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Migros kippt Import-Fleisch-Ziele – Kritiker sind empört

Migros kippt Ziele beim Import-Fleisch – Tierschutzorganisationen sind alarmiert

Die Migros macht Abstriche zu Lasten des Tierwohls. Diese Entscheidung kritisieren zahlreiche Tier- und Umweltschutzorganisationen. Es widerspreche den von Gottlieb Duttweiler geprägten Grundsätzen der gesellschaftlichen Verantwortung.
27.01.2025, 10:38

Die Migros durchläuft die tiefgreifendste Transformation der letzten Jahrzehnte: Schrittweise senkt sie die Preise von mehr als 1000 Alltagsprodukten auf Discount-Niveau.

Seit November letzten Jahres verkauft der orange Riese bereits einige Produkte zu günstigeren Preisen, diese sind mit einem gelben Sticker versehen. In den nächsten fünf Jahren will die Migros 500 Millionen Franken in die Preissenkungen investieren.

Ein Mitarbeiter bringt ein Schild mit der Aufschrift "Tiefpreis" beim Gemuese in der Migros Limmatplatz an, aufgenommen anlaesslich einer Medienkonferenz zu Neuerungen in den Migros-Supermae ...
Migros verkauft mit der Tiefpreisstrategie mehr Obst und Gemüse.Bild: keystone

Die Strategie trägt bereits Früchte: Laut eigenen Angaben verkauft Migros mehr Obst und Gemüse. Doch die Tiefpreisoffensive hat auch ihren Preis: Ziele im Tier- und Umweltschutz wurden bereits gekippt.

In einem Beitrag der Samstagsrundschau bestätigt Migros-Chef Mario Irminger, dass die Migros ihr Ziel aufgegeben hat, bei Importfleisch die gleichen Mindeststandards wie bei Schweizer Fleisch zu garantieren.

Eine Frau kauft bei einem Regal mit Fleisch am 20. Januar 2005 am 20. Januar 2005 im Migros Limmatplatz in Zuerich ein. Neben ihr steht ein Warenkorb mit der Aufschrift "Frischland". Migros  ...
Die Migros verkauft viel Fleisch aus der Schweiz, doch es ist auch importiertes Fleisch mit weniger strengen Tierschutzstandards zu finden.Bild: KEYSTONE

Der Detailhändler verkaufe in der grossen Masse Fleisch aus Schweizer Produktion und setzt auf Eigenverantwortung: «Die Migros hat einen Erklärungs-, aber keinen Erziehungsauftrag. Wir vermitteln Informationen über gesunde Ernährung, verkaufen aber das, was nachgefragt wird», so Irminger.

Kein Bruch der Versprechen an die «Generation M»

Zahlreiche Schweizer Tier- und Umweltschutzorganisationen wie Stiftung für das Tier im Recht (TIR), der Dachverband Berner Tierschutzorganisationen (DBT) und Pro Nutztier haben sich zusammengeschlossen, um gegen diese Entscheidung vorzugehen.

Sie stehe im Widerspruch zum von Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler geprägten Grundsatz der gesellschaftlichen Verantwortung der Migros.

«Der Handel prägt das Konsumverhalten durch die Produkte, die er anbietet und bewirbt», schreiben die Organisationen in einem offenen Brief. Viele Konsumentinnen und Konsumenten würden die Verantwortung für den Tierschutz auf die Detailhandelsunternehmen übertragen und davon ausgehen, dass Produkte, die bei Migros im Regal stehen, mit gutem Gewissen konsumiert werden könnten. Dafür werbe die Migros aktiv.

Um den grossen Einfluss des Detailhandels aufzuzeigen, verweisen die Organisationen auf eine Entscheidung von Coop und Migros aus dem Jahr 1987. Damals teilten die beiden Lebensmittelketten ihren Lieferanten mit, dass sie keine Käfigeier mehr annehmen würden. Vier Jahre später verbot die Schweiz als erstes Land der Welt die Käfighaltung für Legehennen.

Die Organisationen fordern, dass die Migros den geplanten Kurswechsel überdenkt, ihre Rolle als Vorbild für Tierwohl und Nachhaltigkeit in der Schweiz wahrnimmt und aktiv dazu beiträgt, dass Tierquälerei in keiner Form toleriert wird – weder im Inland noch im Ausland.

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Das Leben von Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler
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Das Leben von Migros-Gründer Gottlieb Duttweiler
Gottlieb Duttweiler prägte die Schweiz wie kaum ein Zweiter.
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«Optiqual»: Tierschutzorganisationen werfen Migros-Hühnerställen Tierquälerei vor
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