Schweiz
Konsum

Reis zum selber Abfüllen – Migros und Coop kämpfen gegen den Plastik

In fünf Migros-Filialen in Genf können Kunden Reis- und Hülsenfrüchte selbst abfüllen und wägen.
In fünf Migros-Filialen in Genf können Kunden Reis- und Hülsenfrüchte selbst abfüllen und wägen. bild: migros

Reis zum selber Abfüllen – so sagen die Detailhändler dem Plastik den Kampf an

Das Plastik muss weg. Das haben auch die Detailhändler erkannt. Intensiv arbeiten sie an alternativen Verpackungsmöglichkeiten. In fünf Migros-Filialen wird derzeit gar ein Offenverkauf von Reis und Hülsenfrüchten getestet.
10.10.2019, 12:5811.10.2019, 07:54

Geschälte Orangen in Plastik verpackt, gedämpfte Kartoffeln frisch vakuumiert: Immer wieder ernten Detailhändler für ihre Verpackungsmethoden harsche Kritik in den sozialen Medien.

Die hiesigen Detailhändler wehren sich gegen die Vorwürfe und gehen in die Offensive. In fünf Migros-Filialen in Genf wird derzeit der Offenverkauf von Reis und Hülsenfrüchten getestet.

«Die Kunden sind begeistert vom Angebot, auch weil sie kleinere Mengen abfüllen können», sagt Mediensprecher Tristan Cerf. Derzeit werden auch Pilotprojekte in der Deutschschweiz geprüft. «Wir evaluieren derzeit, ob die Ware auch genügend frisch bleibt und wie viel davon verloren geht. Food Waste muss mit allen Mitteln verhindert werden.»

Bei der Migros sei es schon immer das Ziel gewesen, unnötige Verpackungen zu vermeiden, so Cerf weiter. Seit 2011 konnte der orange Riese fast 10'000 Tonnen Verpackungsmaterial einsparen oder ökologisch verbessern. Bis 2020 sollen es weitere 6000 Tonnen werden.

Eingespartes Verpackungsmaterial bei der Migros:

Abfälle Migros und Coop
Bild: watson

«Der nationale Fokus liegt vor allem auf dem Offenverkauf von Früchten und Gemüsen», so Cerf. Er könne nachvollziehen, dass es vielen Kunden auf den ersten Blick absurd erscheine, dass Bio-Gemüse oftmals noch in Cellophan verpackt ist.

Abfälle Migros und Coop
Mit Veggie-Bags, selber mitgebrachten Tupperwares für die Fleischtheke, Aufklebern und Gummibändern wollen die Detailhändler das Verpackungsmaterial reduzieren. Bild: watson

Bei einigen Lebensmitteln sei das Plastik jedoch die beste Möglichkeit, ein Produkt möglichst lange frisch und verzehrbar zu halten. «Eine Gurke bleibt, verpackt in Plastik, rund zwei Wochen länger haltbar. Und beim Reis haben die zwei Gramm Verpackungsmaterial eine super Schutzfunktion.»

Dieses Bio-Obst und Gemüse gibt es bei der Migros seit 2019 unverpackt oder in ökologischen Verpackungen:

Abfälle Migros und Coop
Bio-Äpfel Gala, Bio-Birne Kaiser, flache Pfirsiche, Persimon Kaki, Kiwi, Trauben Uva Italia, Konllensellerie, Auberginen, Kürbis, rote PeperoniBild: watson
Kampf gegen den Plastik

    Coop

    Auch bei der Konkurrenz Coop sei man bemüht, das Verpackungsmaterial zu reduzieren und optimieren. Seit 2012 wurden 20'000 Tonnen weniger Material produziert. Bis Ende 2020 sollen weitere 8000 Tonnen dazu kommen.

    Eingespartes Verpackungsmaterial bei Coop:

    Abfälle Migros und Coop
    Bild: watson

    Auch bei Coop liegt der Fokus im Offenverkauf. 40 Prozent der Bio-Früchte und Gemüse sind derzeit unverpackt oder in einer ökologischen Verpackung. Coop will den Anteil zukünftig auf 60 Prozent erhöhen. Alternativen gäbe es viele: «Wir arbeiten mit Netzen aus Zellulose, Elastitags oder Aufkleber», so ein Mediensprecher.

    Dieses Bio-Obst und Gemüse gibt es im Coop seit 2019 unverpackt oder in ökologischen Verpackungen:

    Abfälle Migros und Coop
    Orangen, Chinakohl, Wirz, Lauch, Rettich, Kohlrabi, Rhabarber, Fenchel, StangensellerieBild: watson
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