Schweiz
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ZUM SDA-VORAUSBERICHT ZU DEN EIDGENOESSISCHEN WAHLEN IM KANTON GRAUBUENDEN STELLEN WIR IHNEN AM MONTAG, 29. JUNI 2015, FOLGENDES ARCHIVBILD ZUR VERFUEGUNG - Magdalena Martullo-Blocher, aufgenommen an einer Medienkonferenz der SVP Graubuenden, am Montag, 20. April 2015, in Chur. Wie die Partei bekannt gab, will sie im Oktober mit zwei Listen mit Magdalena Martullo-Blocher und Heinz Brand als Spitzenkandidaten zu den Nationalratswahlen antreten. Magdalena Martullo-Blocher ist Chefin des Industriekonzerns Ems Chemie und Tochter von Alt Bundesrat Christoph Blocher. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Nationalrats-Kandidatin Magdalena Martullo-Blocher erhält dubiose Schützenhilfe.
Bild: KEYSTONE

Schützenhilfe für Martullo-Blocher: SVP-nahe Kreise schiessen gegen Bündner Top-SVPler

Eine Pro-SVP-Anzeige in der «Südostschweiz» diskreditiert den Bündner Nationalrat Heinz Brand. Der Spitzenkandidat nimmt es gelassen.



In Graubünden stehen spannende Wahlen an. Unter anderem versucht die SVP, mit der Kandidatin Magdalena Martullo-Blocher einen zweiten Nationalratssitz zu erobern. Ob das gelingt, ist fraglich: Da SVP nicht wie erhofft bei den Listenverbindungen der Bürgerlichen dabei ist, sind die Chancen auf einen zweiten Sitz und somit die Wahlchancen von Martullo-Blocher gesunken.

Nun erhält Martullo-Blocher Schützenhilfe einer unabhängigen Gruppe, die sich Muntalin nennt. In einem Inserat, das heute in der «Südostschweiz» erschienen ist, empfiehlt diese, Magdalena Martullo-Blocher und Livio Zanolari zu wählen – auf Kosten des Spitzenkandidaten und SVP-Sektionspräsidenten Heinz Brand. Der Santésuisse-Präsident wird darin als «Abzocker» bezeichnet.

Das Inserat in der «Südostschweiz»

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Muss Herr Brand nun um seinen Sitz zittern? Er selbst macht sich auf jeden Fall keine Sorgen, wie er auf Anfrage sagt. «Mich als Abzocker zu bezeichnen, finde ich etwas realitätsfremd», sagt Brand. Es sei legitim, Leute zu kritisieren. Um Kritik ernst zu nehmen, müsse sie jedoch fundiert sein. Brand hat nicht vor, rechtliche Schritte gegen die Urheber des Inserats zu unternehmen.

Nationalrat Heinz Brand, aufgenommen an einer Medienkonferenz der SVP Graubuenden, am Montag, 20. April 2015, in Chur. Wie die Partei bekannt gab, will sie im Oktober mit zwei Listen mit Magdalena Martullo-Blocher und Heinz Brand als Spitzenkandidaten zu den Nationalratswahlen antreten. Magdalena Martullo-Blocher ist Chefin des Industriekonzerns Ems Chemie und Tochter von Alt Bundesrat Christoph Blocher. (KEYSTONE/Gian Ehrenzeller)

Der Bündner SVP-Sektionspräsident Heinz Brand nimmt den Angriff gelassen.
Bild: KEYSTONE

Auch mit den Kandidaten, die sie empfiehlt, hat die Gruppe Muntelin ihr Vorgehen nicht abgesprochen. SVP-Politiker Livio Zanolari erfährt von watson vom Inserat. «Ich freue mich, wenn mich Leute unterstützen», sagt er. «Wenn in dem Zusammenhang jedoch andere SVP-Kandidaten kritisiert werden, freut mich das weniger.» Zanolari habe nichts mit dem Inserat und seinen Urhebern zu tun. Und Magdalena Martullo-Blochers Sprecher Conrad Gericke teilt mit, die Kandidatin sei «in keiner Art und Weise in das Inserat involviert.»

So wählst du richtig

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Der Verein Politools lässt dich deine politischen Einstellungen auf der Wahlplattform Smartvote mit denjenigen der kandidierenden Politiker vergleichen. Es empfiehlt sich, nicht Kandidaten mit der grössten Übereinstimmung zu wählen, sondern solche mit grosser Übereinstimmung und intakten Wahlchancen.

Die Gruppe Muntalin, die auf eine Anfrage bisher nicht reagierte, hat in den letzten Wochen mehrere Inserate in Lokalzeitungen geschaltet und Plakate aufgehängt. Die Sujets ähneln sich, immer wieder heisst es «Schweiz schützen». Wahlweise vor ...

