Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
CVP-Nationalrat Gerhard Pfister anlaesslich der Dreikoenigskonferenz der Zuger CVP in Zug, am Mittwoch, 6. Januar 2016. Pfister kandidiert als CVP-Praesident, wie er an der Dreikoenigstagung der Zuger CVP bekanntgab. Die Entscheidung, wer Nachfolger von Christophe Darbellay wird, faellt am 23. April an der Delegiertenversammlung der CVP Schweiz in Winterthur.  (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Bild: KEYSTONE

Retter von Rechts: Pfister droht die CVP zu spalten

Gerhard Pfister gilt als rechtester Parlamentarier der CVP-Fraktion mit Wurzeln im katholischen Milieu. Seine Ambitionen haben den sozialliberalen Teil der Partei aufgeschreckt.

Sven Altermatt / Aargauer Zeitung



Das hat Gerhard Pfister doch noch sauber hinbekommen. Schon seit Monaten wurde darüber spekuliert, ob der Zuger CVP-Nationalrat der neue Präsident seiner Partei werden will. Immer wieder wurde sein Name genannt. Doch Pfister hat fast alle genarrt. Zuerst liess er im vergangenen März ausrichten, dass er eine Kandidatur ausschliesse. Er kenne seine Grenzen und Fähigkeiten, sagte er dem «Tages-Anzeiger». Dann kursierte sein Name im Spätherbst erneut, Pfister schwieg vieldeutig und das Rätselraten begann wieder.

Jetzt also doch. An der Dreikönigskonferenz der Zuger Kantonalpartei gab Pfister gestern seine Kandidatur bekannt. Die Schweiz könne nur dann erfolgreich bleiben, wenn es auch eine starke christdemokratische Partei gebe, sagte er vor den Medien. Die CVP versteht der 53-Jährige als Partei, die sich den abendländischen Werten verschreibt und diese hochhält.

Traditionell geprägt

Dass es ihm ernst ist mit seiner Kandidatur, machte Pfister mit einem Versprechen deutlich: Beruflich habe er sich so ausgerichtet, dass seine «Präsenz vor Ort» nicht mehr nötig sei. Und einige Mandate wolle er im Falle seiner Wahl abgeben. Pfister ist Lehrer für Deutsch und Philosophie, bis 2012 führte er eine eigene Privatschule.

Bis 2008 stand er während zehn Jahren an der Spitze der Zuger CVP. In dieser Zeit habe er der Kantonalpartei aus ihrer Krise geholfen, sagte der amtierende Parteichef Martin Pfister. Und Gerhard Pfister selbst betonte: «Dank einer klareren Positionierung kann die Partei wieder Wahlerfolge feiern.» Diesen Erfolg möchte er mit der Mutterpartei wiederholen.

CVP-Nationalrat Gerhard Pfister anlaesslich der Dreikoenigskonferenz der Zuger CVP in Zug, am Mittwoch, 6. Januar 2016. Pfister kandidiert als CVP-Praesident, wie er an der Dreikoenigstagung der Zuger CVP bekanntgab. Die Entscheidung, wer Nachfolger von Christophe Darbellay wird, faellt am 23. April an der Delegiertenversammlung der CVP Schweiz in Winterthur.  (KEYSTONE/Alexandra Wey)

Der rechteste CVP-ler: Pfister.
Bild: KEYSTONE

Tatsächlich wird es nicht einfach sein, die Partei aus ihrem Tief zu führen. Die Christdemokraten schwächeln seit Jahren, Wahlsiege sind spärlich geworden. Auch dem abtretenden Präsidenten Christophe Darbellay ist es nicht gelungen, dies zu ändern. Das weiss auch Gerhard Pfister. Die Trendwende sei äusserst anspruchsvoll, sagte er. «Das wird nicht eine Sache von Monaten, sondern von Jahren.» 

Steigen auch Candinas und Bischof ins Rennen?

