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Schweizer Töfffahrer ärgern Bevölkerung im Schwarzwald

Töff-Lärm macht einer Gemeinde im Schwarzwald zu schaffen (Symbolbild).
Töff-Lärm macht einer Gemeinde im Schwarzwald zu schaffen (Symbolbild).Bild: The Image Bank RF

Schweizer Töfffahrer ärgern Bevölkerung im Schwarzwald

In der deutschen Gemeinde Menzenschwand sorgen Motorradfahrer – unter anderem aus der Schweiz – für Ärger in der Bevölkerung. Neue Massnahmen sollen nun helfen.
25.08.2024, 22:0726.08.2024, 15:55

Heulende Motoren und dröhnende Maschinen – in der kleinen Gemeinde Menzenschwand im Schwarzwald ist das seit Jahren ständige Geräuschkulisse. Der Grund: Eine beliebte Töff-Kurve liegt oberhalb der Gemeinde, einige geben dort besonders Gas. Die «Menzikurve» zieht auch viele Schweizer Motorradfahrerinnen und -fahrer an, wie ein Beitrag des Schweizer Radios und Fernsehens zeigt.

Der Ortsvorsteher von Menzenschwand, Joachim Gförer, sagt gegenüber SRF, dass von der Bevölkerung seit Jahren Lärmbeschwerden eingehen. Zeitweise hätten sich Zuschauermengen am Hang gebildet, die den Fahrern und Fahrerinnen applaudierten.

«Wir fühlten uns wie am Nürburgring.»
Ortsvorsteher Joachim Gförer zu SRF

Eine Anwohnerin erzählt gegenüber SRF, dass die ständige Lärmbelastung zu psychischen Problemen geführt habe und es auch anderen so ergehe.

«Der Lärm hat mich krank gemacht.»
Anwohnerin in Menzenschwand zu SRF

Bussen weniger hoch als in der Schweiz

Warum aber sind so viele Schweizer Kennzeichen im Schwarzwald unterwegs? Gemäss Gförer liegt das daran, dass man schneller fahren könne und die Bussen bei Raserdelikten weniger hoch ausfallen würden als in der Schweiz. Ein kürzlich im Schwarzwald von der Polizei angehaltener Fahrer sei mit 170 Kilometern pro Stunde auf einer Strecke mit Tempolimit 80 gefahren. 700 Euro Busse habe ihn das gekostet. In der Schweiz droht bei Raserdelikten ein Freiheitsentzug, den Ausweis ist man für mindestens zwei Jahre los.

Ortsvorsteher Gförer freut sich zwar ab Schweizer Besuch, ärgert sich aber über jene, die sich nicht an die Regeln halten:

«Wenn wir uns in der Schweiz so verhalten würden wie die Schweizer hier bei uns, dann hätten wir keine Fahrzeuge mehr oder würden Strafen bekommen bis hin zu Gefängnisstrafen.»
Joachim Gförer zu SRF

Anwohnerin zweifelt an Wirksamkeit neuer Massnahmen

In Menzenschwand versucht man nun, mit Tempolimits und weiteren Massnahmen das Lärm-Problem zu lösen. Ein Tempolimit von 50 Kilometern pro Stunde und Leitschwellen sollen das Überholen von Fahrzeugen erschweren und Abhilfe schaffen.

Die Anwohnerin, die gegenüber SRF anonym bleiben will, zweifelt daran, dass die Massnahmen greifen:

«Die Verkehrsregeln werden von den Schweizern mit ihren dicken Portemonnaies missachtet.»
Anwohnerin von Menzenschwand zu SRF

Die Gemeinde will bis im Herbst beobachten, ob sich die Lage verändert, so Gförer. Falls das nicht der Fall sei, müssten weitere Massnahmen ergriffen werden.

(hah)

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