Schweiz
Armee

Thomas Süssli: Schweizer Armee stoppt Verkauf von Bunkern

Armeechef Süssli: Schweizer Armee stoppt Verkauf von Bunkern

18.09.2023, 04:5418.09.2023, 06:54
Thomas Suessli, Chef der Armee nach der Medienkonferenz ueber einen Bericht ueber die Staerkung der Verteidigungsfaehigkeit der Schweizer Armee auf einem Rundgang ueber das Ausstellungsgelaende
Zurzeit gehe die Armee zudem durch den Katalog der Führungs- und Kampfanlagen, sagt Armeechef Thomas Süssli. Bild: keystone

Die Schweizer Armee hat den Verkauf von Bunkern gestoppt. Als Reaktion auf den Krieg in der Ukraine dezentralisiert sich die Armee vermehrt, wie Armeechef Thomas Süssli im Interview mit Tamedia sagte.

Die Luftwaffe werde beispielsweise trainieren, improvisierte Standorte zu betreiben, sagte Süssli im am Montag publizierten Interview weiter.

Zurzeit gehe die Armee zudem durch den Katalog der Führungs- und Kampfanlagen. Dazu gehörten auch Bunker, deren Standorte bereits bekannt seien. «Wir müssen das nehmen, was wir haben», sagte Süssli. Auch bereits bekannte Anlagen hätten einen militärischen Nutzen, wenn in einer bestimmten Region viele vorhanden seien. Die Armee soll nicht mit wenigen Bombenangriffen ausser Gefecht gesetzt werden, wie aus dem Interview hervorging.

Die Armee kommunizierte bereits im August, dass sie vermehrt auf Verteidigung setzt. Im Zuge des Kriegs in der Ukraine erhöhte sie den Eigenschutz. «Wir müssen immer zuerst unsere Unterkünfte und Lager schützen, bevor wir andere schützen können», sagte Süssli. Auch verstärkte sie die Spionageabwehr. Weitere Massnahmen würden die Vorräte und Infrastruktur betreffen. Details wollte er dazu nicht nennen. Insbesondere auf Munitionsvorräte angesprochen, hielt sich Süssli bedeckt.

Ein Soldat posiert an der Ausstellung
Die Schweizer Armee setzt vermehrt auf Verteidigung: Soldaten an einer Ausstellung der Schweizer Armee (August 2023). Bild: keystone

Ersatzteile auf Vorrat

Seit rund einem Jahr gehört die Munitionssparte des Rüstungskonzerns Ruag dem italienischen Waffen- und Ferngläserhersteller Beretta. «Es wäre gut, wenn die Schweiz bei der Munition eine gewisse Autonomie hätte», sagte Süssli.

Der Verkauf der Munitionssparte war ein politischer Entscheid. Im Falle einer Krise, hätte laut dem Armeechef auch eine Schweizer Firma Probleme, Munition zu produzieren. «Deswegen legen wir mehr Vorräte an», sagte er. Als Beispiel nannte Süssli Ersatzteile für den Kampfjet F-35.

Internationale Zusammenarbeit sicherstellen

Zudem stellt die Armee laut Süssli die Zusammenarbeit mit anderen Streitkräften sicher. Im Notfall würde diese nicht von jetzt auf sofort funktionieren. Nicht zu unterschätzen für Nato-Mitglieder sei der Schweizer Beitrag im Kosovo.

Konkrete Entscheide gebe es noch nicht, inwiefern die Schweiz dort zusätzliche Aufgaben übernehmen werde. «Im Bereich Cyber oder ABC, also atomar-biologisch-chemischer Abwehr, könnte die Schweiz mitwirken», sagte Süssli. In der Sommer-Session verlängerte das Parlament den Einsatz der Schweiz im Kosovo bis 2026. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Gault Millau kürt erstmals Vegi-Koch zum Koch des Jahres
Dominik Hartmann aus Rickenbach im Kanton Schwyz ist vom Restaurantführer Gault Millau zum «Koch des Jahres 2027» gekürt worden. Es ist das erste Mal, dass ein rein vegetarisch kochender Chef die Auszeichnung erhält. Der Guide zeichnete auch zahlreiche weitere Gastronominnen und Gastronomen aus.
Zur Story