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Natanael Wildermuth: «Ich will, dass Herr Quadroni eine lebenswerte Zukunft hat, zusammen mit seinen Töchtern.» screenshot: youtube

Student hilft Bündner Whistleblower in grösster Not – Crowdfunding bricht alle Rekorde

Der Mann, der das Bündner Baukartell auffliegen liess, kann neue Hoffnung schöpfen. Dank Natanael Wildermuth (25) und der Schweizer Bevölkerung.



Adam Quadroni liess einen der grössten Schweizer Bauskandale auffliegen und verlor deswegen seine Familie, seine Firma und seinen guten Ruf. Dank der Initiative eines jungen Mannes kann der Whistleblower nun neue Hoffnung schöpfen.

Aufgerüttelt durch die Berichterstattung des Magazins «Republik», rief Natanael Wildermuth eine Crowdfunding-Aktion ins Leben, um dem Bündner zu helfen.

Noch nie sei über die Schweizer Crowdfunding-Plattform Wemakeit in so kurzer Zeit so viel Geld für ein Projekt gesammelt worden, berichtete der «Tages-Anzeiger» am Freitag.

Da waren es – nach einer Woche – 127'100 Franken. Einen Tag später sind bereits über 167'000 Franken an Spendengeldern zusammengekommen (Stand: Samstag, 12. Mai, 19 Uhr).

In einem bei YouTube veröffentlichten Video bedankt sich der sichtlich gerührte Whistleblower für die Unterstützung. Das gebe ihm «ein grosses Stück Hoffnung».

2013 war Quadronis eigene Baufirma in Konkurs gegangen, seitdem hat er keine feste Arbeitsstelle mehr, seine Frau verliess ihn und nahm die drei Töchter mit. Seit 2017 kämpft er vor Gericht um das Besuchsrecht und den Zugang zu ihnen.

«Herr Quadroni hat alles verloren, ausser seiner Ehrlichkeit und Aufrichtigkeit.»

Natanael Wildermuth quelle: youtube

Wildermuth ist 25, studiert an der Berner Fachhochschule Holzbauingenieur und will selber Bauunternehmer werden.

Bei Wemakeit nennt der Student fünf persönliche Gründe, warum er dem Bündner Whistleblower helfen wollte:

Ein Teil der Spendengelder kommt anderen Whistleblowern zugute

Weil das ursprüngliche Ziel von 100'000 Franken bereits deutlich überschritten wurde, sollen die Spendengelder gemäss Ankündigung auch anderen Whistleblowern zugute kommen. Möglicherweise durch die Schaffung einer Stiftung.

Bisher gebe es für Whistleblower im Schweizer Rechtssystem kaum Schutz, schreibt der «Tages-Anzeiger». Immer wieder hätten Menschen, die Unregelmässigkeiten an ihrem Arbeitsplatz aufdecken, persönlich einen hohen Preis zu zahlen. 

Prominente Unterstützung hat Wildermuths Initiative durch den früheren Bundesgerichtspräsidenten Giusep Nay erhalten, der selber Bündner ist. Nay stehe Quadronis Anwalt inzwischen als Rechtsberater zur Seite und übernehme die finanzielle Kontrolle der Verwendung der Spendengelder.

Weitere Spenden sind willkommen. Die Crowdfunding-Kampagne endet in 21 Tagen.

Die Chancen, dass Quadroni seine Kinder wieder sehen könne, stünden gut, berichtete die Südostschweiz am Samstag.

(dsc)

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Video: srf

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17Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • Asen 13.05.2018 21:07
    Highlight Highlight In den Medien wird Quadroni als Opfer dargestellt, vieles wird in den Berichten weggelassen oder verdreht. Der frühere Capo von Scuol Parolini hat in einem Interview von RTR gesagt, dass viele die Glaubwürdigkeit von Quadroni anzweifeln, zu recht. Herr Quadroni hat selber viele Leichen im Keller, aber über solche Sachen wird nicht berichtet. Über die Zahlen die in den Medien berichtet wird steht im Bericht der WEKO auch nur spekuliert, ob diese stimmen, keine Ahnung.

    An alle Blitzer, ja ich kenne Herr Quadroni, dessen Frau und viele der gebüssten. Lasst nicht die Medien eure Meinung bilden.
  • Samuel6 13.05.2018 16:45
    Highlight Highlight Kann man nicht nachvollziehen wieso dieser Quadroni plötzlich ein Held sein soll. Er machte selber mit, bereicherte sich selbst an diesen Machenschaften, nur weil er kalte Füsse bekam und nach Jahren ausstieg, und sich als Whistleblower betätige ist er auf einmal ein Held, ein Robin Hood??? Mir tun die Leute leid, die das glauben.
  • Madmessie 13.05.2018 13:06
    Highlight Highlight Eine Bankrotterklärung für die Bündner Regierung.

