Schweiz
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Der Tessiner Regierungspr

Norman Gobbi ist der aktuelle Regierungspräsident des Kantons Tessin. Bild: sda

Norman Gobbi: «Bern war in Corona-Krise oft zu spät»

In der Coronakrise hat der Bundesrat bisweilen gezaudert. So lautet der Vorwurf des Tessiner Regierungspräsidenten Norman Gobbi. Vor allem zu Beginn der Pandemie fand der Südkanton zu wenig Gehör in Bern.



«Wir Tessiner sind es gewohnt, von Bern nicht immer verstanden zu werden», sagte Gobbi in einem am Samstag publizierten Interview mit dem Blick. Bei Corona sei sein Kanton aber Vorreiter gewesen, der Bundesrat habe bei vielen Massnahmen nachgezogen. Gobbi findet deutliche Worte: «Bern war oft zu spät.»

Nach Ansicht des Regierungsrates liegt das auch daran, dass in direkter Nachbarschaft die Lombardei mit hohen Fallzahlen und vielen Verstorbenen zu kämpfen gehabt habe, während sich die Deutschschweiz und die Romandie eher nach Deutschland und Frankreich orientiert hätten.

«Bern war oft zu spät.»

Norman Gobbi

Gobbi kritisiert Kommunikation von Bundesrat

Als unglücklich erachtet Gobbi auch die Kommunikation des Bundesrates. Von gewissen Beschlüssen habe der Kanton erst kurz vor der Medienkonferenz erfahren. «Einige Bundesräte teilten den Journalisten Informationen mit, die nicht immer mit den erläuternden Berichten übereinstimmten.»

Im Laufe der Krise habe sich etwas getan im Bundesrat. «Am Schluss fanden wir aber Gehör.» Die Landesregierung habe viel für den Schutz der Arbeitnehmer und Arbeitgeber getan. Dank der Krisenfenster habe sein Kanton auch weitergehende Massnahmen ergreifen können.

Gobbi zeigt sich auch selbstkritisch. Die ganze Gesellschaft sei zu wenig gut vorbereitet gewesen, nicht nur der Bund und die Kantone. (rwa/aargauerzeitung.ch)

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    Alle Leser-Kommentare
  • FrancoL 19.07.2020 13:03
    Highlight Highlight «Wir Tessiner sind es gewohnt, von Bern nicht immer verstanden zu werden»
    Es mag sein, dass die Tessiner nicht verstanden wurden und damit auch Nachteile in Sachen Corona in Kauf nehmen mussten, das ist klar unschön und sollte sich nicht wiederholen.

    Doch genau so gute kann Bern sagen, dass es immer wieder vom Tessin nicht verstanden wurde und da wird sich das Tessin wohl auch einmal an seiner Nase nehmen und vielleicht auch versuchen Bern zu verstehen, denn es gibt etliche Bereichs in denen das Tessin schaltet und waltet, als würde Bern nicht existieren, zB in der Raumplanung.
    • landre 20.07.2020 08:13
      Highlight Highlight Bezüglich "Raumplanung Schweiz" ist aber festzustellen dass Tessin das mit Abstand komplizierteste und schwierigste Pflaster zum handhaben hat (Geografie, Topografie, Demografie, Geopolitik usw)

      Daher legitimiert sich bezüglich "Raumplanung" die Frage was Du zB konkret mit "(...) schaltet und waltet, als würde Bern nicht existieren, zB in der Raumplanung." meinst?

    • FrancoL 20.07.2020 08:32
      Highlight Highlight @landre; Die Voraussetzungen sind nicht anders als in anderen Kantonen, da die Raumplanung relativ moderat geregelt ist. Es sind einfache Gesetzesgrundlagen, die für alle Kantone gelten sollen und auch durchsetzbar sind.
      Der Tessin hat aber grosse Mühe diese Gesetze umzusetzen, vor allem ausserhalb der Bauzonen, wo gerade eine etwas einheitlichere Regelung wünschenswert wäre.
      Auch im Bereich der Zulassung ausserkantonalen Unternehmungen im Baubereich fährt der Kanton eine restriktive Linie und geniesst aber selbst für seine Unternehmungen viel weniger Einschränkungen in den anderen Kantonen.
    • landre 20.07.2020 09:02
      Highlight Highlight @FrancoL

      Das stimmt leider ansatzweise. Hat aber sehr viel damit zu tun dass der Bausektor im Tessin seit Jahrzehnten einer der System relevanten oder gar der System relevante Grundpfeiler der kantonalen Ökonomie ist (was logischerweise schon fast fahrlässig ist, aber leider soweit Fakt bleibt).

