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Sommaruga musste aufs WC, ausgerechnet als Köppel sprach

Nationalratspräsidentin Markwalder enthüllte auf TeleZüri den angeblich wahren Grund, warum Bundesrätin Simonetta Sommaruga den Nationalratssaal verliess.
Nationalratspräsidentin Markwalder enthüllte auf TeleZüri den angeblich wahren Grund, warum Bundesrätin Simonetta Sommaruga den Nationalratssaal verliess.Bild: KEYSTONE

Keine Protestaktion: Musste Sommaruga einfach aufs «Hüsli»? Und mit ihr die ganze SP-Fraktion? 

29.04.2016, 02:2029.04.2016, 06:14

 

Manchmal wäre es wohl besser zu schweigen als zu reden. Während sich Justizministerin Simonetta Sommaruga weiterhin nicht zum Eklat vom Dienstag äussert, bringt Nationalratspräsidentin Christa Markwalder drei Tage nach dem Vorfall gegenüber TeleZüri eine neue Version ins Spiel, warum die SP-Bundesrätin während einer angriffigen Rede von SVP-Nationalrat Roger Köppel den Nationalratssaal verliess:

«Simonetta Sommaruga sass schon stundenlang im Nationalratssaal. Sie musste aufs WC.»

Vor der Kamera von TeleZüri äussert sich Markwalder nicht selbst. Der Sender zitiert sie mit obenstehendem Statement und fügt hinzu, dass Markwalder nach eigenen Angaben von Sommaruga informiert worden sei. Der Kontext von Markwalders Aussagen ist nicht klar. Inwiefern eine volle Blase für den viel diskutierten Abgang Sommarugas verantwortlich ist, bleibt deshalb offen. Immerhin folgte ihr die ganze SP-Fraktion, mehrere Vertreter kritisierten danach Köppel für seinen respektlosen Umgang mit der Bundesrätin. Der Blick will zudem aus SP-Kreisen und Sommarugas persönlichem Umfeld erfahren haben, dass es sich sehr wohl um eine Protestaktion handelte.

«Soll glauben, wer will»: Roger Köppel zeigt sich skeptisch zur Behauptung, dass Sommaruga den Nationalratssaal während seiner provokativen Rede wegen einer Toilettenpause verliess. 
«Soll glauben, wer will»: Roger Köppel zeigt sich skeptisch zur Behauptung, dass Sommaruga den Nationalratssaal während seiner provokativen Rede wegen einer Toilettenpause verliess. Bild: KEYSTONE

Was auch immer an dieser «Wende» dran ist, die SVP nimmt den Steilpass mitten im Abstimmungskampf um das Asylgesetz jedenfalls dankend auf. «Soll glauben, wer will», sagte etwa Köppel, als ihn TeleZüri mit Markwalders Aussage konfrontiert. Er tut es jedenfalls eher nicht. Und er wiederholt, wie respektlos er es findet, dass eine Bundesrätin während einer Debatte den Saal verlässt. Er hatte Sommaruga unter anderem «frivole Leichtfertigkeit» mit der Verfassung vorgeworfen und ihr unterstellt, sie wolle Haus- und Wohnungsbesitzer enteignen, um Unterkünfte für Asylsuchende zu bauen.

Ob eine bewusste Protestaktion oder ein besoin naturel zum je nach Sichtweise günstigsten oder ungünstigsten Zeitpunkt – diejenige, die das Rätsel auflösen könnte, schweigt. Bundesrätin Sommaruga will sich nicht äussern, wie ihr Departement auf Anfrage von TeleZüri ausrichten liess. Wie lange sie wohl noch schweigen kann?

(trs)

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