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«Constellation»: Das steht im Protokoll der letzten Brandschutzprüfung

The entrance of the 'Le Constellation' bar and lounge is pictured after the fire at the "Le Constellation" bar and lounge, in Crans-Montana, Switzerland, Wednesday, January 14, 202 ...
Der Eingang der Bar «Le Constellation» am Mittwoch, 14. Januar 2026.Bild: keystone

Das steht im Protokoll der letzten Brandschutz-Prüfung des «Constellation»

18.01.2026, 08:4418.01.2026, 12:37

Seit der Feuerkatastrophe in Crans-Montana steht der Brandschutz in der Bar «Le Constellation» im Fokus der öffentlichen Debatte. Dass die Vorschriften nicht eingehalten wurden, und die Bar zudem nicht regelmässig kontrolliert wurde, ist schon länger klar. Doch nun konnte die NZZ am Sonntag erstmals das Protokoll der letzten feuerpolizeilichen Kontrolle im «Constellation» einsehen, die im Mai 2019 stattfand. Das Ergebnis lässt tief blicken.

Es handelt sich um ein vierseitiges Dokument mit der Dossiernummer «CH33PUB». Daraus geht hervor, dass der Prüfer eine standardisierte Checkliste abarbeitete. Als «in Ordnung» bewertete er unter anderem die Länge der Fluchtwege und die Breite der Treppe. Gleichzeitig hielt er fest, dass das Treppenhaus mit Holz verkleidet sei und es damit nicht den Vorschriften entspreche.

Schaumstoff an der Decke wurde nicht beanstandet

Ein Punkt bleibt unklar: Unter dem Kriterium «Keine brennbaren Materialien» wurde «nein» angekreuzt, ohne erläuternde Bemerkung. Ob damit das Vorhandensein brennbarer Materialien bejaht oder verneint wurde, lässt sich dem Dokument nicht eindeutig entnehmen.

Auffällig ist laut «NZZ am Sonntag», dass im Protokoll kein Hinweis auf den stark brennbaren Schaumstoff an der Decke enthalten ist – und das, obwohl dieser gut sichtbar war und laut Ermittlungen bereits seit 2015 installiert gewesen sein soll. Stattdessen bemängelte der Prüfer vergleichsweise kleinere Mängel, etwa fehlende Kennzeichnungen von Feuerlöschern oder nicht getestete Beleuchtungen der Fluchtwegschilder.

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Der Schaumstoff an der Decke, der in der Katastrophennacht Feuer fing.Bild: x

Der Prüfer kam zum Schluss, das Lokal könne weiterbetrieben werden, sofern die beanstandeten Mängel innerhalb von drei Monaten behoben würden. Die Kontrolle wurde insgesamt als «positiv» bewertet.

Warum der brennbare Schaumstoff in der Bar «Le Constellation» nicht beanstandet wurde, bleibt unklar. Der Prüfer äusserte sich nicht. Während der Gemeindepräsident von Crans-Montana erklärte, eine Prüfung der Materialbrennbarkeit sei gesetzlich nicht vorgesehen, widersprach der Walliser Sicherheitsdirektor öffentlich. Laut «NZZ am Sonntag» erhielten jedoch auch Gemeinderat und Kanton eine Kopie der Brandschutzunterlagen, weshalb die Verantwortung nicht auf einen einzelnen Mitarbeiter beschränkt werden kann.

Moretti im Jahr 2016 wegen Schwarzarbeit verurteilt

Die Gemeinde räumte ein, dass die Bar zwischen 2019 und dem Brand nicht mehr kontrolliert worden war. Zudem zeigen Recherchen der «NZZ am Sonntag», dass Betreiber Jacques Moretti 2016 in der Schweiz wegen Schwarzarbeit verurteilt wurde, was Fragen zur Bewilligung des Betriebs aufwirft.

Besonders der Kanton Wallis steht nun in der Kritik: Trotz fehlender Baupläne und Umbauarbeiten im Untergeschoss, die das kantonale Amt für Feuerwesen laut «NZZ am Sonntag» im Jahr 2015 verlangt hatte, griff es nicht ein. Die strafrechtliche Aufarbeitung der Brandkatastrophe, auch mit Blick auf die zuständigen Behörden, liegt bei der Walliser Staatsanwaltschaft, deren Ermittlungen zunehmend kritisiert werden. (hkl)

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