Schweiz
Schule - Bildung

Schweizer Kita Bubble Bees weist Kinder ohne Impfung ab

Die Chancengleichheit von Kindern soll schon vor dem Kindergartenalter gefördert werden. Das will nach einigem Hin und Her die Bildungskommission des Nationalrates. (Themenbild)
Wer sein Kind in den Kitas von «Bubble Bees» anmelden möchte, muss den Impfausweis mitbringen. Bild: KEYSTONE

Diese Schweizer Kita weist ab sofort ungeimpfte Kinder ab

09.06.2019, 06:0109.06.2019, 06:01

In der Schweiz hat eine erste Kindertagesstätte ungeimpfte Kinder abgewiesen. Die Organisation «Bubble Bees», die Kitas in vier Kantonen führt, nimmt laut aktuellem Reglement nur noch Kinder auf, die gegen Masern und Keuchhusten geimpft sind, wie die «SonntagsZeitung» berichtet.

Die Standorte der Kita Bubble Bees in der Schweiz.
Die Standorte der Kita Bubble Bees in der Schweiz. bild: screenshot/bubblebees.com

Gemäss dem Verband für Kinderbetreuung (Kibesuisse) gibt es bisher keine andere Institution mit Impfpflicht. «Wir hatten zunehmend Anfragen von Impfgegnern, die ihre Kinder bei uns platzieren wollten», wird die Kita-Geschäftsführerin Nathalie Rehak zitiert. Nun prüfe man bei allen Bewerbern den Impfausweis. Wer den nötigen Schutz nicht vorweisen könne, der werde abgelehnt.

Dies ist laut Rehak schon in mehreren Fällen passiert. Das Obligatorium gilt für alle acht Kitas der Organisation, fünf davon in Zürich und je eine in Baden AG, Frauenfeld TG und Schaffhausen. Auch Mitarbeiter müssen geimpft sein. Für Kinder gilt die Pflicht spätestens ab zwölf Monaten.

Die Impfpflicht ist laut dem Bundesamt für Gesundheit (BAG) zulässig. Im Gegensatz zu Kindergärten und Schulen seien die allermeisten Kitas Privatinstitutionen, erklärte Daniel Koch, Leiter der Abteilung für übertragbare Krankheiten. «Sie haben keine Aufnahmepflicht und können ohne Weiteres nur geimpfte Kinder aufnehmen.» Der Bund hofft den Angaben zufolge, dass nun auch andere Anbieter prüfen, ob ein Obligatorium auch bei ihnen Sinn macht. Der Bund registrierte im laufenden Jahr bisher 200 Masernfälle - viermal mehr wie im gesamten 2018. Oft sind Kinder betroffen. Mehr als zehn EU-Staaten haben ein allgemeines Impfobligatorium. (sda)

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