Schweizer Journalisten gewinnen den «Migration Journalism Award»
Schweizer Journalisten gehören zu den Gewinnern des diesjährigen European Press Prize. Bei der Verleihung in Lissabon ist am Mittwochabend ein grenzüberschreitendes Rechercheprojekt unter massgeblicher Schweizer Beteiligung mit dem Medienpreis ausgezeichnet worden.
In der Kategorie «The Migration Journalism Award» (Migrationsjournalismus) ging der Hauptpreis an das Onlinemagazin Republik und das WAV Recherchekollektiv in Zürich, wie die Organisation European Press Prize am Mittwoch mitteilte.
Gemeinsam mit dem griechischen Medium Solomon und weiteren Partnern deckten die Schweizer Journalisten (darunter Lorenz Naegeli, Osama Abdullah und Lukas Häuptli) in ihrer Recherche «Unaccompanied children sleep on the floor in shifts in 'Greece’s ‘Model Camps'» die unhaltbaren Zustände in den von der EU finanzierten Flüchtlingslagern auf den griechischen Inseln auf.
«Erschütterndes und augenöffnendes Beweisstück»
Die Recherche belegte anhand interner Dokumente, dass unbegleitete Kinder dort unter extremer Überbelegung leiden und im Schichtbetrieb auf dem Boden schlafen müssen. Die Behörden, einschliesslich involvierter Schweizer Stellen, seien über diese Missstände informiert. Die Jury lobte das Projekt als «erschütterndes und augenöffnendes Beweisstück».
Der European Press Prize gilt als eine Art «europäischer Pulitzer-Preis». Er würdigt herausragenden, unabhängigen Qualitätsjournalismus, der die Demokratie und die Pressefreiheit in Europa stärkt.
Für die Verleihung 2026 wurden über 800 Einsendungen aus mehr als 44 Ländern eingereicht. Eine internationale Fachjury kürte schliesslich die Gewinner in fünf Hauptkategorien sowie einen Sonderpreis. Jede der Auszeichnungen ist mit 10'000 Euro dotiert, die zweckgebunden in neue journalistische Projekte fliessen sollen. Die Verleihung fand in diesem Jahr zum ersten Mal in Portugal statt. (sda)
