Schweiz
Wir verwenden Cookies und Analysetools, um die Nutzerfreundlichkeit der Internetseite zu verbessern und passende Werbung von watson und unseren Werbepartnern anzuzeigen. Weitere Infos findest Du in unserer Datenschutzerklärung.
Remo Surber, Product Manager, Barbara Artmann, CEO, und Katherine Buechli, Product Manager, Kuenzli Schuhe Windisch, 12. August 2015.

Barbara Artmann, CEO des Schuhfabrikanten Künzli: «Wir standen mehrere Jahre am Abgrund.»  Bild: WIR

Starker Franken als Segen: Aarauer Schuhfabrikant Künzli 

Nach Jahren des Bangens heben die fünf Klötzli des Schuhfabrikanten Künzli aus dem Aargauer wieder ab. CEO Barbara Artmann sagt, dass der «starke Franken uns das Leben gerettet» habe. Warum?

Carla Stampfli / Aargauer Zeitung



Ein Artikel der

Viele Unternehmen leiden unter dem Einkaufstourismus, kämpfen mit steigenden Produktionskosten oder erhöhen die Preise: Die Aufhebung des Mindestkurses hat ihre Spuren hinterlassen. Nicht so bei Künzli: Der Schweizer Schuhhersteller profitiert. «Der starke Franken hat uns das Leben gerettet», sagt Geschäftsführerin Barbara Artmann in ihrem Büro am Produktionsstandort in Windisch AG.

Einerseits, weil Künzli alle Rohwaren für die Schuhe, besonders die teuren Leder, aus dem Euroraum bezieht, somit weniger Kosten anfallen. Andererseits, weil der Schuhhersteller – im Gegensatz zu anderen international bekannten Schweizer Firmen – den Grossteil des Umsatzes hierzulande erzielt. Für Aufschwung sorgte zudem der Bescheid, die Modeschuhe künftig nach China, Hongkong, Macau und Taiwan vertreiben zu können. «Davon habe ich schon lange geträumt», sagt sie. Sprich, die Produktion hochzufahren und zu sehen, dass das Geschäft wieder wächst.

Fortbestand stand auf dem Spiel

Barbara Artmann ist umgeben von matten, glänzenden und gefärbten Lederschuhen. Wenig hätte gefehlt und die Herbst-Winter-Kollektion der beiden Künzli-Produktlinien – die Mode- und die therapeutischen Schuhe – wären nicht auf den Regalen ausgestellt. Denn: «Wir standen mehrere Jahre am Abgrund», sagt die 54-Jährige. Ein siebenjähriger Rechtsstreit rund um die fünf berühmten Streifen gefährdete den Fortbestand des Unternehmens immer wieder.

«Der Markt hat gegen uns gewettet. Viele haben uns tot geglaubt», sagt sie rückblickend. Doch habe sie es immer gespürt, dass Künzli es schaffen würde.

Künzli verlor die fünf Streifen

Remo Surber, Product Manager, Barbara Artmann, CEO, und Katherine Buechli, Product Manager, Kuenzli Schuhe Windisch, 12. August 2015.

Remo Surber, Product Manager, Barbara Artmann, CEO, und Katherine Buechli, Product Manager: Künzli ist heute auf gutem Weg – nicht zuletzt dank des starken Frankens. Bild: WIR

Wie kam es dazu? 2004 kaufte Barbara Artmann die Künzli Swiss Schuh AG auf – im selben Jahr, als der Rechtsstreit entfachte. Statt sich auf das Geschäft zu konzentrieren, musste die Unternehmerin fortan Geld und Nerven in die Gerichtsverfahren investieren. 2012 kam es zur endgültigen Niederlage: Künzli musste nicht nur zum wiederholten Mal alle Modeschuhe aus dem wichtigsten Exportmarkt Deutschland zurückziehen, sondern sich auch vom Markenzeichen, den fünf Streifen, trennen. «Das war ein Schlag», erinnert sich die gebürtige Bayerin. Für sie gab es damals aber keinen Grund, aufzugeben. Im Gegenteil: Bereits wenige Monate später verliessen die ersten Schuhe die Manufaktur im aargauischen Windisch – neu mit fünf Klötzli.

Der neue Markenauftritt war geschafft. Aufatmen konnte Künzli aber nicht: Die Händler hatten dem Unternehmen nach dem Marktrückzug das Vertrauen entzogen, konnten sich mit den neuen Klötzli nicht identifizieren. «In der Schweiz haben wir mindestens die Hälfte der Händler verloren», so die Inhaberin. Dies, obwohl Endkunden das neue Design von Beginn an «modern und unverwechselbar» fanden. Der Umsatz brach ein. Erneut stand die Zukunft des Unternehmens, dessen Produktionswertschöpfung über 80 Prozent in der Schweiz stattfindet, auf dem Spiel.