    Schämt euch!
  • Paddiesli 13.05.2018 11:27
    Highlight Highlight Ich hoffe, dass alle, die das hier eine super Sache, auch etwas spenden. Das geht nämlich fast so einfach, wie ein Herz verteilen.
  • dorfne 13.05.2018 08:21
    Highlight Highlight Internet sei dank sind heute solche "Bewegungen" aus der Zivilbevölkerung heraus möglich. Bravo.
  • Chrigi-B 13.05.2018 07:26
    Highlight Highlight Tolle Sache!

    PS:
    Warum nicht heiraten?
    "2013 war Quadronis eigene Baufirma in Konkurs gegangen, seitdem hat er keine feste Arbeitsstelle mehr, seine Frau verliess ihn und nahm die drei Töchter mit. Seit 2017 kämpft er vor Gericht um das Besuchsrecht und den Zugang zu ihnen". 😉
    • Citation Needed 13.05.2018 10:33
      Highlight Highlight Quadroni musste glaubs heiraten weil die Frau keine CH-Bürgerin war. So gesehen war die Entscheidung nicht ganz so frei wie wenn beide Partner CH-Bürger sind. Obschon: hätten sie unverheiratet Kinder gehabt wäre er wohl genau in der gleichen üblen Situation bezüglich Kinder besuchen. Es müsste eher heissen: habt keine Kinder, oder wenn, dann betreut sie von Anfang an VERBRIEFT 50-50%, dann kann keineR so leicht kommen und behaupten, gewohnheitsrechtlich sei die Kinderbetreuung ihre/seine Sache. So gesehen muss es wohl eher heissen: habt keine Kinder!
  • bresse 12.05.2018 23:14
    Highlight Highlight Dieser Beitrag wurde gelöscht. Bitte bleibe beim Thema und beachte die Kommentarregeln.
    • Alnothur 13.05.2018 02:11
      Highlight Highlight Der Kommentar, auf den du Bezug nimmst, wurde bereits entfernt.
  • Kapitän Haddock 12.05.2018 21:41
    Highlight Highlight Alle heulenden und jaulenden Höllenhunde, der Junge hat Format, Hagel und Granaten!
    • Citation Needed 13.05.2018 10:39
      Highlight Highlight Absolut! Und er ist beherzt zur Tat geschritten. Da hört man jahrelang (übertriebene) Klagen über die oberflächliche, selbstsüchtige, Videogame-geschädigte, wohlstandsverwahrloste, unpolitische Jugend, dabei gab und gibt es seit geraumer Zeit richtig gute Aktionen von jungen Leuten, die sich klug und engagiert für ihre Anliegen einsetzen. Die Anti-Waffen Teens in den USA, Operation Libero, politische Aktivisten wie Donat Kaufmann oder Dimitri Rougy... Respekt!!
  • Pbel 12.05.2018 21:24
    Highlight Highlight Hätte es damals so was für Esther Wyler und Margrit Zopf bereits gegeben, wäre das schön gewesen. Ich als Zürcher bin den beiden jedenfalls immer noch dankbar und finde es eine Schande wie man mit den Zweien umgegangen ist.
  • bingbangbong 12.05.2018 20:00
    Highlight Highlight Es ist schade, dass solche Geschichten mich fast zum Heulen bringen, weil sie so selten sind. (Zumindest wird nicht oft darüber berichtet...) Hat mir den Tag gemacht und wieder einmal Hoffnung für die Menschheit gegeben. Sollte doch eigentlich die Regel sein. Respekt an den Herrn Wildermuth. Danke, dass es solche Leute wie Sie gibt. :)
    • Hops 12.05.2018 21:46
      Highlight Highlight Gell! Ich musste fast heulen, ab der schieren Ungerechtigkeit, die Quadroni entgegenschlug. Ein Wunder, dass er nicht schon lange "aufgegeben" hat. Tolle Artikel von Republik!
  • Snaggy 12.05.2018 19:54
    Highlight Highlight So guet!

    Wenn eusi Politiker und Justiz eusi Whistlerblower nöd unterstütze wänd, mached mirs wenigstens selber!
  • Katzenseekatze 12.05.2018 19:53
    Highlight Highlight ❤️
  • Füttert die Tauben! 12.05.2018 19:48
    Highlight Highlight Es scheint, als würde die Ehrlichkeit doch noch gewürdigt, das freut mich sehr für Herrn Quadroni!

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