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Yevhen B.: Putins Paket-Spion ist zurück im Thurgau

Ein Paket von Zalando wird auf einem Foerderband transportiert, am Dienstag, 23. September 2014, im Paketzentrum der Schweizerischen Post in Haerkingen. Die Schweizerische Post erhoeht mit Blick auf d ...
Der russische Spion aus dem Thurgau wollte GPS-Tracker in die Ukraine schicken, um Transportwege auszuspähen. (Symbolbild)Bild: KEYSTONE

Russischer Paket-Spion ist zurück im Thurgau

Obwohl Yevhen B. vor wenigen Tagen in Deutschland wegen Spionage verurteilt wurde, ist er weiterhin auf freiem Fuss und zurück in der Schweiz. Wird er nun abgeschoben?
23.08.2026, 06:0523.08.2026, 10:16

Diese Woche hat das Oberlandesgericht Stuttgart sein Urteil gefällt: Yevhen B. kassiert wegen Agententätigkeit zu Sabotagezwecken eine Freiheitsstrafe von einem Jahr und drei Monaten.

Allerdings: Yevhen B. ist auf freiem Fuss – und zurück im Thurgau. Darüber berichtet der SonntagsBlick, der den Spion in seiner Wohnung in Tägerwilen abgepasst hat. Denn Yevhen B. hat die gefällte Strafe bereits in Untersuchungshaft abgesessen.

Putins Mann aus dem Thurgau ist der erste bekannte sogenannte Wegwerf-Agent in der Schweiz. Solche Agenten werden vom russischen Geheimdienst online angeworben – und zu kleinen Geldbeträgen für Aufträge verpflichtet.

Auch ein Paketbomber?

Yevhen B. wurde über Telegram kontaktiert und für 200 Dollar beauftragt, sich einen GPS-Tracker zu besorgen und diesen von der deutschen Grenze in die Ukraine zu verschicken. Die russischen Auftraggeber erhofften sich, so nachvollziehen zu können, wie die Versandrouten des ukrainischen Lieferdienstes Nova Post funktionieren.

Die Staatsanwaltschaft in Deutschland glaubte zudem, dass Yevhen B. und seine Mithelfer die Transportrouten nicht nur ausspionieren wollten, sondern spätere Lieferungen auch mit Sprengstoff versehen wollten, um kritische Infrastruktur anzugreifen.

Eine Argumentation, der die Richter in Stuttgart nicht folgten. Trotzdem zeigt sie: Yevhen B. könnte gefährlich sein. Wird er nun der Schweiz verwiesen?

Auf Anfrage von «Blick» äussern sich weder das Staatssekretariat für Migration (SEM) noch das Thurgauer Migrationsamt dazu. Der Nachbar von Yevhen B. sieht die Sache entspannt: «Solange er niemanden getötet hat. Spionieren kann er ja.»

(her)

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