      Tessin hat aber deswegen mittlerweile auch eines der durchdachtesten Baugesetze so wie Raumplanung-Grundlage (Piano direttore cantonale; usw.)

      Dass Tessin Mühe hat Bundesgesetze oder -Vorlagen einzuhalten stimmt schlichtweg nicht...Verwechselst Du womöglich Tessin mit Italien?
  • quad 19.07.2020 09:19
    Highlight Highlight Dafür hatte Herr Gobbi & seine Politikkollegen bereits vor Jahren Grossunternehmen im Tessin unterstützt damit sie zu billigen Arbeitskräften aus Italien kommen. Heute sind das fast 70'000 Grenzgänger für einen Kanton der 350'000 Einwohner zählt ....

    Am Schluss dann doch ein bisschen einfach dem BR die Schuld in die Schuhe zu schieben wenn man sich selber, durch den "Import" von billigen Arbeitskräften aus Italien, so abhängig gemacht hat.
    • FrancoL 19.07.2020 13:06
      Highlight Highlight Ja da treffen Sie den Nagel auf dem Kopf und man könnte noch einige Bereiche aufzählen in denen der Tessin sich selbst ins Bein geschossen hat und immer gerne den Bund dafür verantwortlich macht.
  • Hator 18.07.2020 18:32
    Highlight Highlight Wenn er recht hat, hat er recht.
  • «Shippi» 18.07.2020 18:31
    Highlight Highlight Mimimi, Gobbi.
    Alles ging gut, im Tessin und in der ganzen Schweiz.
    Das Traurige an Politikerinnen und Politikern ist, dass sie eher Schuldige suchen, als dass sie Verantwortung übernehmen.
    Seit einigen Wochen regiert ja wieder Bellinzona vollumfänglich über seinen Kanton, dann sollen sie es jetzt besser machen, anstatt mit dem Finger auf den Bundesrat zu zeigen.
  • F2 to Enter Setup 18.07.2020 18:10
    Highlight Highlight Liest man den ganzen Artikel und nicht nur die Schlagzeile, kommt man zum Schluss: Na also. Alles halb so wild.
  • ARoq 18.07.2020 15:19
    Highlight Highlight Einen lesenswerten Artikel mit einem etwas tieferen Einblick zur damaligen Situation im Tessin gab es von der NZZ; "Wie Corona das Tessin an den Rand einer Katastrophe brachte und die Willensnation auf die Probe stellte"
    https://www.nzz.ch/gesellschaft/wie-corona-das-tessin-an-den-rand-einer-katastrophe-brachte-und-die-willensnation-auf-die-probe-stellte-ld.1556749
  • lilie 18.07.2020 14:50
    Highlight Highlight Ich verstehe total, dass der Tessin besorgt war, als bei ihnen die Zahlen explodierten, der Bundesrat aber noch zögerte. Es war aber auch richtig, dass der Bundesrat nicht ausschliesslich das Tessin im Blickfeld hatte, sondern die ganze Schweiz. Das ist schliesslich seine Aufgabe.

    Das Tessin hat dann in einigen Punkten Eigeninitiative übernommen, und auch das war richtig so. Dazu gibt es eine Autonomie der Kantone.

    Schön auch, dass das Tessin eine Verbesserung in der Kommunikation feststellen konnte. Auch wenn nicht alles von Anfang an rund lief - am Schluss zogen alle am gleichen Strick.
    • landre 18.07.2020 15:15
      Highlight Highlight Wirklich ehrlich wäre anzuerkennen dass (nur) gewisse Regierungsrätinnen und -Räte, unterstützt von deren Legislativen aus mehreren und verschiedenen Kantonen nicht nur so richtig die Alarmglocken läuteten, sondern die Situation auch sachlich vernünftig in die Hände nahmen...Nur dank denen kann Schweiz heute mit der Situation mehr oder weniger gut umgehen...
  • landre 18.07.2020 14:45
    Highlight Highlight Lob und Respekt dem Kanton Tessin (und anderen).

