Schweiz
Digital

Init7 erhöht Surftempo auf 25 Gbit/s (und überflügelt Swisscom und Co.)

Fredy Künzler, Internet-Unternehmer, Gründer Init7, SP-Politiker in Winterthur.
Init7-Chef Fredy Künzler übt scharfe Kritik am grössten Konkurrenten.Bild: SP Winterthur

Init7 erhöht Surftempo auf 25 Gbit/s (und überflügelt damit Swisscom und Co.)

25.05.2021, 16:2425.05.2021, 16:41

Der Schweizer Telekomanbieter Init7 gibt auf den Glasfaserleitungen Gas: Die Spitzen-Surfgeschwindigkeit werde auf bis zu 25 Gigabit pro Sekunde erhöht, teilte das Unternehmen am Dienstag in einem Communiqué mit.

Damit überholt die Firma aus Winterthur die grosse Konkurrenz. Bei Swisscom, Salt und Sunrise ist bei 10 Gbit/s Schluss, auf dem Kabelnetz von UPC bei 1 Gbit/s. Dies gilt laut Init7 bei Anschlüssen, wo die Glasfaserleitung direkt von der Anschlusszentrale bis zur Wohnung (FTTH) gezogen sei (so genannte Punkt-zu-Punkt-Verbindungen).

Harte Kritik an Swisscom-Ausbau

Dabei nutze man die Glasfasernetze von Energieversorgern wie beispielsweise von EWZ, IWB, SIG und fast allen Gebieten von Swiss Fibre Net, wie Init7-Chef Fredy Künzler auf Anfrage erklärte. Auch das Swisscom-Glasfasernetz werde genutzt.

Dagegen kritisierte der Init7-Chef heftig die Ausbaupläne der Swisscom in den Gebieten, wo der Branchenprimus alleine Glasfasernetze baut. Man wehre sich gegen die Multipunkt-Bauweise (P2MP), weil damit mehrere Kunden über eine Glasfaserzuleitung angeschlossen seien.

Anzeige bei der Weko

«Die maximal möglichen 10 Gbit/sec werden auf P2MP-basierenden Netzen auf 32 Kunden aufgeteilt. Die Kunden teilen sich dadurch die Bandbreite mit ihren Nachbarn», erklärte Künzler.

Dadurch verhindere die Swisscom, dass alternative Internetanbieter ein besseres Angebot in neu auszubauenden Glasfasernetzen realisieren könnten.

«Die Konkurrenz, die Glasfaserleitungen zumieten muss, wird ausgebremst und kann nicht mehr selbst über Technologie und Angebot entscheiden.»
Init7-Chef Fredy Künzler

Init7 verurteile dieses Vorgehen der Ex-Monopolistin und habe deshalb bei der Wettbewerbskommission (Weko) im September 2020 Anzeige eingereicht.

Die Weko sah die Gefahr, dass Swisscom beim Bau des Glasfasernetzes Konkurrenten vom Markt ausschliesse und eine marktbeherrschende Stellung missbrauche. Die Wettbewerbshüter erliessen deshalb Mitte Dezember vorsorgliche Massnahmen und verpflichteten die Swisscom, Konkurrenten weiterhin den Zugang zur physischen Netzinfrastruktur zu gewähren.

Die Swisscom hat gegen diese vorsorglichen Massnahmen Rekurs beim Bundesverwaltungsgericht eingereicht. Auch Init7 habe gegen die Weko-Verfügung Beschwerde eingereicht, sagte Künzler. Diese sei aber mehr formeller Natur, denn die Weko-Verfügung sei nicht zu 100 Prozent eindeutig. Die Branche rechnet mit einem Urteil des Bundesverwaltungsgerichts in den nächsten Wochen.

(dsc/sda/awp)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Die turbulente Geschichte des Schweizer Mobilfunks
1 / 40
Die turbulente Geschichte des Schweizer Mobilfunks
«Wo biiisch!?» watson präsentiert Meilensteine der Schweizer Mobilfunk-Geschichte.
quelle: keystone / martin ruetschi
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Das ist das Drohnen-Video des Jahres!
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
KI-Revolution als Fluch oder Segen? Umfrage zeigt Schweizer Haltung
Eine Studie des Schweizer Maus- und Tastaturherstellers Logitech liefert Einblicke in die Gefühlswelt von Computernutzern. Beim Thema Künstliche Intelligenz sind die Resultate eindeutig.
Der Clip ist bereits einige Jahre alt, doch das Gefühl, das er vermittelt, ist für viele Leute noch immer alltäglich. In einem kurzen Film aus den 90er-Jahren, der noch vor Social Media online grosses Echo fand, flippt ein genervter Büroangestellter wegen seines Computers aus und zerlegt diesen vor lauter Frust in Einzelteile. Auch wenn sich die Mehrheit der Computernutzerinnen und -nutzer wohl besser im Griff hat, sorgen technische Schwierigkeiten bei vielen Menschen für hohen Blutdruck.
Zur Story