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85 Prozent vernichtet: 2021 wird es kaum Aprikosen aus dem Wallis geben

85 Prozent der Ernte vernichtet: Dieses Jahr wird es kaum Aprikosen aus dem Wallis geben

24.06.2021, 06:4924.06.2021, 13:01

In den Frostnächten im vergangenen April sind im Wallis noch mehr Aprikosen vernichtet worden als zunächst angenommen worden war. Rund 85 Prozent der Ernte dürften verloren sein. Es ist die schlechteste Ernte seit rund 30 Jahren.

Mit Frostkerzen versuchten die Walliser Aprikosenbauern, ihre Ernte zu schützen – vergebens (Archivbild).
Mit Frostkerzen versuchten die Walliser Aprikosenbauern, ihre Ernte zu schützen – vergebens (Archivbild).

In der Nacht auf 6. April kam es in der gesamten Schweiz zu Frösten mit Tiefsttemperaturen von minus 1 bis minus 8 Grad. Auch in den Folgenächten sanken die Lufttemperaturen auf teilweise minus 6 Grad, wie der Schweizer Obstverband damals feststellte. Das Wallis wurde besonders hart getroffen.

Jetzt, am Anfang der Erntezeit, sei zu sehen, dass die Schäden grösser seien als zunächst geschätzt. «Wir rechnen damit, dass nur etwa 15 Prozent der üblichen Menge Aprikosen geerntet werden können», sagte Georg Bregy vom Walliser Landwirtschaftsamt am Donnerstag gegenüber Radio SRF. «Das ist aussergewöhnlich wenig.»

Une touriste achete des abricots du Valais (Walliser Aprikosen) sur un stand ce dimanche 29 juillet 2018 a Loeche-les-Bains. (KEYSTONE/Jean-Christophe Bott)
Dieses Jahr wird es weniger Aprikosen aus dem Wallis geben.Bild: KEYSTONE

Aprikosenbauern berichteten im Radiobeitrag sogar vom Verlust ihrer gesamten Ernte. Im vergangenen April war Bregy noch von einem Verlust von 70 Prozent der Walliser Aprikosen-Ernte ausgegangen.

«Die frostigen Aprilnächte haben den Aprikosenbäumen im Wallis so arg zugesetzt, dass 2021 eines der drei schlechtesten Jahre in der Geschichte und das schlechteste der letzten dreissig Jahre ist», sagte Olivier Borgeat, Generalsekretär der Walliser Obst- und Gemüse-Branchenorganisation IFELV der Nachrichtenagentur Keystone-SDA auf Anfrage.

«Im Durchschnitt produziert das Wallis 8200 Tonnen Aprikosen pro Jahr. Dieses Jahr werden es nur 1300 Tonnen sein», erklärte Borgeat. «Angesichts der Tatsache, dass 96 Prozent der Schweizer Aprikosen aus dem Wallis kommen, wird die Schweiz mehr Aprikosen importieren müssen, um die Nachfrage zu decken.» Ausserdem bleibe für die Schnapsbrennereien fast nichts mehr übrig.

Andere Obstkulturen sind nur leicht von Schäden betroffen. Der Verlust wird voraussichtlich maximal 10 Prozent betragen. Diese entspreche dem langjährigen Durchschnitt, heisst es bei der Branchenorganisation. (sda)

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