Schweiz
Luftfahrt

Swiss beendet Zusammenarbeit mit Air Baltic – die Auswirkungen

Abendlicher Flugbetrieb auf Start- und Landebahn des M�nchner Flughafens, Oberding, 15.07.2025 Ein Airbus A220-300 der Fluggesellschaft Swiss International Air Lines rollt auf dem Vorfeld des Flughafe ...
Die Swiss fliegt künftig nicht mehr mit Air Baltic.Bild: www.imago-images.de

Swiss beendet Zusammenarbeit mit Air Baltic

Die Swiss will im nächsten Jahr vermehrt mit eigenen Flugzeugen fliegen und weniger Maschinen von anderen Airlines einsetzen. Die Zusammenarbeit mit der Air Baltic ist endet per April mit Abschluss des Winterflugplans 2026/27.
27.10.2026, 13:5327.10.2026, 14:37

Statt bisher 26 werden künftig nur noch rund 18 Flugzeuge samt Besatzung von anderen Fluggesellschaften angemietet (im Fachjargon «Wetlease» genannt), wie die Lufthansa-Tochter am Dienstag in einem Communiqué bekannt gab. Denn die Swiss will zusätzliche Airbus A320 wieder selbst betreiben.

Der Schritt ist keine Überraschung: Die Swiss-Spitze hatte schon mehrfach erklärt, die Zahl der Fremdmaschinen zurückfahren zu wollen, um wieder mehr selbst zu fliegen. Ob die Air Baltic dann noch weiter für die Swiss fliegen werde, könne er noch nicht sagen, hatte Finanzchef Dennis Weber im August bei der Publikation der Halbjahreszahlen gesagt.

Hauptpartner Helvetic Airways

Jens Fehlinger, Chief Executive Officer von Swiss, erklärt:

«Wir haben uns vorgenommen, wieder mehr selbst zu fliegen. Und genau das setzen wir jetzt um: Im nächsten Sommer werden bis zu acht Wetlease-Flugzeuge weniger für Swiss unterwegs sein als noch im Vorjahr.»

«Mit dem geringeren Wetlease-Bedarf reduziert die Swiss auch die Zahl ihrer Partner. Künftig arbeitet die Airline dabei vor allem mit Helvetic Airways zusammen», schrieb die Swiss weiter. Die langjährige Partnerschaft werde ausgebaut.

«Helvetic ist ein strategischer Partner, der einen sehr guten Ruf bei unseren Gästen geniesst», hatte Weber vor drei Monaten gesagt. Air Baltic sei auch zuverlässig, stehe der Swiss aber als Marke nicht so nahe.

Bei den Kunden hatte es Kritik am Einsatz von Air Baltic auf Swiss-Strecken gegeben. So wurden unter anderem mangelnde Deutschkenntnisse der Besatzungen und das fehlende «Schweizer Feeling» bemängelt.

Die Swiss-Spitze hatte allerdings den Einsatz von Air Baltic verteidigt: «Wetlease ist das kleinere Übel als gar nicht zu fliegen», hatte Weber im Sommer gesagt: «Denn wir brauchen die Kurzstreckenflüge, um die Langstreckenflieger zu füllen. Es ist besser, mit Wetlease zu fliegen, als eine profitable Langstrecke zu streichen.»

Engpässe entspannen sich

Grund für den zahlreichen Einsatz der Auftragsflüge von Partnerairlines waren Engpässe bei der Swiss: Denn wegen Triebwerksproblemen, dem Mangel an Ersatzteilen, Piloten und Bordbesatzung standen und stehen immer noch mehrere Flugzeuge der Europaflotte am Boden.

Diese Situation entspanne sich zunehmend, schrieb die Swiss nun. Es stünden wieder mehr Triebwerke zur Verfügung. Auch im Cockpit verbessere sich die Personalsituation. Dadurch könne die Swiss künftig wieder mehr Flüge mit eigenen Flugzeugen und Crews durchführen. (hkl/awp/sda)

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