Doch Barbara Artmann liess nicht nach. Gemeinsam mit ihren 25 Mitarbeitenden versuchte sie die Verkäufe anzukurbeln: Künzli eröffnete einen Online-Shop, baute sich eine Präsenz in den sozialen Medien auf, rüstete Schweizer Prominente wie Schwingerkönig Kilian Wenger und Komiker Marco Rima aus. Die therapeutische Schuhlinie, der wichtigste Bereich der Firma, hielt währenddessen das Geschäft über Wasser: Das Gerichtsurteil traf die Medizinalschuhe nicht, deren Umsatz erlitt kaum Einbrüche.

Verkäufe sollen sich vervierfachen

Heute ist Künzli auf gutem Weg. Händler und Kunden kommen zurück, der Heimmarkt im Bereich Modeschuhe wird stärker. Die im März vorgenommenen Preissenkungen in der Schweiz auf unter 300 Franken pro Paar und neue Produkte sollen für Wachstum sorgen. Welche Umsatzziele der Schuhhersteller erreichen will, sagt die Geschäftsführerin nicht. Konkrete Zahlen werden keine herausgegeben.

Etwas ist ihr dennoch zu entlocken: In den 1960er-Jahren, als Künzli mit Sportschuhen seine Blütezeit feierte, verkaufte das Aargauer Traditionsunternehmen viermal mehr Schuhe als heute. «Das schaffen wir wieder», ist Barbara Artmann überzeugt. 

Das könnte dich auch interessieren:

Siehst du öfters diesen Vogel? Das hat einen bestimmten Grund

Link zum Artikel

Teenie-Idol Billie Eilish (18!) macht Bond-Song. And WHY NOT? Könnte geil werden

Link zum Artikel

Weshalb sich Experten nach dem Freispruch der Klimaaktivisten an den Kopf fassen

Link zum Artikel

Der lange Weg des Daniele Sette zu seinen ersten Weltcup-Punkten – mit 27 Jahren

Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Kreditkarten – so schützen uns die Karten-Detektive

Link zum Artikel

5 idiotische Menschentypen, die es im Leben einfacher haben als du

Link zum Artikel

Das Wahljahr hat begonnen und Donald Trump steht ziemlich gut da

Link zum Artikel

«Warum können viele Männer nicht mit einem Korb umgehen?»

Link zum Artikel

Grün wie die Hoffnung – hier kommt das erste Quizz den Huber im 2020!

Link zum Artikel

Déjà-vu für die Queen: Als eine geschiedene Amerikanerin den Briten ihren König stahl

Link zum Artikel

So viele Ordnungsbussen werden in Basel verteilt – und das sind die häufigsten Vergehen

Link zum Artikel

Trumps Brigade nimmt Zürcher Tower in Beschlag

Link zum Artikel

«Habe versucht, so cool wie möglich zu tun» – die Stimmen zu Rinnes rarem Goalie-Goal

Link zum Artikel

Sie war Junkie, Kult und Bitch – jetzt ist Elizabeth Wurtzel gestorben

Link zum Artikel

Ulrich Tilgner: «Die Amerikaner schiessen im Nahen Osten gerade Eigentor um Eigentor»

Link zum Artikel

Ein Shitstorm entlädt sich über Roger Federer – und Greta Thunberg ist mitschuldig

Link zum Artikel

Besser extra zu spät als nie: PICDUMP!

Link zum Artikel
Alle Artikel anzeigen

Das könnte dich auch interessieren:

Siehst du öfters diesen Vogel? Das hat einen bestimmten Grund

75
Link zum Artikel

Teenie-Idol Billie Eilish (18!) macht Bond-Song. And WHY NOT? Könnte geil werden

73
Link zum Artikel

Weshalb sich Experten nach dem Freispruch der Klimaaktivisten an den Kopf fassen

470
Link zum Artikel

Der lange Weg des Daniele Sette zu seinen ersten Weltcup-Punkten – mit 27 Jahren

3
Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Kreditkarten – so schützen uns die Karten-Detektive

30
Link zum Artikel

5 idiotische Menschentypen, die es im Leben einfacher haben als du

60
Link zum Artikel

Das Wahljahr hat begonnen und Donald Trump steht ziemlich gut da

90
Link zum Artikel

«Warum können viele Männer nicht mit einem Korb umgehen?»

326
Link zum Artikel

Grün wie die Hoffnung – hier kommt das erste Quizz den Huber im 2020!

