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Coop vs. Julia Steiner: Wie es zum Gipfeli-Drama kam

Coop Julia Steiner
Julia Steiner hat Coop letzte Woche Vorwürfe gemacht – nun krebst sie zurück.Bild: screenshot/instagram

Coop vs. Julia Steiner: Das Gipfeli-Drama in fünf Akten

Letzte Woche hat die Comedienne dem Grosshändler in einem viralen Video Vorwürfe gemacht. Nun stellt sich heraus, dass alles gar nicht so abgelaufen ist, wie bisher gedacht.
06.02.2026, 16:2006.02.2026, 16:20

150 Franken Busse und zwei Jahre Hausverbot. Diese Strafe soll Julia Steiner aufgebrummt worden sein, als sie bei einem 175-Franken-Einkauf im Coop vergessen haben soll, ein Gipfeli zu scannen. Das hat die Comedian vor einer Woche zumindest auf Social Media behauptet – und damit nationale Bestürzung ausgelöst. Nun nimmt die Geschichte aber eine unerwartete Wendung. Das Gipfeli-Drama in fünf Akten.

Akt I: Die Behauptung

Vor rund einer Woche hat die Comedienne Julia Steiner auf Instagram ein Video gepostet, in dem sie von einem «kürzlichen» Einkaufserlebnis im Coop erzählte. So habe sie 175 Franken beim Self-Scanner bezahlt und wollte daraufhin den Laden verlassen. Beim Herausgehen sei sie aber von einer Sicherheitsperson aufgehalten und in ein Hinterzimmer gebracht worden. Dort habe man ihr gesagt, dass sie ein Gipfeli nicht gescannt habe und sie sich dafür verantworten müsse. Steiner sei baff gewesen und habe gefragt: «Meinen Sie das ernst gerade?» Die Mitarbeiterin habe ihr entgegnet, es tue ihr leid, «aber das sei nun mal das Vorgehen».

Video: watson/instagram/juliasteiner

Doch was bedeutete das nun für Julia Steiner? In ihrem Video sagte sie, dass sie für die betroffene Coop-Filiale ein Hausverbot von zwei Jahren bekommen habe. Ausserdem müsse sie eine Umtriebsentschädigung in der Höhe von 150 Franken zahlen. Was die 26-Jährige von dieser Bestrafung hielt, stellte sie im Video klar: «Denken die wirklich, dass, wenn ich vorgehabt hätte, diesen Coop auszurauben, 175 Stutz ausgegeben hätte, um dann ein Gipfeli zu klauen?» Für die Comedian sei die Situation «absurd und ein bisschen blöd gewesen.»

Akt II: Die Bestürzung

Das Video von Julia Steiner ging nach der Veröffentlichung regelrecht viral. Fast eine Million Aufrufe bekam der Clip und die Bestürzung in den Kommentaren dazu war gross. «Egal, geh halt einfach in die Migros», schrieb etwa ein User. Ein zweiter meinte: «Coop? Noch alle Tassen im Schrank?»

Das Video machte auch in der Schweizer Medienlandschaft die Runde. Im Tages-Anzeiger bis hin zur Schweizer Illustrierten wurde der Gipfeli-Skandal rege diskutiert. Es ging so weit, dass sich sogar der Konsumentenschutz einschaltete. So meinte der gegenüber Nau.ch dass an Selfscanning-Kassen Hausverbote teils «sehr schnell» ausgesprochen würden und mitunter schon bei geringfügigen Fehlern Strafverfahren folgten. Der Coop wollte sich da noch nicht zum Vorfall äussern und speiste alle mit den Worten «Aus Datenschutzgründen geben wir grundsätzlich keine Auskünfte zu einzelnen Kundenfällen» ab.

Akt III: Die Wendung

Am Donnerstag kam es im Gipfeli-Drama aber nun zur grossen Wendung: Coop hat den Fall nämlich intern abgeklärt und in der «Coopzeitung» ihre Version veröffentlicht. So erklärte die Leiterin Kommunikation, Rebecca Veiga, dass die Rückfrage bei Julia Steiner für sie gezeigt habe, dass die geschilderte Szenen so nicht statt gefunden habe.

Der beschriebene Einkauf würde zum einen nicht wenige Tage, sondern rund ein Jahr zurückliegen. Das Hinterzimmer, das Steiner im Video beschrieb, gibt es in der angeprangerten Coop-Filiale ebenfalls nicht. Zudem sei Coop auch das Hausverbot für die eine einzelne Verkaufsstelle nicht bekannt, so Veiga.

Veiga geht darum davon aus, dass es sich bei Julia Steiners Video entweder um «Fake News oder lückenhafte Ermittlungsarbeit» handelte. Böse scheint die Kommunikationsleiterin der Comedian aber nicht zu sein. So sei der Vorfall zu einer «kostenlose Diebstahlprävention» für Coop geworden, sagt sie.

Akt IV: Das Eingeständnis

Julia Steiner krebste daraufhin zurück. So ist ihr Instagram-Video mittlerweile gelöscht und Steiner postete einen Beitrag, in dem sie erklärte, dass sie «nur eine lustige Geschichte» habe erzählen wollen, die ihr vor einiger Zeit passiert sei. Sie habe nicht die Absicht gehabt, jemanden zu «bashen». Dieser Beitrag ist auf dem Profil unterdessen nicht mehr einsehbar. Hier darum das Statement als Video:

Video: watson/instahram/juliasteiner

Akt V: Die Einigung

Trotz der ganzen Geschichte scheint es zwischen Julia Steiner und Coop kein böses Blut zu geben. Im «Blick» äusserte sich die Comedienne und meinte: «Ich habe die Sache mit Coop geklärt. Beide Seiten haben sich für eine humoristische Einordnung entschieden. Damit ist der Fall für mich erledigt. Ich wollte nie jemanden bashen.» Coop hat daraufhin kein neues Statement veröffentlicht.

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