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PUNXSUTAWNEY PHIL

Murmeltier Phil hatte immer einen untrüglichen Riecher fürs Wetter. Doch nun liegt er immer falsch. Was ist los mit dem berühmtesten Tier Amerikas?

Bild: EPA

Jahr für Jahr pilgern Zehntausende ins Örtchen Punxsutawney in Pennsylvania. Am Sonntag sagt dort Murmeltier Phil zum 128. Mal voraus, ob der Winter bald endet. Doch in den vergangenen Jahren lag er daneben.

Kathy Stolzenbach, dpa



Phil ist ein nationaler Star, eine tierische Ikone. Womöglich ist das Murmeltier das berühmteste Tier der USA. Er wird verehrt und das offizielle Ende seines Winterschlafs am 2. Februar, dem «Groundhog Day» («Murmeltiertag»), herbeigesehnt. Denn Phil weiss angeblich, wie lange die kalte Jahreszeit noch dauert – und wann endlich der Frühling kommt.

Doch Phil steckt offenbar in einer Krise: Mit seinen Prognosen lag der Nager in den vergangenen Jahren kräftig daneben. 2011 «verkündete» er den baldigen Frühling. Es folgte ein Schneesturm, der als «Groundhog Day Blizzard» in die Wetter-Geschichte einging.

Groundhog Club Co-handler John Griffiths, left, holds the weather predicting groundhog, Punxsutawney Phil,  after he was taken from the stump before the club said Phil did not see his shadow and there will be an early spring on Groundhog Day, Saturday, Feb. 2, 2013, in Punxsutawney, Pa. (AP Photo/Keith Srakocic)

Bild: AP

2012 prophezeite Phil fälschlicherweise einen langen Winter. Im vergangenen Jahr hatte das Murmeltier erneut einen falschen Riecher und machte den Amerikanern Hoffnung auf den Frühling. Winterstürme fegten im März und April durchs Land. Daraufhin tauchten im Internet Bilder auf, die Phil erschossen oder am Galgen zeigten.

Ein Staatsanwalt in Ohio drohte dem Murmeltier sogar mit der Todesstrafe. In der - nicht ganz ernst gemeinten - Anklageschrift hiess es, er habe «vorsätzlich die Menschen in den Glauben versetzt, dass der Frühling früh komme».

«Phil hat immer Recht»

Bill Deeley, Präsident des «Punxsutawney Groundhog Club», nimmt alle Verantwortung auf sich: «Phil hat immer Recht. Die Fehlprognosen waren menschliches Versagen. Es war meine Schuld», sagte Deeley der Nachrichtenagentur dpa. Er sei nun mal der Einzige, dem Phil seine Prognose mitteile. «Ich habe ihn falsch verstanden.»

Die Prognose erfolgt stets nach demselben Ritual. Mit Frack und Zylinder gekleidet gehen die Club-Mitglieder im Morgengrauen ins Wäldchen Gobbler's Knob im US-Bundesstaat Pennsylvania. Bill Deeley klopft gegen Phils Bau.

Unter den Jubelrufen Zehntausender wird das Murmeltier ans Tageslicht gezogen. Kann der verschlafene Nager bei klarem Himmel seinen Schatten sehen, bedeutet das weitere sechs Wochen Winterwetter. Ist der Himmel bedeckt, steht der Frühling vor der Tür.

Phil lieferte 1993 die Vorlage für den Kinofilm «Groundhog Day» «Und täglich grüsst das Murmeltier») mit Bill Murray. Bei Meteorologen geniesst Phil allerdings keinen besonders guten Ruf: Der Nationalen Wetterbehörde zufolge besitzt er keine «Vorhersagefähigkeit».

Video: Youtube/M4GW

Ungewöhnlich harter Winter

Dieses Jahr dürfte eine Frühlings-Verkündigung besonders erwünscht sein. Der Winter hat in weiten Teilen der USA ungewöhnlich hart zugeschlagen. Nach mehreren Kältewellen mit arktischen Temperaturen und Schneemassen wünschen sich wohl die meisten milderes Wetter.

Auch für den Murmeltiertag selbst hoffen viele auf Gnade des Winters. Denn zum ersten Mal in der Geschichte fällt eines der grössten Sportereignisse des Jahres, das Endspiel der amerikanischen Football-Profiliga NFL, auf den «Groundhog Day».

Doch die Veranstalter fürchten keineswegs, dass der Super Bowl dem Murmeltier die Show stiehlt: «Wir sind das Nummer-Eins-Ereignis an diesem Tag. Der Super Bowl ist die Nummer Zwei hinter uns», sagte Bill Deeley. Anfragen, ob Phil auch Sport-Prognosen abgeben könne, erteilte Deeley eine Absage: Phils einziger Fokus bleibe das Wetter.

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