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Einfahrt in den Hafen

Grosse Show in Genua – Das letzte (schwierige) Manöver der «Costa Concordia» 



Das Manöver bei der Einfahrt der «Costa Concordia» in ihren Abwrackhafen Genua ist am Sonntag zur Show geworden. Tausende Menschen beobachteten von den Hügeln um Genua die Ankunft der «Costa Concordia» und die Schlepper, die das 2012 verunglückte Schiff in den Hafen zogen.

Einheimische erteilten Touristen Ratschläge über die Orte, von denen aus man den besten Blick auf das Schiff werfen kann. Unter grosser medialer Begleitung traf das Wrack nach viertägiger Reise in Genua ein.

People take in the sun on the beach as the refloated wreck of the Costa Concordia cruise liner is towed to the Italian port of Genova on July 27, 2014. The wreck of the Costa Concordia entered the Italian port of Genoa on July 27, ending the cruise liner's final journey to be scrapped two and a half years after it capsized at a cost of 32 lives. The once-luxury liner was dragged into Genoa's Voltri port by several tug boats, four days after leaving its wreck site off the Tuscan island of Giglio in an unprecedented salvage operation. AFP PHOTO / MARCO BERTORELLO

Das letzte Manöver vor den Augen von Touristen und Einheimischen. Bild: AFP

Hoteliers reiben sich in die Hände. Erstmals in dieser von schlechtem Wetter belasteten Feriensaison sind die meisten Hotels der Stadt ausgebucht. Branchenvertreter gehen davon aus, dass die Costa Concordia auch in den kommenden Monaten Schaulustige in die Stadt ziehen wird.

Der gelungene Abtransport des Kreuzers von der Insel Giglio in die ligurische Hafenstadt ist für die Italiener Grund zum Stolz. Das havarierte Kreuzfahrtschiff galt als Schandmal für das ganze Land. «Die Bergung des Kreuzfahrtschiffes ist ein Symbol für ein Italien, das sich wieder aufrichtet», betonte der Minister für Infrastruktur, Maurizio Lupi.

epa04332339 Italian cruise liner Costa Concordia in front of Genoa's port, Italy, 27 July 2014. The Costa Concordia has arrived in Genoa, where dismantling operations are predicted to last two years. The cruise liner was refloated on 14 July 30 after the cruise ship hit a reef and partly capsized off the island of Giglio on 13 January 2012  with the loss of thirty-two passengers who died out of the 4,229 people onboard.  EPA/ALESSANDRO DI MEO

Die Costa Concordia vor Genua. Bild: EPA/ANSA

Von der Schande zur Chance

Die Costa Concordia ist von einer nationalen Schande zur Chance geworden. Unermüdlich betonten die Mitglieder des Bergungsteams, dass die erfolgreiche Aufrichtung und der Abtransport der Costa Concordia zum Grossteil italienischer Technologie zu verdanken ist. Die Bergung ist dem Knowhow des Off-shore-Dienstleisters aus Ravenna Micoperi zuzuschreiben, der mit dem US-Konzern Titan die Aufrichtung und den Transport organisiert und koordiniert hat. «Ein Wunder der italienischen Technik hat es ermöglicht, in vier Tagen die Costa Concordia nach Genua zu bringen», kommentierte der Präsident der Region Ligurien, Claudio Burlando. 

Das Bergungsteam begrüsste das Ende der Reise der Costa Concordia, die am Mittwoch von der toskanischen Insel Giglio losgefahren war. «Die schwierigste Phase war, als wir vor Giglio mit der Rotation des Schiffes begonnen haben. Wir wussten nicht, wie das Wrack reagieren würde, doch zum Glück ist alles gut verlaufen. Als wir die Reise nach Genua begonnen haben, waren wir sicher, dass wir in den Hafen gelangen würden», sagte Sergio Girotti, Ingenieur der Firma Micoperi. 

Verschrottung als Segen

Die Verschrottung des Wracks ist für den Hafen Genuas und den Werften der Gegend ein Segen. Die Costa Concordia verspricht Aufträge, Investitionen und Arbeitsplätze. «Genua ist der ideale Hafen für die Verschrottung der Costa Concordia, weil sie hier errichtet wurde. Wir haben hart gearbeitet, um die besten Bedingungen für die Abwrackung zu garantieren», betonte Hafenpräsident Luigi Merlo. 

Im Januar 2012 sank die Costa Concordia vor der Insel Giglio im toskanischen Archipel. Die Katastrophe kostete 32 Menschen das Leben. Kapitän Francesco Schettino, der vor den Passagieren von Bord ging und sich selbst in Sicherheit brachte, steht seit einem Jahr in der toskanischen Stadt Grosseto wegen fahrlässiger Tötung vor Gericht. Die nächste Anhörung im Prozess ist am 21. September geplant. (whr/sda/dpa) 

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