Noch ist unklar, ob sich neben Gerhard Pfister weitere Politiker für das CVP-Präsidium bewerben. Als heisser Anwärter gilt der Bündner Nationalrat Martin Candinas. Auf Anfrage sagt der 35-Jährige, er habe sich noch nicht entschieden. Seinen Entscheid werde er aber «spätestens Ende Januar» fällen, zumal er dazu ja ohnehin noch bis Mitte Februar Zeit habe. Als möglicher Kandidat gilt auch der Solothurner Ständerat Pirmin Bischof. Der 56-Jährige will ebenfalls erst in wenigen Tagen über eine mögliche Kandidatur orientieren; er weilt derzeit in den Ferien. In Parteikreisen gilt es jedoch als wahrscheinlicher, dass sich Bischof für den Bundesratssitz bewirbt, der noch in dieser Legislatur frei werden könnte, falls Doris Leuthard vorzeitig zurücktritt. (dbü/sva)

Nach den Wahlen agiert die CVP kaum mehr als Mehrheitsbeschafferin im Parlament, ihre Rolle als «Zünglein an der Waage» hat sie verloren. Allzu schlimm ist dieser Verlust in den Augen von Pfister aber nicht: «Es braucht keine Neupositionierung der Partei.» Vielmehr müsse die CVP genau erklären, wohin sie wolle.

Und genau das ist es, was manche Christdemokraten nervös werden lässt. Was meint Pfister, wenn er mehr Eigenständigkeit fordert? Wird eine Mitte-Allianz so unmöglich? Will er die Partei auf einen rechtskonservativen Kurs führen?

Schliesslich gilt Pfister als rechtester Parlamentarier der CVP-Fraktion. Der Zuger ist ein Vertreter der traditionell geprägten Christdemokratie, tief verwurzelt im katholischen Milieu. Mit Abtreibungen kann er nichts anfangen, er ist ein Freund von Privatisierungen und stimmt bei jeder sechsten Abstimmung anders als seine Partei. Die Energiewende, vorangetrieben von CVP-Bundesrätin Doris Leuthard, ist für ihn eher heisse Luft.

«Pfister würde CVP spalten»

Pfisters Vorpreschen hat den sozialliberalen Parteiflügel aufgeschreckt. Öffentlich mag sich derzeit kaum jemand gegen ihn stellen. Die Zürcher Nationalrätin Kathy Riklin etwa bezeichnet Pfister knapp als «sehr guten Moderator» und sagt diplomatisch: «Niemand steht Schlange für das Präsidium, jede Kandidatur ist gut.»

Als dezidierter Gegner einer Präsidentschaft Pfister outete sich bislang erst der Walliser Nationalrat Yannick Buttet. Gegenüber der «Nordwestschweiz» sprach er von einer Stilwahl. Selbst als Politiker, der eher rechts stehe und mit Pfister viele Haltungen teile, müsse er warnen: «Präsident Pfister würde die CVP spalten.» (aargauerzeitung.ch)

Das könnte dich auch interessieren:

Musk kam, sah und wurde fast von Ameisen gebodigt – das steckt hinter der Wut auf Tesla

Link zum Artikel

Instagram-Star Morena Diaz hat einen ehemaligen Freund wegen Vergewaltigung angezeigt

Link zum Artikel

Covid-19 zertrümmert den Mythos von der Effizienz des chinesischen Systems

Link zum Artikel

Attentat von Hanau: «Rechtsextreme Influencer radikalisieren die ‹einsamen Wölfe›»

Link zum Artikel

6 Schweizer Mythen im Faktencheck

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel

Das Verkehrsregel-Quiz: Wer hier versagt, muss den Bus nehmen

präsentiert vonMarkenlogo
Link zum Artikel

Waadtländer wird von falscher Geliebter abgezockt – und zwar so richtig

Link zum Artikel

Schweizer Zahnärzte haben ein Hygiene-Problem – und niemand tut etwas dagegen

Link zum Artikel

Bill Gates hat sein erstes Elektroauto gekauft – jetzt rate, was für eins! 🙈

Link zum Artikel

«Der Drogenkonsum war nicht das Schlimmste» – Jasmin über ihr Leben bei süchtigen Eltern

Link zum Artikel

An dieser Monsterschlange mussten Skifahrer anstehen, um auf den Lift zu kommen 😨

Link zum Artikel

«Obwohl ich ihn heiraten will, kriege ich jetzt Panik …»

Link zum Artikel

«Natürlich hatte ich schon mit Piloten Sex»: Eine Swiss-Stewardess erzählt

Link zum Artikel

Du kannst mit dem letzten Penalty alles klar machen … UND DANN SCHIESST DU SO?!

