Drohnen-Vorfall in Leipzig: Polizei hat DNA-Spuren gesichert
Ermittler in Deutschland haben im Fall um die Drohne am Flughafen in Leipzig eine DNA-Spur gesichert. Das meldet die Bild-Zeitung. Diese soll mit jener des Brandanschlags vom 20. Juli 2024 am DHL-Logistikzentrum in Leipzig übereinstimmen.
Fünf Männer stehen in Litauen vor Gericht. Die Männer sollen vier Pakete mit Brandsätzen durch Europa geschickt haben. Eines davon fing am Flughafen Leipzig Feuer, kurz bevor das Paket in eine DHL-Maschine verladen wurde. Am 3. August sollte ein DHL-Mitarbeiter im Prozess aussagen. Einen Tag später tauchte die Drohnenbombe am Leipziger Flughafen auf.
Im Fall der Brandsatz-Pakete identifizierten die Ermittler 22 Verdächtige mit mutmasslichen Verbindungen nach Russland. Gemäss der EU-Justizbehörde Eurojust führe die Spur zum russischen Militärgeheimdienst GRU.
Drohnenabwehreinheit der deutschen Bundespolizei wird viel grösser
Nach der Entdeckung der Sprengstoff-Drohne am Flughafen Leipzig/Halle soll die neue Drohnenabwehreinheit von Deutschlands Bundespolizei deutlich grösser werden als bisher geplant.
Innenminister Alexander Dobrindt werde eine Weisung an die Bundespolizei geben, wonach die Einheit auf 300 Kräfte anwachsen soll, sagte eine Sprecherin des Ministeriums. Statt vier Standorten seien nunmehr acht Standorte geplant, «um schnell und flexibel bei Bedarf vor Ort zu sein». «Bild» hatte über die geplante Erweiterung berichtet.
Als Reaktion auf die gestiegene Bedrohung - vor allem durch Russland - hat Dobrindt im Dezember 2025 eine neue Einheit in Dienst gestellt, die unbemannte Luftfahrzeuge aufspüren, abfangen und gegebenenfalls auch abschiessen soll. Die Kräfte sind an Flughäfen, in der deutschen Hauptstadt Berlin und landesweit in der Nähe sicherheitsrelevanter Objekte stationiert, um möglichst rasch am Einsatzort sein zu können.
Ursprünglich bis zu 130 Spezialkräfte geplant
Die neue Einheit werde in der Anfangsphase aus rund 60 Bundespolizisten bestehen und solle rasch auf 130 Spezialkräfte anwachsen, hiess es im Dezember. Sie werde unter anderem KI-gestützte Störsysteme und automatische Abfangdrohnen einsetzen. Ausserdem solle die neue Einheit in Amtshilfe die Polizeien der Bundesländer unterstützen, wenn dies nötig ist, und entsprechende Kapazitäten zur Verfügung stehen.
Ein neues Gemeinsames Drohnenabwehrzentrum von Bund und Bundesländern, das Anfang des Jahres die Arbeit aufgenommen hat, hat unter anderem der Austausch von Expertise und ein abgestimmtes Handeln in der Abwehr von Drohnen zum Ziel. (nil/sda/dpa)