    (...Hätte der Bund auf gewisse andere Regierungsrätinnen und -Räte aus einiges reicheren und mächtigeren Kantonen gehört, würde die Schweizer Bevölkerung heute höchst wahrscheinlich in einem krassen Schlamassel...)
  • tss 18.07.2020 14:43
    Highlight Highlight Im nach hinein wissens alle besser. Bei gewissen Politiker könnte man meinen, Sie wusten und kannten die auswirkungen bereits im vohrinein. Und vergesst nicht unsere Bundesräte haben nach bestem wissen und gewissen gehandeld vo sie damals hatten. Wenn bei der nächsten Pandemie gleich (verzögert) gehandelt wir, ist die kritik korrekt. Benützt endlich die Masken, denn die schützen den nächsten von Euch, ( je nach Maske auch sich selbst). Und verhinder weitere ausbrüche. Und befolgt die anweisungen. Und verzichtet lieber 1x zuviel auf eine Party 1mal als zu wenig. Könnte günstiger sein!
  • Turicum04 18.07.2020 14:41
    Highlight Highlight Bis der Bundesrat endlich entschieden hat! Sieben Entscheidungsträger - sieben verschiedene Meinungen! Es zeigt wieder einmal, dass unser Kollegialsprinzipt nicht mehr funktionieren kann! Was für ein Desaster bei einem Weltkrieg?
    • Selbstverantwortin 18.07.2020 15:03
      Highlight Highlight Komisch, dass genau dieses Land mit einer solchen Regierung sich als einziges der Region bei zwei Weltkriegen schützen konnte.
      Aber was sind schon Fakten gegen eine starke Meinung.
    • MaskedGaijin 18.07.2020 15:16
      Highlight Highlight Turicum04 träumt wohl von einem ZK wie damals in der UdSSR.
    • Martel 18.07.2020 15:59
      Highlight Highlight Selbstverantworterin: dass wir in den Weltkriegen nicht angegriffen wurden, hat ganz andere Gründe als eine starke Regierung. Im Gegenteil...
    Weitere Antworten anzeigen
  • Stinkstiefel 18.07.2020 14:34
    Highlight Highlight Im Tessin war man Vorreiter bei den Massnahmen, man war aber auch Vorreiter bei den Infektionszahlen. Insofern eine Nullaussage. Dass man die Tessiner Massnahmen nicht gleichzeitig in allen Kantonen einführt, wenn dort infektionstechnisch (noch) gar nichts los ist, ist auch logisch. Das heisst Föderalismus und ist ein Stützpfeiler des Zusammenlebens in der Schweiz, gerade zwischen verschiedensprachigen Kantonen.

    Die Kommunikation kann man tatsächlich kritisieren. Zu spät war Bern aber vor allem beim Öffnen.
    • Nelson Muntz 18.07.2020 17:46
      Highlight Highlight oha, ein Gelernter! du solltest Bundesratskanzlerpräsident werden!

      #votestinkstiefel
    • Stinkstiefel 18.07.2020 17:57
      Highlight Highlight Dein Benutzername ist auch Programm.
      Pöbelei statt Argumente.


      Ja, ich hätte eine frühere Öffnung für sinnvoll gehalten. Habe ich auch damals schon gesagt. Gab auch Bundesräte, die das so sahen. Und sogar Daniel Koch ;)
    • Nelson Muntz 18.07.2020 18:47
      Highlight Highlight Und wenn dein Benutzername Programm ist dann... egal

      Höness würde meinen du bist der Sforza.
  • De-Saint-Ex 18.07.2020 14:22
    Highlight Highlight Wo er recht hat, hat er recht...
  • NumeIch 18.07.2020 14:20
    Highlight Highlight Zum Glück wurde dieser Gobbi nicht Bundesrat.
    • Martel 18.07.2020 16:00
      Highlight Highlight *Globi

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