Link zum Artikel

Du willst Polizist werden? Dann musst du zuerst dieses Deutsch-Diktat meistern

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Musk kam, sah und wurde fast von Ameisen gebodigt – das steckt hinter der Wut auf Tesla

184
Link zum Artikel

Instagram-Star Morena Diaz hat einen ehemaligen Freund wegen Vergewaltigung angezeigt

257
Link zum Artikel

Covid-19 zertrümmert den Mythos von der Effizienz des chinesischen Systems

101
Link zum Artikel

Attentat von Hanau: «Rechtsextreme Influencer radikalisieren die ‹einsamen Wölfe›»

91
Link zum Artikel

6 Schweizer Mythen im Faktencheck

32
Link zum Artikel

Das Verkehrsregel-Quiz: Wer hier versagt, muss den Bus nehmen

194
Link zum Artikel

Waadtländer wird von falscher Geliebter abgezockt – und zwar so richtig

10
Link zum Artikel

Schweizer Zahnärzte haben ein Hygiene-Problem – und niemand tut etwas dagegen

27
Link zum Artikel

Bill Gates hat sein erstes Elektroauto gekauft – jetzt rate, was für eins! 🙈

84
Link zum Artikel

«Der Drogenkonsum war nicht das Schlimmste» – Jasmin über ihr Leben bei süchtigen Eltern

41
Link zum Artikel

An dieser Monsterschlange mussten Skifahrer anstehen, um auf den Lift zu kommen 😨

115
Link zum Artikel

«Obwohl ich ihn heiraten will, kriege ich jetzt Panik …»

129
Link zum Artikel

«Natürlich hatte ich schon mit Piloten Sex»: Eine Swiss-Stewardess erzählt

228
Link zum Artikel

Du kannst mit dem letzten Penalty alles klar machen … UND DANN SCHIESST DU SO?!

10
Link zum Artikel

Du willst Polizist werden? Dann musst du zuerst dieses Deutsch-Diktat meistern

118
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Musk kam, sah und wurde fast von Ameisen gebodigt – das steckt hinter der Wut auf Tesla

184
Link zum Artikel

Instagram-Star Morena Diaz hat einen ehemaligen Freund wegen Vergewaltigung angezeigt

257
Link zum Artikel

Covid-19 zertrümmert den Mythos von der Effizienz des chinesischen Systems

101
Link zum Artikel

Attentat von Hanau: «Rechtsextreme Influencer radikalisieren die ‹einsamen Wölfe›»

91
Link zum Artikel

6 Schweizer Mythen im Faktencheck

32
Link zum Artikel

Das Verkehrsregel-Quiz: Wer hier versagt, muss den Bus nehmen

194
Link zum Artikel

Waadtländer wird von falscher Geliebter abgezockt – und zwar so richtig

10
Link zum Artikel

Schweizer Zahnärzte haben ein Hygiene-Problem – und niemand tut etwas dagegen

27
Link zum Artikel

Bill Gates hat sein erstes Elektroauto gekauft – jetzt rate, was für eins! 🙈

84
Link zum Artikel

«Der Drogenkonsum war nicht das Schlimmste» – Jasmin über ihr Leben bei süchtigen Eltern

41
Link zum Artikel

An dieser Monsterschlange mussten Skifahrer anstehen, um auf den Lift zu kommen 😨

115
Link zum Artikel

«Obwohl ich ihn heiraten will, kriege ich jetzt Panik …»

129
Link zum Artikel

«Natürlich hatte ich schon mit Piloten Sex»: Eine Swiss-Stewardess erzählt

228
Link zum Artikel

Du kannst mit dem letzten Penalty alles klar machen … UND DANN SCHIESST DU SO?!

