Schweiz
Kinder

Bei Mama ist's eben am schönsten: Viele Europäer bleiben bis Ende 20 im «Hotel Mama» wohnen

Passend zum Thema ein Comic vom deutschen Zeichner Miguel Fernandez.
Passend zum Thema ein Comic vom deutschen Zeichner Miguel Fernandez.bild: ebay

Bei Mama ist's eben am schönsten: Viele Europäer bleiben bis Ende 20 im «Hotel Mama» wohnen

Viele Europäer im Alter von 20 bis 29 Jahren verlassen sich auf den umfassenden Service von «Hotel Mama» – vielfach wohl schlicht aus Geldmangel.
03.05.2016, 11:3103.05.2016, 12:10

Nach Angaben des Europäischen Statistikamtes Eurostat lebten 2013 in den 28 EU-Ländern 60 Prozent der 20 bis 24 Jahre alten Frauen noch bei den Eltern. Bei den gleichaltrigen Männern waren es sogar 72 Prozent. In der Altersgruppe der 25- bis 29-Jährigen nutzten 28 Prozent der Töchter und 43 Prozent der Söhne das Rundum-sorglos-Paket daheim.

Beim Verlassen des Elternhauses waren Kinder im Schnitt 26 Jahre alt. Die treuesten Gäste im «Hotel Mama» lebten in Ost- und Südeuropa.

Am längsten verliessen sich mit einem durchschnittlichen Auszugsalter von 32 Jahren die Nesthocker in Kroatien auf Herd, Kühlschrank und Waschmaschine der Eltern. Es folgten die Slowakei (31), Malta (30) und Italien (30). Experten nennen Geldmangel als häufigste Ursache für den aufgeschobenen Auszug aus dem Elternhaus. Am frühesten flügge werden Skandinavier: Schweden ziehen im Schnitt schon mit knapp 20, Dänen mit 21 und Finnen mit knapp 22 Jahren aus.

Schweizer wohnen mit Mitte 20 noch zu Hause

Für alle EU-Staaten gilt: Junge Frauen (im EU-Schnitt 25 Jahre) ziehen früher aus als junge Männer (27 Jahre). Besonders deutlich wird das durch zwei Extremwerte: Während Schwedinnen schon mit 19 Jahren ausziehen, sind Männer in Kroatien im Schnitt 34 Jahre alt, wenn sie das Nest verlassen.

In der Schweiz residierten – gemäss einer Studie aus dem Jahr 2008 – um das Jahr 1980 lediglich 20 Prozent der unter 25-Jährigen noch bei Mutter. Zwanzig Jahre später hatte sich dieser Anteil mehr als verdoppelt. Eine weitere Studie aus dem Jahr 2004 deckt sich weitgehend mit den Resultaten aus dem EU-Raum: Bis Mitte Zwanzig wohnten hierzulande vier von fünf Erwachsenen noch zu Hause. (viw/sda/dpa)

Passend dazu: Wenn Mama und Papa bei der Studienberatung anrufen

1 / 16
Wenn Mama und Papa bei der Studienberatung anrufen
quelle: spiegel online / spiegel online
Auf Facebook teilenAuf X teilen
DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Steff la Cheffe: «Andere haben sich grosse Sorgen um mich gemacht – zu Recht»
Die Berner Musikerin ist zurück und spricht über ihre Auszeit, wiederkehrende Stresssymptome und darüber, warum selbst bekannte Schweizer Acts kaum noch von ihrer Musik leben können.
Im Februar zog Chef la Cheffe die Reissleine. Kurz vor der Veröffentlichung ihres neuen Albums. Die 39-jährige Berner Musikerin litt an einer Erschöpfungsdepression mit Herzrasen und Schlaflosigkeit. Jetzt hat sie sich zurückgemeldet, veröffentlicht ihr Album «Stoff» nachträglich und will im Frühling auf Tour gehen.
Zur Story