Schweiz
Schule - Bildung

Schule in Wolfhalden AR schliesst wegen mangeldem Brandschutz

Schule in Wolfhalden AR schliesst wegen mangeldem Brandschutz

Wegen «gravierender Mängel beim Brandschutz» hat die Gemeinde Wolfhalden ein Schulhaus per sofort geschlossen und den Schulbetrieb eingestellt.
04.09.2026, 16:0404.09.2026, 16:04

Eine weitere Nutzung des Dorfschulhauses sei «nicht verantwortbar», heisst es in einer Mitteilung des Gemeinderates vom Freitag.

wolfhalden
Die Gemeinde Wolfhalden liegt in Appenzell Ausserrhoden. Bild: gemeinde wolfhalden

Beim Dorfschulhaus fehlen gemäss einem Expertenbericht an mehreren Stellen die erforderlichen Brandschutzabschnitte und brandschutzsichere Türen, um eine Ausbreitung von Feuer und Rauch wirksam zu verhindern. So heisst es in einer Mitteilung des Gemeinderates von Wolfhalden AR, über welche die Online-Ausgabe des «St. Galler Tagblatt» zuerst berichtet hatte.

Zudem sind die Durchgangsbreiten bei Treppen und Türen teilweise ungenügend. Auch die Fluchtwege über die Treppen bemängelten die Experten. «Zudem entsprechen Bodenaufbau und Deckenverkleidungen nicht den heute geltenden Brandschutzanforderungen», heisst es in der Mitteilung weiter.

Angesichts der festgestellten Mängel und der damit verbundenen Risiken könne der Gemeinderat den Schulbetrieb im Dorfschulhaus nicht weiter verantworten, bilanziert er. Die Schliessung sei «einschneidend», aber «unumgänglich».

Rund 30 Schulkinder betroffen

Bis anhin ist das Schulhaus von der 2. bis 9. Klasse für die Fächer Werken textil und von der 4. bis 6. Klasse für Werken nicht textil genutzt worden. Weiter fand im Erdgeschoss der Religionsunterricht der 1. und 3. Klasse statt. Auch eine Spielgruppe nutzte die Räumlichkeiten.

Von der Schliessung betroffen sind rund 25 bis 30 Schulkinder, wie Gino Pauletti, Gemeindepräsident von Wolfhalden, auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA schreibt.

Alle Schulen überprüft

Der Sanierungsbedarf des Schulhauses ist bereits seit längerem bekannt, schreibt der Gemeinderat in der Mitteilung weiter. Eine Vorlage, ein anderes Schulhaus auszubauen und damit eine Alternative zu schaffen, sei jedoch abgelehnt worden. Dass die Mängel am Schulhaus Dorf derart einschneidend seien, habe die Gemeinde nicht erwartet.

Bis zu den Herbstferien 2026 werden die ausfallenden Lektionen «überbrückt», heisst es im Communiqué weiter. «Die Schulleitung wird mit der Lehrerschaft in allen Schulhäusern versuchen, den nötigen Platz bereit zu stellen, damit der Schulunterricht gewährleistet werden kann», so Pauletti. Einschränkungen werde es aber geben. Nach den Ferien soll der Schulbetrieb wieder gemäss Lehrplan stattfinden.

Eine Sanierung des Schulhauses Dorf sei keine Option. «Auch bei einer kompletten Sanierung hätten wir noch immer wenige und zu kleine Schulzimmer», schreibt Pauletti. Ob das Haus abgebrochen wird, werde die Zukunft zeigen.

Mehr Container

Ab Sommer 2027 sollen die Container beim Mittelstufenschulhaus aufgestockt werden. So entstehe für eine Übergangszeit zusätzlicher Schulraum als Ersatz für das geschlossene Dorfschulhaus.

Neben diesem seien auch die übrigen Schulgebäude auf den Brandschutz überprüft worden. Dabei seien keine Mängel zum Vorschein gekommen, die sofort behoben werden müssten. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
0 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
St.Galler SP-Grüne-GLP-Fraktion verlangt Klima-Sondersession
Die SP-Grüne-GLP-Fraktion des St.Galler Kantonsrats will nach dem Hitzesommer in einer Sondersession über konkrete Massnahmen beraten. Der Kanton sei «für die neue Klimarealität» nicht gerüstet.
Zur Story