Schweiz
Wallis

Pistenchef von Verbier VS nach tödlichem Unfall verurteilt

Pistenchef von Verbier VS nach tödlichem Unfall verurteilt

19.08.2022, 11:1319.08.2022, 11:13

Der Pistenchef des Skigebiets Téléverbier ist nach einem tödlichen Unfall Ende 2014 wegen fahrlässiger Tötung zu einer bedingten Geldstrafe von 90 Tagessätzen verurteilt worden. Er hat beim Walliser Kantonsgericht bereits Berufung eingelegt.

Une partie du domaine skiable de Verbier est visible depuis le secteur du Mont-Gele ce mardi 6 janvier 2015 a Verbier. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)
Für eine Skifahrerin endeten die Skiferien in Verbier tödlich.Bild: KEYSTONE

Das Bezirksgericht von Entremont folgte dem Antrag der Staatsanwaltschaft und befand den Pistenchef der Liftgesellschaft des Walliser Ferienortes der fahrlässigen Tötung für schuldig. «Mein Mandant hat Berufung eingelegt», sagte Anwalt Julien Ribordy am Freitag gegenüber der Nachrichtenagentur Keystone-SDA und bestätigte damit einen Bericht der Zeitung «Le Temps».

Bei der Gerichtsverhandlung in erster Instanz im April musste sich auch das Unternehmen Téléverbier verantworten. Die Gesellschaft wurde freigesprochen.

Seil nicht signalisiert

Der tödliche Unfall ereignete sich im Dezember 2014. Eine 24-jährige italienische Skifahrerin prallte mit dem Brustkorb und dem Hals gegen ein Sicherheitsseil, das zwischen zwei gepolsterten Holzpfosten gespannt war. Das Seil war nicht mit einem Wimpel oder einer anderen Warnung signalisiert worden. Die Frau schlug mit dem Kopf auf den Boden auf und starb einige Stunden später im Spital von Sitten.

Für die Staatsanwältin Camille Vaudan war es «offensichtlich», dass es dem Pistenchef des Skigebiets Verbier oblag, die Gefahr zu erkennen und die Piste zu sichern. Zu wissen, wer genau für die Sicherung dieses Seils in der Nähe der Skilifte zuständig war, ändere nichts an der Verantwortungskette, sagte sie bei der Verhandlung in erster Instanz.

«Kein Pflichtenheft»

«Es gab 2014 kein Pflichtenheft und mehrere Personen haben im Rahmen des Verfahrens erklärt, dass es nicht Sache meines Mandanten war, die Installation zu überwachen», sagte Anwalt Ribordy, der auf Freispruch für seinen Mandanten plädiert hatte. Er bedauere zudem, dass die Staatsanwaltschaft nicht versucht habe, den Angestellten zu identifizieren, der das Seil installiert hat. (saw/sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
Das könnte dich auch noch interessieren:
Du hast uns was zu sagen?
Hast du einen relevanten Input oder hast du einen Fehler entdeckt? Du kannst uns dein Anliegen gerne via Formular übermitteln.
10 Kommentare
Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 24 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
10
Tost Hawaii und Riz Casimir: Unsere Erinnerungen an Betty Bossi
Betty Bossi hat den Schweizer Hausfrauen das Kochen beigebracht – und damit Küchen geprägt wie kaum jemand sonst. Der neue Film über die Ikone weckt in unserer Redaktion alte Erinnerungen.
Mit unserem ersten Kind kam auch die Köchin in mir zur Welt. Man kann nicht sagen, dass es eine Zangengeburt war, eher ein Kaiserschnitt: Ich koche seither gut vorbereitet und das Essen ist termingerecht da. Davor  assen wir tagsüber meist am Arbeitsort und abends genügten Salat und Brot. Doch mit dem Baby zog auch Betty Bossi bei uns ein. Genug gefordert mit der Entscheidung, ob das Kind Hunger, Schlaf oder die Windel voll hatte, liessen wir Betty über unsere Mahlzeiten und die Posti-Liste entscheiden. Wir begannen mit «Lustvoll vegetarisch», Rezept eins von 70. Als das zweite Kind kam, wechselten wir zu «schnell&einfach». Hundert Rezepte. Und dann wieder von vorne.
Zur Story