Schweiz
Winter

Armin Capaul, der Hornkuh-Initiant will die Zeitumstellung abschaffen.

HANDOUT -- ZU DEN GEWINNERN DER SWISS PHOTO AWARDS 2019 AM FREITAG, 29. MAERZ 2019, STELLEN WIR IHNEN FOLGENDES BILDMATERIAL ZUR VERFUEGUNG -- 
SWISS PRESS PHOTO 2019 - 3. PREIS PORTRAIT: FABRICE COF ...
Bild: SWISS PRESS PHOTO

Jetzt will der Hornkuh-Rebell die Zeitumstellung abschaffen

Die führenden Köpfe der Initiative zur Abschaffung der Zeitumstellung haben am Samstag ihre Argumente dargelegt. Sie führen Jahrtausende alte Gewohnheiten ins Feld.
14.04.2019, 03:3214.04.2019, 03:32

Die Initiative «Ja zur Abschaffung der Zeitumstellung» war am Dienstag im Bundesblatt publiziert worden. Künftig soll demnach ganzjährig die mitteleuropäische Zeit gelten.

Am Samstag nun legten die Luzerner SVP-Nationalrätin Yvette Estermann und Hornkuh-Initiant Armin Capaul als Mitglieder des Initiativkomitees vor Medienvertretern in Interlaken ihre Argumente dar. Die Zeitumstellung bringe seine innere Uhr durcheinander, sagte Bergbauer Capaul. Auch für Bauernhöfe funktioniere die Sommerzeit nicht – man könne nicht früher heuen, wenn Schatten oder Tau auf einer Wiese liege.

Estermann führte ferner das Hormonsystem ins Feld, das durch Hell und Dunkel beeinflusst werde. Jahrtausende alte Gewohnheiten könne man nicht einfach umschalten, «ohne dass gesundheitliche Probleme auftauchen», sagte sie zu Keystone-SDA Video.

Die Initianten haben nun bis am 9. Oktober 2020 Zeit, die für das Zustandekommen nötigen 100‘000 Unterschriften zu sammeln. Die Ausführungsbestimmungen müssten im Jahr nach der Annahme in Kraft gesetzt werden.

EU geht voran

Ob es überhaupt eine Volksabstimmung braucht, ist ungewiss. Im März hat sich das EU-Parlament nämlich für die Abschaffung der Zeitumstellung ausgesprochen. Findet der Plan die Zustimmung der Mitgliedstaaten, könnten die Uhren im Oktober 2021 ein letztes Mal umgestellt werden.

Wollen künftig keine Sommerzeit mehr: Nationalrätin Yvette Estermann und Hornkuh-Initiant Armin Capaul.
Wollen die Zeitumstellung abschaffen: Yvette Estermann und Armin Capaul.bild: keystone

Den einzelnen Ländern soll es aber freigestellt sein, ob sie die Sommer- oder die Winterzeit beibehalten wollen. In der EU-Umfrage hatte sich eine grosse Mehrheit für eine dauerhafte Sommerzeit ausgesprochen.

Schweiz macht's nach

Das Eidgenössische Institut für Metrologie (Metas) teilte nach dem Entscheid des EU-Parlaments mit, die Schweiz verfolge die Entwicklung in den Nachbarländern und werde sorgfältig prüfen, ob eine allfällige Anpassung der Zeitregelung sinnvoll und im Interesse der Schweiz sei.

Das entspricht der bisherigen Politik des Bundes. Obwohl das Volk die Sommerzeit 1978 mit fast 84 Prozent Nein verworfen hatte, führte der Bundesrat die Zeitumstellung nach einem Entscheid des Parlaments 1981 ein. Für die Koordination mit den Nachbarländern führte er damals wirtschaftliche Gründe ins Feld.

In der Begründung einer Motion aus dem Jahr 2016 hatte Estermann auf die wachsende Unzufriedenheit in der Bevölkerung verwiesen. Sie machte damals auch die hohe Zustimmung zur Abschaffung der Zeitumstellung in der EU geltend. In einer globalisierten Welt, in der die Leute auf Flugreisen regelmässig die Uhr umstellten, sei das Argument der «Zeitinsel Schweiz» nicht mehr stichhaltig. (sda)

DANKE FÜR DIE ♥
Würdest du gerne watson und unseren Journalismus unterstützen? Mehr erfahren
(Du wirst umgeleitet, um die Zahlung abzuschliessen.)
5 CHF
15 CHF
25 CHF
Anderer
Oder unterstütze uns per Banküberweisung.
25 Bilder zeigen unsere Classe politique beim Schaffen in Bern
1 / 27
25 Bilder zeigen unsere Classe politique beim Schaffen in Bern
Daniel Jositsch (SP/ZH).
quelle: keystone / lukas lehmann
Auf Facebook teilenAuf X teilen
Armin Capaul bleibt Hornkuh-Rebell
Video: srf
Die Schweiz kommt aus der Trockenheit nicht heraus
Ein paar Gewitter reichen der Schweiz nicht. Flüsse und Seen sacken auf immer tiefere Stände ab, während die Böden weiter austrocknen. Das Bafu blickt auf die kommenden Wochen – und findet wenig Grund zur Hoffnung.
Gemäss dem aktuellen Bulletin der nationalen Trockenheitsplattform vom 24. September verschärft sich das Niederschlagsdefizit trotz einzelner Regenfronten weiter. Am stärksten trifft es die Alpennordseite, Teile des Berner Oberlands und das Goms: Dort kamen in den letzten 30 Tagen bloss 35 bis 50 Prozent der sonst üblichen Regenmenge zusammen.
Zur Story