Raumfahrt
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Ehrgeiziges Milliardenprojekt

Europa baut eine neue Trägerrakete



Die europäischen Raumfahrtminister haben in einem grossen Schritt für die Zukunft dem Bau einer konkurrenzfähigen neuen Ariane-Trägerrakete zugestimmt. Das wurde am Dienstag nach der Ministersitzung der Europäischen Weltraumorganisation ESA in Luxemburg mitgeteilt.

Danach haben sich die Verantwortlichen auf einen Etat von acht Milliarden Euro für die Gesamtentwicklung der europäischen Trägerraketen in den nächsten zehn Jahren verpflichtet. Etwa die Hälfte davon geht in die Entwicklung der neuen Ariane-6, die ihren Premierenflug 2020 haben soll. Auf dem Weltraumbahnhof Kourou in Französisch-Guayana soll zudem eine neue Startrampe gebaut werden.

epa04396617 A handout picture made available by the European Space Agency (ESA) on 12 September 2014 shows an Ariane 5 ECA rocket, which carries the Measat 3b and Optus 10 spacecraft, launching from the European space center Ariane Launch Area 3 (ELA-3) in Kourou, French Guiana, 11 September 2014. The rocket carried two commercial television broadcasting satellites for Australian and Malaysian telecommunications companies.  EPA/ESA/CNES/ARIANESPACE/S MARTIN  HANDOUT EDITORIAL USE ONLY/NO SALES

Eine Ariane 5. Bald soll sie einen Nachfolger bekommen. Bild: EPA/ESA

«Das waren Entscheidungen zur Zufriedenheit aller, gefällt nach harten, aber sachlichen Diskussionen», sagte der Chef des Deutschen Zentrums für Luft- und Raumfahrt (DLR), Johann-Dietrich Wörner, der Nachrichtenagentur dpa. Lange hatten Deutschland und Frankreich gestritten, wie die Raketenentwicklung weitergehen solle.

Den umfassenden Zukunftsplan hatte die ESA den Ministern beziehungsweise deren Vertretern auf den Tisch gelegt. Er sieht vor, eine flexibel einsetzbare, kostengünstige und wettbewerbsfähigere Ariane-6-Rakete zu bauen. Mit bewährte Technologie sichere das «den eigenständigen, verlässlichen und erschwinglichen Zugang Europas zum Weltraum».

Ariane-5 ist Weltmarktführer

Zwar ist die bisherige Ariane-5 ein zuverlässiger Weltmarktführer für Satellitenstarts. Mit ihren zurzeit mehr als 60 erfolgreichen Starts in Folge und einem Marktanteil bei den kommerziellen Startdiensten von mehr als 50 Prozent habe sie Europa wirtschaftliche Gewinne in Höhe von mehr als 50 Milliarden Euro beschert, schreibt die ESA auf ihrer Webseite.

Den Europäern droht jedoch zunehmend Konkurrenz von anderen Anbietern, vor allem auch aus den USA. Und die Nachfrage der Kunden für Satellitentransporte verändert sich.

Die Ariane-6-Rakete soll mittlere und grosse Satelliten befördern, die weiterentwickelte Vega-Rakete kleinere Satelliten. Für das Entwicklungsprogramm müssten die 20 ESA-Mitgliedsländer und Kanada 3,8 Milliarden Euro aufbringen.

Konkurrenz abwehren

Bei dem ehrgeizigen Zukunftsplan, der 2016 überprüft werden soll, geht es vor allem auch darum, die Mitbewerber im lukrativen Geschäft des Satellitentransportes abzuwehren. So scheint der Start des Low-cost-Anbieters SpaceX des amerikanischen Milliardärs Elon Musk den Entscheidungsprozess der Europäer noch beschleunigt zu haben.

Vorgesehen ist der Bau einer kleineren und weit kostengünstigeren Trägerrakete als die Ariane-5, programmiert in zwei Versionen - also eine kleinere Ariane-62 mit zwei Starttriebwerken und eine grössere Ariane-64 mit vier Boostern zum Transport von je zwei Satelliten.

Die Airbus Group und der französische Triebwerkshersteller Safran planen ein gemeinsames Raumfahrt-Unternehmen, um beim Raketenbau die Kräfte im Wettbewerb mit der Konkurrenz in den USA zu bündeln.

Mittel für ISS

Die ESA-Ministertagung in Luxemburg stellte am Dienstag auch 820 Millionen Euro zur Nutzung der Raumstation ISS bis 2017 und für die Forschungstätigkeit im Weltraum bereit. Wie die Schweizer Delegation in einem Communiqué mitteilte, wird die ESA als Beitrag zur Deckung der gemeinsamen ISS-Betriebskosten das Versorgungsmodul des neuen Mehrzweck-Mannschaftsfahrzeug der NASA entwickeln.

Als Gründungsmitglied der ESA beteiligt sich die Schweiz mit einem Beitrag von jährlich rund 150 Millionen Franken an den Tätigkeiten der Organisation. Bis 2016 ist sie zusammen mit Luxemburg Ko-Präsidentin der ESA auf Ministerebene. Der Staatssekretär für Bildung, Forschung und Innovation, Mauro Dell'Ambrogio hatte deshalb die Ko-Präsidentschaft der Tagung inne. Das nächste Treffen findet 2016 in Luzern statt. (feb/sda/dpa)

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