Zum ersten Mal wurde jedoch ein SVP-Mitglied in einem Inserat frontal angegriffen. Die Website listet vier Gründungsmitglieder auf, ihre Namen sind auf nationaler Ebene unbekannt. Gemäss der Bündner SVP-Sektion habe die Gruppe keine breite Abstützung in der Partei.

Auch Interessant: SVP-Abstimmungsplakate

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14Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • länzu 23.09.2015 13:48
    Highlight Highlight Nun, an Kohle, um die Gegner fertigzumachen, fehlt es ja der Familie Blocher nicht. Was für ein Hororszenario, in Zukunft Blochers weibliches Ebenbild im Parlament zu erleben.
  • kurt3 22.09.2015 19:29
    Highlight Highlight 96% Export ! Für eine freie unabhängige Schweiz ?
    • Donalf 22.09.2015 22:02
      Highlight Highlight Wieviel davon zuerst als Rohmaterial importiert wurde, wieviel % der als Export deklarierten Produkte werden effektiv im Ausland hergestellt und nur buchhalterisch als Export erfasst ist nicht klar.
      Kann man eigentlich der SVP noch etwas glauben? Nach der eben gehörten Kassensturzdiskussion sieht die SVP ihre Mitglieder nicht als Konsumenten sondern als Milchkühe. Blamable Vorstellung des SVP Vertreters. Wähler hört zu, mehr müsste eigentlich nicht gesagt werden.
  • Heinz Kremsner 22.09.2015 18:44
    Highlight Highlight Ach da muss man keine Bedenken haben. Sie wird sowieso nicht gewählt . Die Bündner kennen ihre Vergehen und Lügen: als sie die Firma übernahm mussten alle 2 Stunden pro Woche mehr arbeiten. Gratis. Sie versprach das sei nur vorübergehend. Gilt bis heute. Die EMS Chemie wurde runtergewirtschaftet und die Bündner rausgeschmissen. Als Blocher die Ems übernahm waren 2'300 Angestellte. Sie selbst hat über 400 entlassen. Heute sind 1'000 Angestellte in EMS - früher 2'300 ! Die Bündner verzeihen das nicht
  • lily.mcbean 22.09.2015 18:27
    Highlight Highlight Diese Frau drängt sich nur in die Politik um sich zu bereichern und profilieren. Ich finde sie und ihre Art einfach herablassend und abstossend. Die bündner SVP hat sowieso nur schlechte Kandidaten und ich hoffe sehr fest das denen keine Chancen gegeben werden!
  • tomdance 22.09.2015 17:49
    Highlight Highlight Die SVP zerfleischt sich selber. Und hat schon wieder Medienpräsenz. Es ist zum Hühner melken. Diese Gesellen fallen immer wieder weich.
  • zombie woof 22.09.2015 17:22
    Highlight Highlight Zum Glück stehen die Chancen schlecht für die Dame, einmal Blocher in der Regierung reicht völlig!
  • cassio77 22.09.2015 15:57
    Highlight Highlight martullos sprecher heisst gericke. was für ein typischer schweizer
    • cheeky Badger 22.09.2015 17:03
      Highlight Highlight Die namen Mortullo und Blocher sind ja auch nicht gerade urschweizereisch.

      Gelber schweizerpass gemäss SVP.
  • Basubonus 22.09.2015 15:00
    Highlight Highlight Wenn man weiss, wie die Familie Blocher überhaupt an die EMS-Chemie gekommen ist, ist so ein Abzocker-Spruch doch eher belustigend. Oder eigentlich doch beschämend. Kommunikationsniveau SVP halt, irgendwo unter den Kellergeschossen...
    • cassio77 22.09.2015 16:07
      Highlight Highlight es mag sein, dass die mittel unlauter waten, aber was dr. iur. ch. blocher aus der ems gemacht hat, ist wirtschaftlich gesehen doch ein beachtenswertes werk. das kann ich bei aller kritik, die ich an ihn in politischer hinsicht richte, zugestehen. und seine tochter steht ihm in nichts nach. der erfolg gibt ihnen recht. politisch jedoch wünsche ich mir die beiden mitsamt der gesamten entourage ins pfefferland.
    • HabbyHab 22.09.2015 16:27
      Highlight Highlight Hauptsache, man schützt vor irgendetwas - so deren Motto
    • kettcar #lina4weindoch 22.09.2015 17:07
      Highlight Highlight Cassio: was sie daraus gemacht haben? Sie glauben aber nicht wirklich, dass der Großteil des Vermögens mit Chemie verdient wurde?
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