Schweiz
Gesellschaft & Politik

Tessin prüft Normalarbeitsverträge für die Treuhandbranche

Lohndumping

Tessin prüft Normalarbeitsverträge für die Treuhandbranche

06.06.2014, 14:4706.06.2014, 14:47

Im Kampf gegen Lohndumping will die Tripartite Kommission im Tessin Normalarbeitsverträge für kaufmännische Angestellte der Treuhandbranche einführen. Rund 17,4 Prozent der betroffenen Arbeitnehmer im Tessin würden zu schlecht bezahlt, teilte die Kommission am Freitag mit.

Der Tessiner Staatsrat müsse dem Antrag noch zustimmen. Die Tripartite Kommission habe ihm das Ergebnis einer Untersuchung zum Lohnniveau der Branche vorgelegt. Daraus sei hervorgegangen, dass 112 kaufmännische Angestellte – von insgesamt 644 – zu niedrige Löhne erhalten würden.

Im Tessin existieren bereits neun solcher Normalarbeitsverträge für verschiedene Branchen, zwei weitere werden noch geprüft. Normalarbeitsverträge gehören zu den flankierenden Massnahmen der Personenfreizügigkeit und haben zum Ziel, Lohndumping zu verhindern. Sie werden für eine begrenzte Zeitdauer erlassen.

In welchen Berufszweigen die Löhne gedrückt werden, ermittelt die Tripartite Kommission mittels Kontrollen. Als Risiko-Branchen im Tessin gelten vor allem solche, in denen viele Grenzgänger beschäftigt werden. Normalarbeitsverträge gelten derzeit unter anderem für Callcenter, Schönheitssalons und gewisse Industriezweige. (pma/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
Schweizer Kultob­jekt auf zwei Rädern
Kaum ein militärischer Gegenstand hat so lange gedient wie das Ordonnanzrad 05. Es widerspiegelt durch seine Geschichte fast ein Jahrhundert Armee- und Alltagsgeschichte. Durch seine militärische und zivile Nutzung und sprichwörtliche Unzerstörbarkeit verkörpert es ein Stück Schweizer Identität.
Als die Radfahrertruppen 2003 nach 112 Jahren aufgelöst werden, verliert die Schweizer Armee ein Identifikationsobjekt sondergleichen. Fahrräder sind zwar weiterhin in militärischem Gebrauch, das neuste Modell wird seit 2012 produziert, aber nicht mehr zu Kampfzwecken. Mit dem Armeerad ist immer noch vorwiegend das erste 1905 eingeführte Militärfahrrad, das Ordonnanzrad 05, gemeint. Es wird bis 1988 produziert und erst 1993 mit einem Folgemodell ersetzt. Wie kommt es nun, dass eine kleine Truppe und ihr Fortbewegungsmittel so sehr zu einem Schweizer Markenzeichen wird?
Zur Story