Schweiz
International

EDA will bei russischem Botschafter wegen Drohung intervenieren

EDA will bei russischem Botschafter wegen Drohung intervenieren

19.04.2023, 20:4021.04.2023, 16:42

Das Aussendepartement in Bern will beim russischen Botschafter intervenieren. Es sei inakzeptabel, dass die russische Botschaft einem «NZZ»-Journalisten mit rechtlichen Massnahmen in Russland gedroht habe.

Das werde man dem russischen Botschafter «unmissverständlich mitteilen», teilte das Eidgenössische Departement für auswärtige Angelegenheiten (EDA) am Mittwochabend über den Kurznachrichtendienst Twitter mit. Ob der Botschafter einbestellt werde oder ob dies in schriftlicher Form passiere, sei noch offen, hiess es beim EDA auf Anfrage.

Hintergrund ist eine Mitteilung der russischen Botschaft in der Schweiz zu einem Artikel der «Neuen Zürcher Zeitung» (NZZ). Darin wird der Autor namentlich genannt und auf die strafrechtlichen Bestimmungen einschliesslich des Strafmasses hingewiesen, die auf seine Äusserungen in Russland angewendet werden könnten. Demnach würde dem Journalisten eine Geldstrafe, Zwangsarbeit oder eine mehrjährige Freiheitsstrafe drohen.

«Erfindungen und Gerüchte»

Der von der russischen Botschaft beanstandete Artikel thematisierte unter anderem den Widerstand in der Stadt Melitopol in der südostukrainischen Region Saporischschja. «Zu den relativ friedlichen Guerilla-Aktionen gehört auch, dass Frauen aus der Stadt mit Abführmitteln gestrecktes Gebäck an russische Soldaten verteilten», heisst es etwa darin.

In der Mitteilung der russischen Botschaft hiess es, das im Artikel gewählte Vokabular ziele darauf ab, den Terrorismus zu rechtfertigen. Zudem würde der Autor «lächerlichste Erfindungen und Gerüchte» übernehmen, wie etwa die Gebäck-Episode. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Russischer Botschafter unterbricht UNO-Schweigeminute
Video: watson
Das könnte dich auch noch interessieren:
Marcel verteilt Bussen vor dem Juckerhof – dann eskaliert es
Der Gemeindeparkplatz beim Juckerhof ist schnell voll. Wer davor nur kurz im Halteverbot stoppt, riskiert eine Busse. watson hat den Mann begleitet, der die Verstösse dokumentiert – und erlebt, wie schnell eine solche Kontrolle eskalieren kann.
Wer mit dem Auto zum Juckerhof in Seegräben fährt, hat im Dorf nur begrenzte Möglichkeiten: Der Hof selbst verfügt über keine Besucherparkplätze und auf dem einzigen Parkplatz der Gemeinde stehen nur 100 Plätze zur Verfügung.
Zur Story