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Wie die beste Rakete der Schweiz entsteht und was sie mit der Mondlandung zu tun hat

Bild: watson

Jeder Schweizer isst pro Jahr eine Rakete. Das Wasserglace hat sich über die Jahre zu einer Art nationalem Gut entwickelt. Produziert werden die Raketen von einer einzigen Maschine. Ein Besuch.



Jedes Schweizer Kind liebt Glace. Und alle Schweizer kennen die Rakete. Über acht Millionen Raketen lutschen wir jährlich. Dieses Jahr sind es dank dem Hitze-Sommer noch einmal Tausende mehr. Mit Zahlen ist man in der Raketen-Industrie vorsichtig. Aber die Verantwortlichen rechnen damit, dass sie in die Nähe von Rekorden kommen.

Doch woher kommt die Schweizer Super-Rakete, die sämtliche Rekorde bricht? 

Angefangen hat – tatsächlich – alles mit der Mondlandung. 

FILE - This July 20, 1969 file photo provided by NASA shows Apollo 11 astronaut Neil Armstrong on the lunar surface. Apollo 11 astronauts trained on Earth to take individual photographs in succession in order to create a series of frames that could be assembled into panoramic images. This frame from Aldrin's panorama of the Apollo 11 landing site is the only good picture of mission commander Neil Armstrong on the lunar surface. Armstrong and fellow astronaut Edwin

Bild: AP/NASA

Die Glace-Macher liessen sich inspirieren von der Mondlandung und entwickelten im Jahre 1969 eine Glace in Raketenform mit demselben Namen. Produziert wird sie heute noch im St.Gallischen Goldach am Bodensee. 

Ja, liebe Kinder (und Erwachsene), das ist die Mutter aller Glace-Maschinen. Hier beginnt die Herstellung der erfolgreichsten Rakete, die die Schweiz je gebaut hat.

Frisco

bild: watson

Die Rakete wird – im Gegensatz  zur Pralinato – nicht das ganze Jahr hergestellt. Ab März beginnt die Auslieferung, Mitte Mai zieht der Verkauf dann jeweils an. «Ab 28 Grad geht es richtig los», sagt Cassandra Buri, Medienverantwortliche von Nestlé. Die wichtigsten Monate: Juni, Juli, August. Dann stürmen die Schweizer die Tankstellen und Badi-Kioske. 

Raketen sind Hightech-Geräte. Um sie herzustellen, sind pro Jahr 22 Millionen Liter Wasser nötig. 

Bild

bild: watson

Gearbeitet wird auf Hochtouren. Innerhalb von einem Tag können 350'000 Raketen produziert werden. 

Frisco

bild: watosn

Nebst der Maschine arbeiten 250 Mitarbeiter für die Glace-Produktion. Insgesamt sind es in Goldach 400.

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gif: watson

«Präzision und Qualität sind das Wichtigste bei der Herstellung der Raketen-Glace», sagt Sebastian Blum. «Seine» Maschine sei äusserst präzise. Blum ist der Herr der Raketen, der Produktionsleiter bei Frisco.

Frisco

Bild:  watson

Das Geheimnis sei die Mischung, die Rezeptur verrät er nicht. Die Produktionsschritte hingegen gibt er Preis. Es sind grob zusammengefasst vier: Das Mixen, die Aromatisierung, das Abfüllen, das Verpacken.

Frisco

bild: watson

Die magischen Drei: Orange, Ananas, Kakao

Bild:watson

Die Maschine alleine macht nicht die Musik. Ein Faktor des Erfolgs der Rakete ist die Einfachheit. Seit 46 Jahren schmeckt sie nach Orange und Ananas. Dazu kommt die Schokoladenspitze. 

Im Gegensatz zu ihrer Geburtsstunde wird sie heute ausschliesslich mit natürlichen Zutaten hergestellt.

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bild: watson

Die fertig verpackte Rakete ist günstig. Bei der Lancierung 1969 kostete sie 30 Rappen, heute ist es je nach Verkaufsort ein Franken. 

Glace

bild: watson

«Über acht Millionen Raketen-Glace setzen wir pro Sommer ab. Man kann deshalb sagen, dass jeder Schweizer pro Jahr eine Rakete isst.» 

Cassandra Buri, Kommunikation Nestlé

Eine Rakete hat 50 Kilokalorien. 

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gif: watson

Was in der Frisco-Fabrik hergestellt wird, verlässt den Produktionsort in firmeneigenen Lastwagen und wird in eines der zehn Verteilzentren gefahren. 

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Weil der Job für das menschliche Auge sehr anstrengend ist, gibt es alle 30 Minuten einen Schichtwechsel.  gif: watson

Diese Verteilzentren sind in der ganzen Schweiz verstreut. Dadurch kommt es kaum zu Engpässen; gibt es in der einen Region einen Glacemangel, hilft eine andere aus.

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gif: watson

«Swiss only»: Raketen gibt es nur bei uns. Auch andere Erfolgsprodukte wie die Pralinato sind ausschliesslich in der Schweiz erhältlich. 

Frisco

bild: watson

Frisco produziert sämtliche Glace für den Schweizer Markt in Goldach. Nestlé verfolgt dieses Konzept weltweit: In jedem Land gibt es eine eigene Produktion, die die Glace für den entsprechenden Markt herstellt. Denn: Was der Schweizer liebt, mag der Franzose eventuell nicht. 

Ein Glace mit Fans

Frisco

bild: watson

Die Rakete hat in seiner 46-jährigen Geschichte Kult-Status erreicht. Das Glace habe mittlerweile eine richtige Fangemeinde, meint Buri von Nestlé. Diese Fans zelebrierte ihre Freude an der Rakete auf Facebook oder melden sich mit Zuschriften. 

Warum die Rakete Kult ist, kann auch Buri nicht abschliessend sagen. «Die Schweizer wachsen mit der Rakete auf und verbinden sie mit positiven Erlebnissen aus der Kindheit», sagt sie. Für viele sei ein Sommer ohne Rakete kein Sommer. 

Bis zu 9 Raketen isst Frisco-Mitarbeiter Peter Ritter – pro Tag

Video: watson.ch

Am Anfang war die Konservenfabrik

1886 wurde in Rorschach die Konservenfabrik Bernhard & Co. gegründet. 1916 übernahm der ehemalige Angestellte Etienne Perret die Anlagen. Der Name wechselte mehrere Male. Zuerst auf Coro, dann auf Roco. Weil es während des zweiten Weltkriegs schwierig war, Rohstoffe für Konserven zu beschaffen, entschied die Geschäftsleitung mit der Herstellung von Tiefkühlprodukten ein zweites Standbein aufzubauen. 1942 gründeten die Aktionäre die Frisco Kühlobst & Gemüse AG. 1960 brachte Frisco die erste Glace auf den Markt. In den 1960er-und 1970er-Jahren verdreifachte sich der Glace-Absatz. Frisco begann mit der Findus AG zusammenzuarbeiten. Findus gehört zu Nestlé und 1991 übernahm Nestlé sämtliche Aktien. Nebst der Rakete produziert Nestlé-Frisco in Goldach die Pralinato, die Winnetou, alle Extrême-Cornet sowie sämtliche Mövenpick-Produkte.

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