Wirtschaft
Schweiz

Blaue Welle dürfte Schweizer Börse belasten

Blaue Welle dürfte Schweizer Börse belasten

04.11.2026, 06:3204.11.2026, 06:32

In den USA zeichnet sich am Mittwochmorgen bei den Zwischenwahlen zum jetzigen Stand eine blaue Welle ab – also ein breit angelegter Sieg der Demokraten. Damit dürfte die regierende republikanische Partei von US-Präsident Donald Trump die Mehrheit im Repräsentantenhaus verlieren und womöglich auch im Senat.

An den Märkten deutet sich zunächst eine negative Reaktion an. Für den Schweizer Aktienmarkt indiziert der Broker IG ein Minus von 1,16 Prozent. Auch für die wichtigsten europäischen Indizes zeichnen sich aktuell Verluste auf breiter Front ab. Für die Wall Street sacken die Futures ebenfalls ab und in Asien sind die Kurstafeln teils tiefrot. Besonders im Technologiesektor dürfte laut Marktexperte Santosh Brivio von der Migros Bank nun eine gewisse Neubewertung stattfinden, weil Anleger Abstriche an Trumps Deregulierungs- und Investitionsagenda einpreisen.

Franken stärker

Während es an den Aktienmärkten abwärts gehen dürfte, greifen Investoren auf der Suche nach sicheren Häfen bei Anleihen zu. Entsprechend geben die Renditen nach. An den Devisenmärkten ist entsprechen der Schweizer Franken gesucht – er legt gegenüber dem US-Dollar im Vergleich zum Vorabend um knapp 1 Prozent zu. Für einen Dollar muss derzeit nur noch 0.8135 Franken bezahlt werden.

Mit einem breit angelegten Sieg der Demokraten in womöglich beiden Kammern wäre die Manövrierfähigkeit von US-Präsident Trump eingeschränkt, Die grosse Sorge ist, dass er dafür aussenpolitisch noch erratischere Entscheidungen treffen könnte, was auch die anhaltenden Iran-Krieg erneut ins Zentrum rückt. Hier besteht die Sorge, dass die USA zusammen mit Israel einen neuen Angriff starten könnten.

Langfristig bleiben Ökonomen mit Blick auf die Auswirkungen der Zwischenwahlen aber entspannt. Denn rund um die Midterms habe es in der Vergangenheit zwar eine erhöhte Volatilität gegeben, aber keine dauerhafte Trendwende an den Aktienmärkten, schrieb beispielsweise Daniel Kalt, Chefökonom von UBS Schweiz am Vortag der Wahlen. (awp/sda)

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