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CVP soll Sitz von Widmer-Schlumpf erben

Falls die BDP-Bundesrätin nicht mehr antritt

CVP soll Sitz von Widmer-Schlumpf erben

30.11.2014, 03:2430.11.2014, 07:58
Martin Landolt will, dass der Sitz von Widmer-Schlumpf nicht an die Rechte verloren geht.
Martin Landolt will, dass der Sitz von Widmer-Schlumpf nicht an die Rechte verloren geht.Bild: KEYSTONE

Seit 2007 ist die BDP mit Eveline Widmer-Schlumpf im Bundesrat vertreten. Was aber passiert, wenn sie zurücktritt? Erstmals äussert sich der Parteipräsident zu dieser Frage. BDP-Chef Martin Landolt sagt gegenüber der Zeitung Schweiz am Sonntag, der Sitz müsse «in der Mitte bleiben». Und er wird konkret: «Aus heutiger Sicht würde dies einen zweiten Sitz für die CVP bedeuten.» 

Das sind brisante Aussagen. Umso mehr, als Ende Oktober das Projekt einer Union zwischen BDP und CVP platzte. BDP-Nationalrat Hans Grunder, der vormalige Parteipräsident, sagt: «Wenn Eveline Widmer-Schlumpf wider Erwarten nicht mehr zur Wahl antreten würde, gibt es ein gewaltiges Problem.» Grunder begründet dies so: «Die Mehrheit des Parlaments will keine Mitte-Rechts-Regierung, insbesondere nicht mit einer SVP, wie sie im Moment aufgestellt ist.» Wie Landolt ist auch Grunder der Meinung: «Die CVP könnte den Widmer-Schlumpf-Sitz unter gewissen Voraussetzungen erhalten.» Wenn es etwa gelinge, unter den Parteien CVP, GLP und BDP «für spätere Vakanzen eine Art Turnus festzulegen». 

Ob Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf im Jahr 2015 noch einmal antritt, ist noch völlig unklar.
Ob Bundesrätin Eveline Widmer-Schlumpf im Jahr 2015 noch einmal antritt, ist noch völlig unklar.Bild: RUBEN SPRICH/REUTERS

Damit wird klar, wie Mitte-Links einen rechtsbürgerlichen Viererblock aus je zwei FDP- und SVP-Bundesräten verhindern will: Dafür braucht es die CVP mit ihren heute 44 Parlamentssitzen, um zusammen mit SP (57), Grünen (17) und BDP (10) auf eine Mehrheit von 128 von total 246 Stimmen zu kommen. Ob Widmer-Schlumpf 2015 nochmals antritt, ist offen. Martin Landolt geht nicht von einem Rücktritt 2015 aus, aber es gibt in der Partei auch Stimmen, die das Gegenteil vermuten. (feb)

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