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Schwedischer Ex-Premier Bildt nennt Schweiz Trittbrettfahrerin der Nato

epa13027102 Jan Nowak-Jezioranski Award recipient Carl Bildt, former Swedish Prime Minister, speaks during a gala at the Ossolineum in Wroclaw, Poland, 09 June 2026. The award, presented in the capita ...
Carl Bildt ist kein Fan der Schweizer Neutralität.Bild: keystone

Schwedischer Ex-Premier Bildt nennt Schweiz «Trittbrettfahrerin» der Nato

24.08.2026, 06:01

Der frühere schwedische Ministerpräsident Carl Bildt hat die Schweiz als «Trittbrettfahrerin» der Nato bezeichnet. Die Schweiz und Österreich seien von Nato-Staaten umgeben und wären ohne das Bündnis wesentlich exponierter, sagte Bildt im «Tamedia»-Interview.

Für neutrale und bündnisfreie Staaten gebe es im heutigen Europa kaum noch Raum, sagte der frühere schwedische Aussenminister. «Die Gründe, die die Schweiz einst zur Neutralität führten, sind verschwunden.» Es sei sehr schwierig, mitten im Herzen Europas neutral zu sein.

Kritisch äusserte sich Bildt auch zur Neutralitätsinitiative, über die die Schweiz im September abstimmt. «Man sollte sich nicht die Hände binden für die Zukunft», sagte er. Eine Annahme würde die Schweizer Position schwächen, «weil sie weniger flexibel und glaubwürdig auf die nächste Krise reagieren könnte».

Bildt verteidigte zudem die Übernahme der EU-Sanktionen gegen Russland durch die Schweiz. Hätte sie sich diesen nicht angeschlossen, würde sie in Europa als Aussenseiterin betrachtet – zusammen mit Serbien.

Schweden hatte seine jahrzehntelange militärische Bündnisfreiheit nach dem russischen Angriff auf die Ukraine aufgegeben und war 2024 der Nato beigetreten. Bildt war von 1991 bis 1994 schwedischer Ministerpräsident und später Aussenminister. Heute ist er Vizepräsident des Thinktanks European Council on Foreign Relations. (sda)

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