Schweiz
Gesundheit

Litauen verbietet Verkauf von Energydrinks an Minderjährige

Litauer wollen Jugendschutz nicht nur beim Alkohol.
Litauer wollen Jugendschutz nicht nur beim Alkohol.Bild: KEYSTONE
Strafen von bis zu 116 Euro

Litauen verbietet Verkauf von Energydrinks an Minderjährige

In Litauen ist seit Samstag der Verkauf von Energydrinks an Minderjährige verboten. Ein neues Gesetz, das im Mai verabschiedet worden war, sieht Strafen von bis zu 116 Euro für den Verkauf der aufputschenden Getränke an Kinder und Jugendliche vor.
02.11.2014, 09:5502.11.2014, 09:56

Laut einer Umfrage trinken zehn Prozent der litauischen Schüler mindestens ein Mal die Woche einen Energydrink. Die Behörden warnen, dass der hohe Gehalt von Koffein und Taurin in den Getränken zu Hyperaktivität und Abhängigkeit führen könne.

Das Verbot sei weltweit eine Premiere, sagte Almantas Kranauskas, ein ranghoher Vertreter des Gesundheitsministeriums. «Das ist ein revolutionärer Fortschritt in der Welt, kein anderes Land hat eine derartige Massnahme beschlossen.» Die meisten Länder würden sich auf Empfehlungen beschränken. 

Verbot umstritten

Allerdings ist das Verbot in Litauen nicht unumstritten: Kritiker werfen der Regierung vor, das Problem zu übertreiben und unnötige Bürokratie zu schaffen.

Die grösste Supermarktkette des Landes, Maxima, hat versichert, Energydrinks künftig «weniger sichtbar» aufzustellen und Warnhinweise anzubringen. Trotz der Schwierigkeiten, die das Verbot den Geschäften bereite, verstünde die Kette dessen Notwendigkeit, sagte eine Unternehmenssprecherin.

Das Verbot erfolgt drei Wochen, nachdem sich der Getränkehersteller Red Bull in den USA bereit erklärte, eine Millionenstrafe wegen falscher Werbeversprechen zu zahlen. Die Kläger hatten der Firma vorgeworfen, ihre gleichnamige Brause mit dem Versprechen zu beworben, diese steigere die körperliche Leistungsfähigkeit, das Konzentrationsvermögen und die Reaktionsgeschwindigkeit. (pma/sda/afp)

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