Schweiz
Arbeitswelt

Gemeinnützige Arbeit statt Geldstrafe in Zürich immer beliebter

Menschen bringen ihre Waren zum mobilen Recyclinhof des ERZ am Buerkliplatz am Mittwoch, 14. Januar 2026 in Zuerich. Das ERZ weitet das Angebot mit mobilen Recyclinghoefen in den Quartieren aus. Das E ...
Betroffene können beispielsweise beim Recycling eingesetzt werden.Bild: KEYSTONE

In Zürich arbeiten Verurteilte immer häufiger ihre Geldstrafen ab

Schwarz- oder Schnellfahrer: Wer seine Geldstrafe nicht zahlen kann, muss stattdessen ins Gefängnis oder gemeinnützige Arbeit verrichten. Letzteres wird im Kanton Zürich im letzten Jahr immer häufiger genutzt.
05.10.2026, 09:5605.10.2026, 09:56

Kleinere Delikte können zu hohen Geldstrafen führen, die manche Betroffene finanziell überstrapazieren. In der Schweiz besteht allerdings die Möglichkeit, ersatzweise ins Gefängnis zu gehen oder gemeinnützige Arbeit zu verrichten, um die Strafe abzuarbeiten. Im Kanton Zürich nutzten die zweite Möglichkeit in den letzten Jahren wie auch schweizweit immer weniger. Deshalb übernahm der Kanton die Leitung der Anlaufstelle 2025 selbst. Zuvor war eine Stiftung für den Bussen-infopoint verantwortlich.

Nun zeigt sich, dass der Kanton den Trend umkehren konnte. Seit der Übernahme entschieden sich 40 Prozent mehr Betroffene für gemeinnützige Arbeit, berichtet SRF. Seit September 2025 wurden 1388 Gesuche eingereicht, die Erfolgsquote liegt bei 80 Prozent.

Nur wenn es bei den Absprachen oder bei der Arbeit zu Schwierigkeiten kommt, muss der Einsatz abgebrochen und der Rest der Strafe bezahlt oder im Gefängnis verbüsst werden. Meistens scheint es aber zu klappen. «Wir haben unsere Ziele erreicht. Wir haben die Niederschwelligkeit ausgebaut, erreichen die Leute heute schneller, können sie besser abholen und sie schneller vermitteln», sagt die Leiterin des Infopoints, Désirée Weber Renz, zu SRF.

Schwarzfahrer helfen in der Küche aus

Betroffen sind beispielsweise Schwarz- oder Schnellfahrer, die zu Bussen, Geldstrafen oder Freiheitsstrafen von bis zu sechs Monaten verurteilt worden sind. Sie werden dann beispielsweise in Küchenbetrieben, Ateliers für einfach handwerkliche Arbeiten, im Recycling oder bei der Umgebungspflege eingesetzt. Der Kanton hat eine Liste von 250 Betrieben, in denen gemeinnützige Arbeit verrichtet werden kann.

Der Arbeitseinsatz der Betroffenen spart dem Kanton auch Geld ein. Denn ein Tag im Gefängnis würde ihn 240 Franken pro Person kosten. Auch der administrative Aufwand ist geringer, wie SRF berichtet. Und die Rückmeldungen seien bisher positiv. Denn die Betroffenen erhalten zwar keinen Lohn, werden aber auch nicht aus ihrem Alltag gerissen. (vro)

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