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Glarner zu Handgranaten «Made in Switzerland»: «Vielleicht müssen wir sie künftig ohne Logo liefern»

Glarner zu Handgranaten «Made in Switzerland»: «Vielleicht müssen wir sie künftig ohne Logo liefern»

Cendrim R. hatte Zugang zu Handgranaten «Made in Switzerland». Die GSoA verlangt deshalb einen Exportstopp für Kriegsmaterial. Bürgerliche wie der Aargauer SVP-Nationalrat Andreas Glarner sehen keinen Handlungsbedarf.
31.07.2016, 22:2101.08.2016, 17:15
Christoph Zehnder / Nordwestschweiz

Terrorist mit Schweizer Handgranaten

Schweizer Waffen in den Händen von Terroristen: Bei einem Anschlag in der Türkei der Attentäter Cendrim R. Handgranaten aus der Schweiz dabei. Video: © TeleM1

Beim tödlichen Anschlag in der Türkei vor zwei Jahren hatte der in Brugg aufgewachsene Cendrim R. Schweizer Handgranaten in seinem Arsenal. Das geht aus der Anklageschrift hervor, wie der "SonntagsBlick" schreibt.

Für die GSoA (Gruppe für eine Schweiz ohne Armee) ein weiterer Grund, den Export von Kriegsmaterial in den krisengeschüttelten Nahen Osten einzustellen. «Die bürgerlichen sollen sich endlich zu einer ernsthaften Terrorbekämpfung bekennen», fordert GSoA-Sekretär Sebastian Büchler deshalb gegenüber Tele M1.

Terrorbekämpfung beginnt bei den Waffen, findet Büchler: «Terroristen brauchen Waffen. So lange wir Waffen herstellen und liefern, haben wir weiterhin ein Problem mit Terrorismmus.»

«Lässt sich nicht verhindern»

Auf bürgerlicher Seite kann man dieser Forderung nichts abgewinnen. Der Aargauer SVP-Nationalrat Andreas Glarner sieht keinen Handlungsbedarf. «Das lässt sich nie ganz verhindern», so der SVP-Hardliner. (Munitions-)Kisten könnten erobert werde oder «den falschen Weg nehmen».

SVP - Nationalrat Andreas Glarner spricht mit den Medien
am ''Abstimmungshoeck'' der SVP im Gasthof Schuetzen in Aarau, am Sonntag, 5. Juni 2016. Das eidgenoessische Stimmvolk hat ...
Immer für eine Provokation gut: Andreas Glarner.
Bild: KEYSTONE

Aber Glarner wäre nicht Glarner, wenn er nicht doch noch einen eigenwilligen Vorschlag abzugeben hätte, wie zumindest der Image-Schaden für die Schweiz künftig abgewendet werden könnte: «Vielleicht müssen wir die Granaten in Zukunft ohne Logo liefern, damit niemand weiss woher sie stammen.»

Seco entscheidet über Export

Hergestellt wurden die Handgranaten, die Cendrim R. auf sich hatte, vom Rüstungskonzern Ruag. Sie waren Teil einer Lieferung an die Vereinigten Arabischen Emirate. Über Jordanien gelangten die Granaten weiter nach Syrien und in die Türkei.

Jetzt auf

Die Ruag betont, dass Rüstungsexporte strengen Vorschriften unterliegen. Ob diese bewilligt würden, entscheide das Staatssekretariat für Wirtschaft (Seco). Auch diese Praxis will die GSoA überprüft haben. 

Der Aargauer Cendrim R., der bei seinem Anschlag gemeinsam mit anderen radikalen Islamisten drei Menschen getötet hat, wurde in der Türkei unlängst zu einer Strafe von 175 Jahren verurteilt. (aargauerzeitung.ch)

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