Evakuierung von Brienz GR wird am Montag aufgehoben
Das Bündner Bergdorf Brienz kann ab kommendem Montag wieder normal bewohnt und betreten werden. Das geltende Betretungsverbot und die Evakuierung wird nach 62 Wochen aufgehoben, teilte die Gemeinde Albula im aktuellen Bulletin zum Brienzer Rutsch am Donnerstag mit.
Ab kommenden Montag gilt für das über Monate hinweg von einem Felssturz bedrohte Dorf Brienz/Brinzauls wieder die Phase Grün. Ab dann darf das Dorf wieder normal bewohnt und auch die landwirtschaftlichen Flächen wieder frei bewirtschaftet werden, heisst es im Bulletin.
Möglich wird das Ende der Evakuierung, weil sich die hoch über dem Dorf gemessenen Bewegungen am Berg beruhigt haben. Die Gemeinde Albula schrieb weiter:
Auch die Postautoverbindung der Linie 183 zwischen Lenzerheide und Davos verkehrt ab Montag wieder über Brienz.
Geologen sehen Zukunft positiv
Die Lockerungen erfolgen schrittweise. Am Freitagmorgen kommt zunächst der Wechsel von der Phase rot in die orange Phase. Freitagnacht können die Bewohnerinnen und Bewohner sowie Dauernutzer von Zweitwohnungen somit erstmals seit langem wieder im Dorf übernachten.
Wie viele Bewohnerinnen und Bewohner bereits am Freitag wieder in die Häuser zurückkehren, kann Gartmann nicht abschätzen. Für Leute, die nicht in Brienz zu Hause sind, bleiben die Strassen und Wege zunächst bis und mit Sonntag weiterhin gesperrt.
Mit der ab Montagmorgen geltenden Phase grün dürfen auch Personen von ausserhalb wieder in das Dorf. Die Postautoverbindung der Linie 183 zwischen Lenzerheide und Davos fährt wieder über Brienz. Gesperrt bleibt eine markierte Gefahrenzone oberhalb des Dorfes. In diesem Gebiet herrscht weiterhin die Gefahr von Felssturz, Blockschlag und Splittersteinen, steht im Bulletin weiter.
Mit der ab Montagmorgen geltenden Phase grün dürfen auch Personen von ausserhalb wieder in das Dorf. Die Postautoverbindung der Linie 183 zwischen Lenzerheide und Davos fährt wieder über Brienz. Gesperrt bleibt eine markierte Gefahrenzone oberhalb des Dorfes. In diesem Gebiet herrscht weiterhin die Gefahr von Felssturz, Blockschlag und Splittersteinen, steht im Bulletin weiter.
Umsiedlung wird nicht in Frage gestellt
Wegen der lange Zeit angespannten Situation konnten sich die Bewohnerinnen und Bewohner bis Ende September für eine präventive Umsiedlung anmelden. 40 solcher Anmeldungen sind eingegangen. Sowohl der Kanton Graubünden als auch der Bund unterstützen diese finanziell. Sind die Pläne der Umsiedlung nun vom Tisch?
«Die präventive Umsiedlung ist ein Angebot, welches die Gemeinde, der Kanton und der Bund den Betroffenen gemacht haben. Dieses Angebot besteht weiterhin und an dem Projekt wird auch weiterhin gearbeitet», so Gartmann. So will die Gemeinde auch nochmals ein Fenster öffnen, um weitere Anmeldungen für eine Umsiedlung entgegenzunehmen. Auszuschliessen sei es aber nicht, dass sich einzelne Bewohnerinnen und Bewohner aufgrund der positiven Vorhersagen doch noch gegen eine Umsiedlung entscheiden.
Die rund 80 Einwohnerinnen und Einwohner von Brienz, das zur Gemeinde Albula gehört, waren seit November 2024 zum zweiten Mal evakuiert. Am 15. Juni 2023 hatte ein Schuttstrom beinahe das Dorf unter sich begraben. 1,7 Millionen Kubikmeter Material kamen kurz vor dem Dorfrand zum Stehen. Rund einen Monat zuvor war Brienz erstmals evakuiert worden.
Im November 2025 hatten sich absturzgefährdete Gesteinsmassen zu einer Schuttmasse zerlegt. Von einem grossen und schnellen Fels- oder gar Bergsturz war das Dorf danach nicht mehr bedroht. (sda)
