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Briefkasten-Kleber gegen die SVP sorgen für Aufruhr – das steckt dahinter

Briefkasten-Kleber gegen die SVP sorgen für Aufruhr – das steckt dahinter

Die Bürgerrechtsbewegung Campax will sich mit einer Kampagne gegen Parteiwerbung von SVP und FDP wehren. Ein Kleber, der ein Schaf mit «FCK NZS»-Shirt zeigt, sorgt dabei für Unmut – ein Nationalrat überlegt sich gar eine Anzeige.
28.07.2023, 18:5429.07.2023, 12:34

Campax hat am Mittwoch eine Aktion gegen Parteiwerbung der SVP und FDP lanciert. Auf der Webseite der Bürgerrechtsbewegung kann man nun Briefkastenkleber mit der Aufschrift «Stopp SVP Propaganda kaufen». Die Volkspartei hetze in den letzten Monaten gegen Minderheiten und schüre Hass in der Schweiz, so Campax in einer Medienmitteilung. Zudem kritisierte sie die FDP dafür, Listenverbindungen mit der SVP einzugehen.

Die Kleber gab es zunächst in zwei Varianten zu bestellen – dabei geht es um das Aussehen eines Schafes, welches die Logos von SVP und FDP nach hinten kickt. So waren die Kleber mit einem weissen Schaf erhältlich oder mit einem, das ein T-Shirt mit der Aufschrift «FCK NZS» – kurz für «Fuck Nazis» – trägt.

So sieht der umstrittene Kleber aus:

Bild
Bild: campax

FDP-Politiker verärgert

Vor allem die Version mit dem Shirt sorgte in der Schweizer Politik für Aufruhr. Rechte Politikerinnen und Politiker sehen einen Angriff unter der Gürtellinie aus dem linken Lager – zumal mit Grünen-Präsident Balthasar Glättli ein prominenter Politiker im Vorstand von Campax ist.

Der Parteipraesident der Gruenen Schweiz, Balthasar Glaettli bei seiner Rede anlaesslich der Delegiertenversammlung der Gruenen Partei Schweiz im Stadttheater von Olten am Samstag, 25. Maerz 2023. (KE ...
Grünen-Präsident Balthasar Glättli ist im Vorstand von Campax.Bild: keystone

Verärgert zeigte sich etwa FDP-Präsident Thierry Burkhart. Die Aktion sei «verachtenswerte Polit-Propaganda», so der Aargauer auf Twitter. Auf dem Kleber werde die FDP als Nazi bezeichnet, womit Campax ihr Gedankengut offenbart habe. «Bei solchen Vergleichen kann der Zweck die Mittel nie heiligen.»

Jehuda Spielman, FDP-Politiker und Zürcher Gemeinderat, kritisierte die Bürgerrechtsbewegung ebenfalls:

«Liebe Campax, bin ich (FDP-ler und Nachkomme von Holocaustopfern) auch ein Nazi? Gaht’s no?»

Portmann prüft Anzeige

Noch einen Schritt weiter ging FDP-Politiker Hans-Peter Portmann. Der Zürcher schlug in einem Tweet vor, in allen Kantonen Anzeige gegen Campax zu erstatten, und veröffentlichte sogleich ein Foto eines Entwurfs. Ob er dies tatsächlich umsetzen wird, weiss er noch nicht, wie er gegenüber dem «Blick» erklärte: «Ich warte jetzt noch ab, ob sich andere Leute auch beleidigt fühlen.»

Campax reagierte am Donnerstag. Nach den Vorwürfen gab die Organisation bekannt, die Sticker mit dem umstrittenen T-Shirt nicht mehr zu verschicken. Man könne nachvollziehen, dass das Sujet missverständlich sei, liess man auf Twitter verlauten. Mit dem nackten Schaf ist der Sticker aber nach wie vor erhältlich. An eine Anzeige glaubt Campax derweil nicht. «Wir können uns nicht vorstellen, dass die Kleber einen Straftatbestand erfüllen», so Mediensprecher Christian Messikommer gegenüber dem «Blick».

Post wird Werbung weiter zustellen

Einfluss auf die Lieferung von Parteiwerbung haben die Kleber derweil nicht. Ein Sprecher der Post liess gegenüber «20 Minuten» verlauten, es handle sich dabei um eine «offizielle Sendung», welche man weiterhin verschicken werde. Denn: «Die Post ist politisch neutral und stellt offizielle Sendungen immer zu.» Dabei stütze man sich auf die Grundsätze der Schweizerischen Lauterkeitskommission und habe sich dazu auch mit dem Konsumentenschutz abgesprochen. (dab)

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