gleichzeitig atmungsaktiv machte.
Auch Helme waren zu dieser Zeit keine Seltenheit mehr und schützten die Köpfe der Skifahrerinnen und Skifahrer.
Während zu Beginn des Jahrzehnts noch kräftige Farben dominierten, wurde die Skimode gegen Ende der 90er-Jahre zunehmend zurückhaltender und farblich neutraler.
