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ARCHIV --- ZUR ERWEITERUNG DER UNIVERSITAET ST. GALLEN STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILD ZUR VERFUEGUNG --- Studierende folgen den Ausfuehrungen von Professor Dr. Thomas Berndt waehrend seiner Vorlesung zum Thema

Vorlesung an der Universität St.Gallen: Eine Umfrage zeigt keine absolute, aber doch eine relative Mehrheit für die Einführung einer Zugangsbeschränkung für die sogenannten «weichen Fächer». (Archivbild) Bild: KEYSTONE

Numerus clausus für Historiker, Soziologen und Ethnologen: Das SVP-Anliegen hat viel Unterstützung im Volk



Der SVP hat es zu viele Sozial- und Geisteswissenschafter im Lande. Die Volkspartei möchte dem mit einer Zugangsbeschränkung wie beim Medizinstudium (numerus clausus) Herr werden. Beim Volk hätte sie dafür gar nicht mal schlechte Chancen, wie laut «NZZ am Sonntag» eine Umfrage eines Berner Ökonomen zeigt.

Demnach würden sich von 1500 Befragten 44 Prozent dafür aussprechen, 36 Prozent wären dagegen. Erstaunlich hohe 20 Prozent äusserten keine Meinung. Der Studienautor Stefan Wolter zeigt sich gegenüber der Zeitung erstaunt über die seiner Meinung nach hohen Zustimmungswerte. Er sei davon ausgegangen, dass in der Schweiz ein grosser gesellschaftlicher Konsens für «eine möglichst freie Hochschul- und Studienfachwahl» herrsche.

Stefan Wolter, Direktor Schweizerische Koordinationsstelle fuer Bildungsforschung (SKBF) praesentiert den Bildungsbericht 2014 am Dienstag, 11. Februar 2014, in Bern. (KEYSTONE/Lukas Lehmann)

Stefan Wolter: Erstaunt ob der hohen Zustimmung. Bild: KEYSTONE

Vier Gruppen

Diese Resultate beziehen sich auf eine Gruppe, die bei der Befragung keinerlei Zusatzinformationen erhielt. In seiner Studie ging Wolter allerdings noch etwas weiter. Drei weitere Gruppen à 1500 Personen erhielten die gleiche Frage, allerdings mit Zusatzinformationen angereichert.

Dabei fand Wolter heraus, dass die Zustimmung für einen numerus clausus steigt, wenn man den Leuten mitteilt, wie viele Studenten anteilsmässig in geistes- oder sozialwissenschaftlichen Diszplinen studieren (31 Prozent). Auch die Information, dass nach einem Jahr 18 Prozent der Absolventen ohne «ausbildungsadäquaten Job» sind, sorgte für höhere Zustimmungsraten. Weniger Zustimmung gab es dagegen, wenn man den Befragten sagte, dass die jährlichen Kosten für einen Studienplatz in den sogenannt «weichen Fächern» geringer sind als bei den Naturwissenschaften (12'000 vs. 24'000 Franken).

Entstanden ist die Umfrage laut «NZZ am Sonntag» im Rahmen der bildungspolitischen Umfrage des «Swiss Leading House of Economics of Education» der Unis Bern und Zürich.

Mehrheit landet beim Staat

Unabhängig von der Berner Studie hatte sich auch der Bundesrat mit den Sozial- und Geisteswissenschaftern zu beschäftigen. Die SVP hatte in einer Interpellation mehrere Fragen zu deren Anstellungssituation an die Regierung gestellt, wie 20 Minuten zuerst berichtet hatte.

Unter anderem wollte die SVP wissen, ob «die meisten Absolventen der Sozial- und Geisteswissenschaften in staatlichen oder staatsnahen Institutionen eine Anstellung finden». Der Bundesrat antwortet: Es sind 61 Prozent und damit deutlich mehr als im Durchschnitt aller Fachrichtungen (51 Prozent). Bei den Naturwissenschaftern liegt der Anteil bei fast gleich hohen 60 Prozent. 

Ebenfalls erkundigt hat sich die SVP nach der Arbeitslosenquote unter den Geistes- und Sozialwissenschaftlern: Sie liegt nach dem Master bei 2,8 Prozent und damit etwas höher als im Schnitt aller Richtungen (2,3 Prozent). Tiefer als der Schnitt liegt sie jedoch mit 0,5 Prozent auf Stufe Doktorat, auf der der Durchschnitt 1,4 Prozent beträgt.

Schon älter, aber immer noch gültig.

(trs)

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