10
Link zum Artikel

Du willst Polizist werden? Dann musst du zuerst dieses Deutsch-Diktat meistern

118
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

Themen
7
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
7Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Dewar 07.01.2016 09:55
    Highlight Highlight Pfister hat sicher Führungskompetenzen und ist ein schlauer Kopf, aber einer der am Rand der Partei politisiert kann die breite Mitte wohl nur schwer unter sich vereinen.
    Die CVP braucht eine klarere Position, aber diese wird sie nicht im rechten Milieu finden, denn das Land hat bereits eine profilierte Wirtschaftspartei und eine starke Rechtskonservative mit etabliertem Wählerstamm. Will sie erfolgreich sein, muss sie die gemässigten Mitte-Wähler hinter sich bringen, die weder speziell links noch grün noch liberal noch rechtskonservativ sind. Mit Pfister an der Spitze wohl kaum machbar.
    • Dewar 07.01.2016 10:13
      Highlight Highlight Ergänzung: In vielen Fragen wird das C im Parteinamen nicht mehr allzu ernst genommen, und ich sehe nicht ein, wieso man in anderen Fragen nicht auch mit der Zeit gehen kann.
      Der CVP-Anhänger von heute wählt die Partei wohl v.a. aus traditionellen Gründen (siehe Wallis), ist eher älter und katholisch. Heisst: Die Wählerschaft stirbt der CVP langsam weg. Die jüngeren homophoben, abtreibungsfeindlichen und anti-islamischen Wähler sind längst zur SVP abgesprungen. Dies wäre auch eine Chance für die CVP, sich neu zu erfinden und zu entstauben. Tut sie dies nicht, wird sie wohl weiter verlieren.
  • GreenBerlin 07.01.2016 05:42
    Highlight Highlight Bin politisch zwar eher im liberalen, agnostischen Flügel angesiedelt, schätze Herrn Pfister aber trotzdem als kompetenten, authentischen NR und attestiere ihm Führungsqualitäten.
    Traue ihm durchaus zu, ein Absacken der CVP auf unter 10% Wähleranteil verhindern zu können. Kurz- und mittelfristig signifikant an Wähleranteilen zu gewinnen halte ich aktuell jedoch für nahezu unmöglich. Dafür zehren Darbellays angerichtetes "Mini-Desaster" und die Grosswetterlage der Politik zu sehr an der Substanz dieser Partei.
    Eine Kandidatur von Pirmin Bischoff würde eine gute Alternative/Auswahl darstellen.
  • NWO Schwanzus Longus 07.01.2016 03:09
    Highlight Highlight Ein kleiner Rechtsrutsch der CVP durch Pfister als Präsi könnte der Partei mehr Stimmen verschaffen. Ausserdem ist Pfister ein Erfahrener Mann.
  • Sandokan 06.01.2016 23:25
    Highlight Highlight Fürde es noch gut finden wenn die protestantistische/kalvinistische SVP und die katholische CVP sich beginnen zu zerfleischen, würde sicher noch interessant werden ..go for it..!!
  • peeti 06.01.2016 23:23
    Highlight Highlight Immerhin gäbe das der CVP endlich mal etwas Profil. Und Dank dem Kurs von Müller bzw. wohl bald Wasserfallen junior gäbe es links der FDP auch neue Wählersegmente zu holen. Juhu, alles geht nach rechts - schöne neue Welt.
    Die CVP soll mir bei eine Wahl Pfisters aber ja nicht mit "Mir sind dänn dFamiliäpartei" kommen. Dieser Zug wäre dann def. abgefahren...
  • Semper 06.01.2016 22:56
    Highlight Highlight Ist gegen die Energiewende?! Dieser Typ gefällt mir...

Liveticker

«Für mich kein Freudentag»: Leuthards Rücktritt und die Folgen

Artikel lesen
Link zum Artikel