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Saint-Maurice: Coop streicht Klosterbier nach Missbrauchsvorwürfen

Saint-Maurice Bier
Die Abtei Saint-Maurice will weiterhin Bier brauen, obwohl Kunden abgesprungen sind.Bild: chmedia/keystone/zvg

Wegen Missbrauchsskandal: Coop kippt Klosterbier aus Regal

Coop fürchtet einen Reputationsschaden und boykottiert Biere von der Klosterbrauerei Saint-Maurice. Die Abtei im Kanton Wallis sieht sich mit Vorwürfen von sexuellem Missbrauch konfrontiert.
10.01.2024, 15:2610.01.2024, 15:26
Kari Kälin / ch media

Es ist das einzige wirkliche Klosterbier der Schweiz: Die Abtei Saint-Maurice, ein Kloster mit mehr als 1500 Jahren Tradition im Kanton Wallis, lässt seit 2019 mehrere Biersorten brauen. Rund eine Million Franken haben die Chorherren in das Projekt investiert. Die Abtei ist der einzige Aktionär der Brauerei.

In den letzten Monaten brachte der Missbrauchsskandal in der katholischen Kirche auch die Abtei Saint-Maurice in die Schlagzeilen. Im September legte Abt Jean Scarcella sein Amt auf Eis, weil ihm sexueller Missbrauch vorgeworfen wird. Im November berichtete das Westschweizer Radio und Fernsehen RTS, in der Vergangenheit hätten neun Chorherren sexuelle Überbegriffe begangen.

Die dunkeln Schatten der Vergangenheit trüben jetzt die wirtschaftlichen Aktivitäten des Klosters. Der Getränkehändler Amstein verbannte die Klosterbiere aus seinem Sortiment, wie die Zeitung «24 heures» im Dezember berichtete. Für den Geschäftsführer war die Abtei zu wenig selbstkritisch. Am Dienstag wurde bekannt, dass auch Detailhändler Coop die Biere aus katholischem Haus aus dem Regal kippt – weil er nicht mit einem Lieferanten in Verbindung gebracht werden will, der in einen Missbrauchsskandal verwickelt ist.

Coop-Sprecher Caspar Frey bestätigte gegenüber CH Media die Recherche von RTS. Die Klosterbiere seien in wenigen Verkaufsstellen in den Kantonen Waadt und Wallis erhältlich gewesen. Vereinzelt erhielt Coop negative Rückmeldungen von Kundinnen und Kunden. Knickt Coop auf Vorrat ein, aus Angst vor einem Shitstorm in den sozialen Medien? Sprecher Frey antwortet so: «Wir haben unabhängig und bereits vor der medialen Berichterstattung einen Rückgang der Nachfrage registriert.»

Coop ist nicht der erste Detailhändler, der sich aus Sorge um Negativreaktionen von einem Lieferanten trennt. Die Migros entfernte vor dreieinhalb Jahren die «Mohrenköpfe» der Firma Dubler aus ihrem Sortiment. Der orange Riese reagierte damit auf Kunden, die sich in den sozialen Medien über diesen Namen enerviert hatten. Politisch nicht korrekt zu handeln: Dieses Risiko können Firmen offenbar kaum noch eingehen.

Bernhard Bauhofer ist Reputationsmanager und Unternehmensberater. Er hatte damals den Entscheid der Migros, die «Mohrenköpfe» der Firma Dubler aus Angst vor einem Shitstorm aus ihren Regalen zu verbannen, als vorschnell kritisiert. Den Fall der Klosterbiere beurteilt er anders. «Ich kann nachvollziehen, dass Coop nicht mit einer Organisation assoziiert werden will, die mit Missbrauchsvorwürfen konfrontiert ist», sagt er. Es bestehe etwa die Gefahr, dass der Detailhändler in den sozialen Medien in Verruf gerate und einen Reputationsschaden erleide – weil die Bierlieferantin mit potenziell strafrechtlich relevantem Verhalten in Verbindung gebracht werde. Bei «Mohrenkopf» hingegen handle es sich um einen seit Generationen etablierten Namen. Deshalb seien die beiden Fälle anders gelagert.

Die Brauerei hat neue Pläne

Wie reagiert die Brauerei auf die Massnahme von Coop? «Ich verstehe den Entscheid voll und ganz», sagt Verwaltungsratspräsident Pierre-Alain Cardinaux. Es sei klar, dass ein Grossverteiler wie Coop untadelige Lieferanten haben müsse. Die Abtei sei in den Medien in der Kritik gestanden. Cardinaux findet es aber ein bisschen unglücklich, die Vermarktung der Biere mit Aspekten zu vermischen, für die er nicht verantwortlich sei.

2022 produzierte die Klosterbrauerei 150'000 Flaschen Bier, wegen einer Reorganisation sank das Volumen letztes Jahr auf 50'000. Trotz des Entscheids von Coop bleibt Cardinaux zuversichtlich. «Unsere Biere sind sehr beliebt», sagt er. In zahlreichen Geschäften und Restaurants in der Region können sie nach wie vor gekauft und getrunken werden. Und: Cardinaux will bald ein neues Qualitätsbier lancieren. Produziert werden soll es von einem neuen Brauer in einem ehemaligen Weinkeller der Abtei in Bex VD. (aargauerzeitung.ch)

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Goldener Cadillac mit Bier-Zapfhahn zu verkaufen ... irgendwer?
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Goldener Cadillac mit Bier-Zapfhahn zu verkaufen ... irgendwer?
Das ist übrigens nicht einfach eine Plane, die über das Auto geworfen wurde, sondern ein «custom tarp system», um das «pikfeine Cadillac-Interieur vor Regen, Vogelkacke, unfreundlichen Blicken von Hatern, Abfall und anderem Zeugs zu schützen».
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Zugentgleisung verschüttet Bier in Fluss
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