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Justiz

Crans-Montana: Strafanzeige gegen Nicolas Féraud eingereicht

Strafanzeige gegen Crans-Montanas Gemeindepräsidenten eingereicht

Im Fall der Brandkatastrophe von Crans-Montana VS haben zwei Walliser Anwälte Strafanzeige gegen den Gemeindepräsidenten des Ortes, Nicolas Féraud, eingereicht. Die Hotelbuchungen im Walliser Ferienort haben sich derweil stabilisiert.
13.02.2026, 08:4113.02.2026, 16:24

Eingereicht haben die Strafanzeige die Anwälte Alain und Anne-Sophie Viscolo. Sie vertreten ein schwer verletztes Opfer des Brandes und dessen Eltern. Ein entsprechender Bericht der Westschweizer Zeitung «Le Temps» ist der Nachrichtenagentur Keystone-SDA aus Ermittlerkreisen bestätigt worden.

Die Anzeige richtet sich gegen die Barbetreiber Jacques und Jessica Moretti sowie gegen den Gemeindepräsidenten Nicolas Féraud. Letzterem wird in der Anzeige fahrlässige Körperverletzung, Gefährdung des Lebens anderer, fahrlässige Brandstiftung sowie eine Reihe von Verstössen gegen die im Gemeindegesetz, insbesondere im Gesetz über den Schutz vor Bränden und Naturgewalten, festgelegten Pflichten und Verantwortlichkeiten, vorgeworfen.

KEYPIX - Nicolas Feraud, Mayor of Crans-Montana, poses for the photographer during an interview, in Crans-Montana, Switzerland, Monday, January 26, 2026. 40 people mostly teenagers lost their lives an ...
Gegen Nicolas Féraud wird ermittelt.Bild: keystone

Féraud sagte, er habe keine Kenntnis von der Strafanzeige und gebe keinen Kommentar dazu ab. Jacques und Jessica Moretti sind die Besitzer der Bar «Le Constellation», in der es in der Silvesternacht zur Brandkatastrophe kam, bei der 41 meist junge Menschen ums Leben kamen und 115 teils schwer verletzt wurden.

Medienrummel und Beschimpfungen

Die Anhörung des Ehepaars Moretti als Beschuldigte fand am Donnerstag in Sitten in einer besonders angespannten Atmosphäre statt. Dabei wurden die beiden von Angehörigen der Opfer als «Mörder» und «Monster» bezeichnet. Aber auch ihre Anwälte wurden angegriffen und beschimpft.

Die Präsidenten der Anwaltskammern der Kantone Wallis, Waadt und Genf verurteilten diese Angriffe am Freitag und riefen zur Zurückhaltung auf. «Wir verurteilen mit grösster Entschiedenheit die verbalen und körperlichen Angriffe sowie die Drohungen, denen die Strafverteidiger ausgesetzt waren», hiess es in der Erklärung.

Als Vorsitzende der Anwaltskammern «ist es unsere Pflicht, daran zu erinnern, dass die Zeit der Justiz nicht die Zeit der Medien ist und dass die Aufgabe der Anwälte darin besteht, jede der Parteien zu vertreten, um ein faires Verfahren zu gewährleisten», hiess es weiter. Dieses finde in einem «angespannten Klima» statt, das durch eine «besonders starke Mediatisierung» gekennzeichnet sei, an der sich einige Anwälte manchmal unter Verstoss gegen die Gepflogenheiten des Berufsstandes beteiligten.

Hotelbuchungen stabilisieren sich

Nach einer Welle von Stornierungen Anfang Januar haben sich im Februar in Crans-Montana die Hotelbuchungen unterdessen stabilisiert. Das sagte am Freitag Crans-Montanas Tourismusdirektor Bruno Huggler in der Sendung «La Matinale» des Westschweizer Radios RTS.

Ein weiterer erfreulicher Punkt für die Branche sei der Schneefall, sagte Huggler weiter. Und: «Wir sind zuversichtlich, dass die Bedingungen ausgezeichnet sein werden und sich dies sicherlich positiv auf die Gästezahlen auswirken wird.» Crans-Montana verfüge über fast 1300 Hotelzimmer und 12'000 Chalets und Apartments, so Huggler.

Trotz dieses Optimismus herrsche in der Region nach wie vor eine «traurige» Stimmung. Insgesamt sei die Begeisterung geringer, sagte Philippe Nicolle, Chef eines Festlokals im Walliser Ferienort und Präsident des Vereins der lokalen Café- und Restaurantbesitzer. «Es wird sicherlich in jeder Hinsicht eine traurige Saison werden», so Nicolle ebenfalls im Radio RTS.

Dieses Wochenende beginnen in mehreren Westschweizer Kantonen die Skiferien, so in den Kantonen Waadt, Wallis, Freiburg und Jura. (sda)

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