71
Link zum Artikel

Déjà-vu für die Queen: Als eine geschiedene Amerikanerin den Briten ihren König stahl

28
Link zum Artikel

So viele Ordnungsbussen werden in Basel verteilt – und das sind die häufigsten Vergehen

171
Link zum Artikel

Trumps Brigade nimmt Zürcher Tower in Beschlag

20
Link zum Artikel

«Habe versucht, so cool wie möglich zu tun» – die Stimmen zu Rinnes rarem Goalie-Goal

7
Link zum Artikel

Sie war Junkie, Kult und Bitch – jetzt ist Elizabeth Wurtzel gestorben

9
Link zum Artikel

Ulrich Tilgner: «Die Amerikaner schiessen im Nahen Osten gerade Eigentor um Eigentor»

102
Link zum Artikel

Ein Shitstorm entlädt sich über Roger Federer – und Greta Thunberg ist mitschuldig

363
Link zum Artikel

Besser extra zu spät als nie: PICDUMP!

131
Link zum Artikel

Das könnte dich auch interessieren:

Siehst du öfters diesen Vogel? Das hat einen bestimmten Grund

75
Link zum Artikel

Teenie-Idol Billie Eilish (18!) macht Bond-Song. And WHY NOT? Könnte geil werden

73
Link zum Artikel

Weshalb sich Experten nach dem Freispruch der Klimaaktivisten an den Kopf fassen

470
Link zum Artikel

Der lange Weg des Daniele Sette zu seinen ersten Weltcup-Punkten – mit 27 Jahren

3
Link zum Artikel

Eine Untergrund-Industrie plündert Kreditkarten – so schützen uns die Karten-Detektive

30
Link zum Artikel

5 idiotische Menschentypen, die es im Leben einfacher haben als du

60
Link zum Artikel

Das Wahljahr hat begonnen und Donald Trump steht ziemlich gut da

90
Link zum Artikel

«Warum können viele Männer nicht mit einem Korb umgehen?»

326
Link zum Artikel

Grün wie die Hoffnung – hier kommt das erste Quizz den Huber im 2020!

71
Link zum Artikel

Déjà-vu für die Queen: Als eine geschiedene Amerikanerin den Briten ihren König stahl

28
Link zum Artikel

So viele Ordnungsbussen werden in Basel verteilt – und das sind die häufigsten Vergehen

171
Link zum Artikel

Trumps Brigade nimmt Zürcher Tower in Beschlag

20
Link zum Artikel

«Habe versucht, so cool wie möglich zu tun» – die Stimmen zu Rinnes rarem Goalie-Goal

7
Link zum Artikel

Sie war Junkie, Kult und Bitch – jetzt ist Elizabeth Wurtzel gestorben

9
Link zum Artikel

Ulrich Tilgner: «Die Amerikaner schiessen im Nahen Osten gerade Eigentor um Eigentor»

102
Link zum Artikel

Ein Shitstorm entlädt sich über Roger Federer – und Greta Thunberg ist mitschuldig

363
Link zum Artikel

Besser extra zu spät als nie: PICDUMP!

131
Link zum Artikel

Abonniere unseren Newsletter

2
Bubble Weil wir die Kommentar-Debatten weiterhin persönlich moderieren möchten, sehen wir uns gezwungen, die Kommentarfunktion 48 Stunden nach Publikation einer Story zu schliessen. Vielen Dank für dein Verständnis!
2Alle Kommentare anzeigen
    Alle Leser-Kommentare
  • klugundweise 27.08.2015 11:30
    Highlight Highlight Frau Artmann ist nicht ein CEO sondern eine echte UNTERNEHMERIN von jungem (!) Schrot und Korn. http://
  • HansDampf_CH 27.08.2015 10:09
    Highlight Highlight Da können sich viele Ceos von einiges größeren Unternehmen eine Scheibe abschneiden!
    Respekt und Gratulation

Solarpanels werden auf Luzerner Hausdächern bald zur Pflicht

Die Stadt Luzern macht in Sachen erneuerbare Energien vorwärts: Auf Dächern, die grösser sind als 25 Quadratmeter, sollen künftig Solarpanels angebracht werden. Damit geht der Stadtrat auf einen Vorstoss von SP und Grüne ein, in dem sie fordern, dass Luzern «mit Solarstrom endlich durchstartet».

Im ersten Quartal 2021 will der Stadtrat einen Planungsbericht zum Thema vorlegen. Darin sollen die Forderungen aufgenommen werden. Bereits jetzt lässt er seine Absichten durchsickern:

Solarpanels sollen …

Artikel lesen
Link zum Artikel