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Zermatt: Bauarbeiten für alpine Skirennen waren zulässig

Bauarbeiten für alpine Skirennen in Zermatt waren zulässig

17.02.2025, 15:0517.02.2025, 16:59

Im Prozess um Bauarbeiten für die alpinen Skirennen in Zermatt/Cervinia sind alle vier Angeklagten freigesprochen worden. Der Tatbestand sei nicht gegeben, befand ein Richter am Montag im italienischen Aosta, wo der Prozess stattfand.

In der Anklageschrift wurde OK-Präsident Franz Julen, dem Präsidenten der italienischen Cervinia-Bergbahnen sowie dessen Vorgänger und einem Baggerfahrer vorgeworfen, ein Umweltdelikt begangen zu haben: Für die alpinen Skiweltcuprennen soll demnach ohne Genehmigung ein 330 Meter langer und acht Meter breiter Graben parallel zur Gletscherzunge des Plateau-Rosa-Gletschers auf italienischem Boden ausgehoben worden sein.

Dabei soll es sich um eine Verbindungspiste zwischen dem Gletscher und der Hauptpiste handeln, die nicht in den Plänen genehmigt worden sei. Gemäss Artikel 181 des italienischen Gesetzbuches für Kulturgüter und Landschaft hätten den nun Freigesprochenen ein bis vier Jahre Haft gedroht. Die Staatsanwaltschaft von Aosta hatte eine Freiheitsstrafe von vier Monaten und eine Geldstrafe von je 3600 Euro gefordert.

Die Formulierung des Richters lasse ihn vermuten, dass für die Arbeiten an der Piste, welche seine Mandanten vorgenommen hatten, gar keine Genehmigung erforderlich gewesen wäre, sagte Corrado Bellora, der Anwalt der vier nun Freigesprochenen.

Juristisches Nachspiel auch in der Schweiz

«Mit Befriedigung nehme ich vom Entscheid des italienischen Richters in Aosta Kenntnis, der heute mich und die drei anderen Beschuldigten freigesprochen hat. Damit bestätigt der Richter, dass bei der Erstellung der kurzen, provisorischen Verbindungspiste auf dem Gletscher alle Arbeiten rechtmässig vorgenommen wurden,» teilte Julen auf Anfrage der Nachrichtenagentur Keystone-SDA mit.

Trotz des Freispruchs in Aosta droht den Organisatoren der Rennen in Zermatt/Cervinia auch in der Schweiz ein juristisches Nachspiel. Grund sind Baggerarbeiten am Theodulgletscher auf Schweizer Seite ausserhalb des bewilligten Skigebietes. Die Walliser Baukommission (CCC) stellte fest, dass die Strecke der Herrenabfahrt nicht dem Pistenplan entsprach, weil sie im Gipfelbereich verbreitert worden war.

In den Jahren 2022 und 2023 waren die ersten beiden Ausgaben dieser grenzüberschreitenden Rennen zwischen der Schweiz und Italien aufgrund des Wetters abgesagt worden. Im März 2024 folgte die Hiobsbotschaft aus Sicht der Organisatoren: Der Internationale Skiverband (FIS) entschied, diese Rennen sowohl bei den Männern als auch bei den Frauen aus dem Weltcup-Kalender zu streichen. (hkl/sda/ans)

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