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3 Dinge, die du zur Schweizer Kriminalstatistik wissen musst



Gestellte Szene zum Thema Einbruch, aufgenommen Ende Februar 2003. Die Kriminalitaet hat im Jahr 2002 in der Schweiz wieder stark zugenommen. Wie eine am 25. Februar 2003 veroeffentlichte Auswertung der Zahlen von 14 Kantonen zeigt, ist neben dem anhaltenden Trend zu mehr Gewalt vor allem ein massiver Anstieg der Eigentumsdelikte zu beobachten. Ein Grund ist die grassierende Bandenkriminalitaet. 2001 hatte die Zahl der in der Schweiz begangenen Straftaten erstmals seit 1997 wieder zugenommen, allerdings nur um 1,8 Prozent. Fuer 2002 zeichnet sich nach den bis jetzt vorliegenden Zahlen aus 14 Kantonen ein staerkerer Anstieg ab. Vorantwortlich fuer den Anstieg sind vor allem die Eigentumsdelikte, die den Grossteil der Straftaten in der Schweiz ausmachen. Nachdem Diebstaehle und Einbrueche gesamtschweizerisch seit 1997 ruecklaeufig waren, ist fuer 2002 ein massiver Anstieg in Sicht.  (KEYSTONE/Walter Bieri)

Bild: KEYSTONE

In der Schweiz ist die Zahl der registrierten Straftaten 2018 zum sechsten Mal in Folge gesunken. Deutlich weniger Diebstähle standen deutlich mehr Betrugsfällen gegenüber. Bei den vollendeten Tötungsdelikten blieb die Zahl im Durchschnitt der letzten Jahre.

Die Zahl der polizeilich registrierten Straftaten ging im vergangenen Jahr sowohl bei den Widerhandlungen gegen das Strafgesetzbuch (-1,4 Prozent) als auch bei den Widerhandlungen gegen das Betäubungsmittelgesetz (-4,7 Prozent) zurück. Bei den Verstössen gegen das Ausländergesetz wurde eine Zunahme von 0,9 Prozent verzeichnet, wie das Bundesamt für Statistik (BFS) am Montag in der Kriminalstatistik mitteilte.

Es geht ums Geld

Vermögensdelikte machten nach Angaben der Konferenz der Kantonalen Polizeikommandanten (KKPKS) mit zwei Dritteln den grössten Teil der erfassten Straftaten gegen das Strafgesetzbuch aus. Auffallend sei, dass bei den Vermögensstraftaten die klassische Kriminalität wie Einbruch- und Einschleichdiebstahl erneut deutlich reduziert wurde, Delikte im Zusammenhang mit dem Internet aber angestiegen seien, heisst es in einer Mitteilung vom Montag.

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Die Polizei registrierte laut BFS-Statistik im vergangenen Jahr rund 112'000 Diebstähle. Im Vergleich zum Vorjahr sank die Zahl um 9674 Verzeigungen. Seit dem Rekordjahr 2012 mit 219'000 Diebstählen ist diese Zahl damit um 106'713 Straftaten oder 49 Prozent zurückgegangen.

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Die Zahl der Einbruchdiebstähle reduzierte sich dabei laut KKPKS um sieben Prozent auf 30'383 Delikte. Trotz des positiven Resultats warnt die KKPKS, dass immer noch jede Stunde in der Schweiz über drei Einbrüche verübt würden.

Bei Raub und Sachbeschädigung ohne Diebstahl sanken die Zahlen 2018 laut dem BFS auf ein Zehn-Jahres-Tief. Auch der Fahrzeugdiebstahl erreichte den tiefsten Wert seit 2009. Im Vergleich zu 2017 wurden weniger Fahrräder, aber mehr E-Bikes bei der Polizei als gestohlen gemeldet.

Betrug ist «In»

Verschiedene Straftatbestände bei den Vermögensdelikten nahmen jedoch zu. Im vergangenen Jahr wurde Betrug 16'319 Mal polizeilich registriert. Das entspricht dem höchsten Wert seit der Revision der Statistik im Jahr 2009.

Andere weniger häufig registrierte Straftatbestände (unter 1000 Straftaten pro Jahr), wie Erpressung, Erschleichung einer Leistung, unbefugtes Eindringen in Datenverarbeitungssysteme oder Zechprellerei erreichten ihren Höchststand seit zehn Jahren.

13 Prozent mehr Straftaten gab es laut der KKPKS etwa beim Missbrauch von Datenverarbeitungsanlagen. Zur Bekämpfung der Cyberkriminalität sei mit dem Aufbau des «Netzwerk Ermittlungsunterstützung digitale Kriminalitätsbekämpfung» die Zusammenarbeit unter den Kantonen intensiviert worden.

50 Menschen wurden getötet

Durchschnittswerte wurden im vergangenen Jahr laut BFS bei den vollendeten Tötungsdelikten festgestellt. Schweizweit wurden 2018 1425 schwere Gewaltstraftaten registriert. Dies entspricht einem Rückgang von 29 Straftaten.

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In absoluten Zahlen blieb die Gesamtzahl der registrierten schweren Gewaltstraftaten im Verlauf der Zeit relativ stabil. 50 vollendete Tötungsdelikte wurden gemeldet. Mehr als die Hälfte davon fand im häuslichen Bereich statt.

Trotz eines Anstiegs von Tätlichkeiten (+745) sowie einfachen Körperverletzungen (+187) blieb die Gesamtzahl aller Gewaltstraftaten pro 1000 Einwohnerinnen und Einwohner mit 5,2 Promille relativ stabil, stellt das BFS fest.

Die Zahl der beschuldigten Personen der ständigen Wohnbevölkerung nahm sowohl bei den Schweizerinnen und Schweizern als auch bei den Ausländerinnen und Ausländern zu. Stabil blieb hingegen die Zahl der beschuldigten Personen aus der Asylbevölkerung und bei den beschuldigten Ausländerinnen und Ausländern der nichtständigen Wohnbevölkerung.

Die Zahl der Straftaten im Zusammenhang mit Betäubungsmittelhandel ging um 3,5 Prozent zurück. Dies gilt auch für die Zahl der wegen Betäubungsmittelkonsum beschuldigten Minderjährigen (-9,6 Prozent) und Erwachsenen (-3,4 Prozent).

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Dieser Rückgang betrifft im Wesentlichen den Konsum von Cannabisprodukten, stellt das BFS fest. Der Cannabiskonsum werde nur bei Erwachsenen mit einer Ordnungsbusse geahndet und damit nicht in der polizeilichen Kriminalstatistik ausgewiesen. (aeg/sda)

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